Veranstaltungsberichte

Die Hauptstadt: Kulturelle Konstruktion, Governance und Entwicklung

Vom 6. bis 7. November 2021 fand in Peking das 3. Fachforum zur Hauptstadtentwicklung statt, das vom Pekinger Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Forschungsinstitut für die Entwicklung und Strategie der Hauptstadt der Chinesischen Renmin Universität in Beijing sowie andere Institutionen organisiert wurde.

Vom 6. bis 7. November 2021 fand in Peking das 3. Fachforum zur Hauptstadtentwicklung statt, das vom Pekinger Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Forschungsinstitut für die Entwicklung und Strategie der Hauptstadt der Chinesischen Renmin Universität in Beijing, dem Forschungsinstitut für die Stadtwissenschaft an der Shanghaier Jiaotong-Universität, dem Forschungsteam des Schwerpunktforschungsprojekts der Chinesischen Nationalstiftung für Sozialwissenschaften „Der Deutsche Bundestag und der Aufbau der deutschen Erinnerungskultur“, dem Pekinger Büro der Hans-Seidel-Stiftung, der Chinesischen Forschungsgesellschaft für deutsche Geschichte, dem Unterausschuss für Deutschlandforschung der Chinesischen Forschungsgesellschaft für Europastudien und dem Deutsch-Chinesischer Freundschaftsverein in Beijing organisiert wurde. Diese internationale Konferenz wurde in Form von "online + offline" abgehalten, wobei chinesische und ausländische Gäste aus 9 Ländern an der Konferenz teilnahmen. Die Konferenz stand unter dem Titel "Die Hauptstadt: Kulturelle Konstruktion, Governance und Entwicklung“, und es wurden drei Seminare über die Geschichte des Wiederaufbaus von Hauptstädten in China und vielen anderen Ländern und ihren kulturellen Aufbau abgehalten.

Am Nachmittag des 6. November nahmen Experten und Wissenschaftler des Forschungsinstituts für die Entwicklung und Strategie der Hauptstadt der Chinesischen Renmin Universität, des Deutsch-Chinesischen Freundschaftsvereins, des Instituts für Europastudien der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, der Pekinger Akademie der Sozialwissenschaften, der Pekinger Jiaotong-Universität und anderer Institutionen an dem Offline-Forum zum Thema "Kultureller Aufbau und Entwicklung der städtischen Verwaltung in der Hauptstadt" teil. Zudem nahmen Experten der Universität Genf (Schweiz), der University of North Carolina (USA), des Deutschen Historischen Instituts in Rom, der Universität Hannover (Deutschland), der Universität Ermland-Masuren in Olsztyn (Polen), der Chinesischen Akademie für Stadtplanung und Design und Shanghaier Jiaotong-Universität auch via Zoom teil. Die Teilnehmer waren sich einig, dass der Aufbau und die Verwaltung der Hauptstadt ein Spiegelbild des Regierungssystems und der Regierungsfähigkeit eines Landes ist. Als Kernstadt des Landes spielt die Hauptstadt nicht nur eine einzigartige Rolle in politischer, wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Hinsicht, sondern trägt auch das historische Gedächtnis des Landes. Die verschiedenen Länder haben unterschiedliche kulturelle Traditionen in den Städten und unterschiedliche Governance- und Politikrahmen, die es umzusetzen gilt. Daher sind mehr internationale Zusammenarbeit und internationaler Austausch erforderlich, um von den Erfahrungen der anderen zu lernen. Es ist daher von großer Bedeutung, das Fachforum zur Hauptstadtentwicklung abzuhalten.

In den anschließenden Hauptvorträgen erläuterten Experten aus verschiedenen Ländern unterschiedliche Perspektiven der städtischen Governance und des kulturellen Aufbaus im Zusammenhang mit dem Thema des Forums. So sprach Prof. Ye Yumin, Vizedirektorin des Akademischen Komitees des Forschungsinstituts für die Entwicklung und Strategie der Hauptstadt sowie Professorin vom Institut für öffentliche Verwaltung an der RUC, zum Beispiel über das Thema "Überwindung der neuen dualen Struktur und Förderung der umfassenden Modernisierung der Hauptstadt". Sie argumentierte, dass die in Chinas Großstädten vorherrschende dualistische Struktur zwischen den entwickelten zentralen Stadtgebieten und den rückständigen städtischen Randgebieten, zwischen Einheimischen mit städtischen Rechten und Außenstehenden ohne städtische Rechte, eine einzigartige Struktur ist. Die Stadtentwicklung erfordert daher integrativere Lösungen. Prof. Martin Baumeister, Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Rom, veranschaulichte am Beispiel der Stadt Rom die Wechselwirkung und den Zusammenhang zwischen dem Stadtbild und dem politischen System insgesamt; Prof. Liu Shilin, Direktor des Forschungsinstituts für die Stadtwissenschaft an der Shanghaier Jiaotong- Universität, analysierte die allgemeine Beziehung zwischen der städtischen Entwicklung Pekings und der nationalen Entwicklung Chinas und erläuterte den inneren Zusammenhang zwischen dem kulturellen Aufbau der Hauptstadt und der städtischen Entwicklung Pekings; Prof. Igor Kąkolewski, Universitätsprofessor an der Universität Ermland-Masuren in Olsztyn und Direktor des Forschungszentrums für Berliner Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften, stellte in seinem Vortrag die historische Entwicklung der beiden zentralen Stadtteile Warschaus vor; Prof. Detlef Schmiechen-Ackermann, Direktor des Instituts für Didaktik der Demokratie an der Leibniz-Universität Hannover, sprach über die Transformation und Nutzung des städtischen Erbes, indem er das städtische Kulturerbe vorstellte und Berlin und Barcelona als Beispiele für eine vergleichende Analyse heranzog.

Am 7. November hielten chinesische und ausländische Wissenschaftler zwei Panels zu den Themen "Dialog über die Stadtentwicklungsstrategien in Beijing und Shanghai" und "Aufbau und Entwicklung der Hauptstadt in der Nachkriegszeit und kultureller Austausch mit anderen Ländern" ab. Prof. Zhang Jianhua, Dr. Katja Levy, Regina Bäck, Prof. Meng Hong und viele andere chinesische und ausländische Experten erörterten die Themen eingehend. Am Ende des Forums waren sich die teilnehmenden Wissenschaftler einig, dass die Konferenz von großer Bedeutung ist, um die Modernisierung des Regierungssystems und der Leistungsfähigkeit der Hauptstadt weiter voranzutreiben, zur nachhaltigen Entwicklung der städtischen Kultur der Hauptstadt beizutragen und eine Brücke für freundschaftliche Kommunikation und Gedankenaustausch zwischen China und dem Ausland zu bauen.

Ansprechpartner

Johann C. Fuhrmann

Johann C

Leiter des Auslandsbüros China - Peking

johann.fuhrmann@kas.de +976 11 31 91 35