Am 4. Oktober 2026 finden in Bosnien und Herzegowina Allgemeine Wahlen statt. Erstmals sollen landesweit neue Technologien wie biometrische Wähleridentifikation, Stimmzettelscanner und die elektronische Übermittlung von Wahlergebnissen eingesetzt werden. Sie sollen Manipulationen erschweren und das Vertrauen in den Wahlprozess stärken.
Doch technische Neuerungen allein können die bestehenden Herausforderungen nicht lösen. Frühere Wahlen waren wiederholt von Vorwürfen und dokumentierten Fällen von Unregelmäßigkeiten begleitet. Der Bericht untersucht unter anderem die vorgezogene Präsidentschaftswahl in der Republika Srpska 2025/2026, frühere Fälle in Doboj und Srebrenica sowie die Frage, wie wirksam strafrechtliche und administrative Sanktionen in der Praxis sind.
Die Analyse von Philip Florian Braun und Stephan Raabe zeigt zugleich, welche Möglichkeiten die neuen Wahltechnologien bieten und wo ihre Grenzen liegen. Glaubwürdige Wahlen benötigen neben technischen Lösungen auch wirksame Kontrollen, eine professionelle Wahlverwaltung, eine konsequente Ahndung von Verstößen und Vertrauen in die demokratischen Institutionen.