Seminar

Regionalisierung und Dezentralisierung

wichtige Anliegen des christlichen Humanismus

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Details

Die Delegation von Kompetenzen durch die chilenische Zentralregierung auf untere Gebietskörperschaften ist seit vielen Jahren eine Forderung von Kommunal- und Regionalpolitikern des Landes. Die Stiftung hat durch zahlreiche Bildungsveranstaltungen mit Meinungsführern aus der christlich demokratischen Partei einen wesentlichen Beitrag geleistet, daß dieses Thema zu einem christlich demokratischen Anliegen in Chile geworden ist. Sowohl der Parteivorsitzende als auch die Präsidentschaftskandidatin der Partei machen sich bei ihren öffentlichen Auftritten für diese Forderung stark. Neben der Kompetenzverlagerung auf untere staatliche Ebenen besteht in Chile das Problem der fehlenden demokratischen Legitimation regionaler Strukturen der Exekutive. Weder die „Regionalparlamente“ (CORE) noch die „Ministerpräsidenten“ (Intendentes) werden im Gastland frei gewählt.

Sowohl die deutsche offizielle Entwicklungspolitik gegenüber Chile als auch die vereinbarten Kooperationsfelder zwischen dem Gastland und der EU-Kommission leisten einen Beitrag durch großangelegte Projekte in diesem Feld der Staatsmodernisierung. Die Konrad Adenauer Stiftung kann diese Anliegen durch ihre politische Arbeit mit dem christlich demokratischen pluralistischen Segment im Gastland sinnvoll begleiten, unterstützen und verstärken. Auf der KAS-Veranstaltung wurde daher einem GTZ-Vertreter und einem Projektleiter der EU-Kommission Gelegenheit gegeben, vor den 100 anwesenden Kommunal- und Regionalpolitikern ihre offiziellen Ansätze der Entwicklungszusammenarbeit darzustellen und zu erläutern.

Grundlage für ein Panel von Kommunal- und Regionalpolitikern aus der XI. und XII. Region Chiles, bei dem konkrete Erfahrungen mit dem Zentralismus des Landes zur Sprache kamen und Forderungen begründet wurden, inwieweit Aufgaben auf untere staatliche Ebenen verlagert werden könnten, war ein philosophisch politischer Vortrag von Dr. Christoph Palmer zum Subsidiaritätsprinzip als christlich demokratisches Anliegen. Den Seminarteilnehmern wurde eindrucksvoll vermittelt, daß Solidarität, Personalität und Subsidiarität Grundlagen und Prinzipien für christlich demokratisches Politikverständnis begründen. Durch die Beiträge von Frau Alvear und dem Kommentar des Parteivorsitzenden ist es der Stiftung durch diese Veranstaltung in der XI. Region gelungen, die Anhängerschaft für mehr Dezentralisierung und Regionalisierung zu vergrößern und Begründungen zu liefern, daß christlich demokratische Gestaltung des Gemeinwesens Vorfahrt für die kleinere Gemeinschaft anstrebt.

Santiago im März 05

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Veranstaltungsort

Coyhaique, XI. Region Chiles

Referenten

  • Adolfo Zaldívar
    • Senator und Vorsitzender PDC
      • Soledad Alvear
        • PDC-Kandidatin für die Präsidentschaftswahlen und ehem. Außenministerin
          • Christoph Palmer
            • MdL und ehem. Landesminister für Bundes- und Europaangelegenheiten von B. W.
              • u. a.
                Kontakt

                Dr. Helmut Wittelsbürger

                Former Resident Representative of the Konrad-Adenauer-Stiftung in Chile

                Bereitgestellt von

                Auslandsbüro Chile