Der demografische Wandel entwickelt sich zu einer großen Herausforderung für die chinesische Gesellschaft. Das gemeinsame Projekt „Intergenerational Co-Creation in Action“ zwischen dem KAS-Büro Shanghai und der New York University Shanghai machte deutlich, wie die bewusste Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen gesellschaftliche Resilienz stärken kann. Die Veranstaltung ist Teil einer langjährigen Zusammenarbeit mit Prof. Yuan Yanyue von der NYU Shanghai zum Thema generationsübergreifendes Lernen.
Der Workshop stellte das gemeinsame, aktive Gestalten der Teilnehmenden in den Mittelpunkt. Mit Vertretern aus Sozialunternehmen, von Stiftungen, aus Kunst &Kultur, aus den Wissenschaften und teilnehmenden Unternehmern wurde ein breites Spektrum an Akteuren zusammengebracht. Die persönlichen Geschichten einzelner Teilnehmer und deren sozialer Kontext wurden in Form von kurzen Aufführungen eines Improvisationstheaters veranschaulicht. Es zeigte sich, dass tiefgreifendes Lernen besonders dann möglich ist, wenn man sich auf die Perspektive eines Gegenübers einlässt.
In gemischten Gruppen arbeiteten die Beteiligten intensiv daran, die Lebensgeschichte ihres Gegenübers aus eigener Betrachtung kreativ darzustellen.
Diese Form des Storytellings ermöglichte es, Einblicke in ein fremdes Leben neu zu gewinnen und zu interpretieren und regte dazu an, gewohnte Denkweisen zu hinterfragen.
Das „kreative Zusammenwirken“ der Gruppen wurde im symbolischen Austausch persönlicher Kleidungsstücke sowie in der Darstellung verschiedener Mottos und prägender Modeepochen sichtbar. In diesem Prozess verschmolzen die kreativen Ansätze und Erfahrungswerte der Generationen direkt miteinander. Es wurde deutlich, wie stark die Denkweisen von Jung und Alt ineinandergreifen können, wenn Raum für Ko-Kreation geschaffen wird.
Insgesamt zeigte sich, dass es auf das Zusammenspiel aus zwei Faktoren ankommt: Dem Austausch zwischen den Generationen und dem Teilen von Erfahrungen. Beide sind zentrale Voraussetzungen für die Herausbildung gesellschaftlicher Resilienz. Der Workshop machte zudem deutlich, dass gerade in Zeiten von Unsicherheit und Krisen neue Formen des Zusammenhalts und die Bereitschaft, diese aktiv zu gestalten, immer wichtiger werden.
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