Veranstaltungsberichte

Historische Relikte und historisches Gedächtnis im Kontext der deutsch-chinesischen Beziehungen

Vom 22. bis 23. Oktober 2021 fand in Jinan eine internationale Konferenz zum Thema "Historische Relikte und historisches Gedächtnis im Kontext der deutsch-chinesischen Beziehungen" statt, die gemeinsam von dem Pekinger Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Fakultät für Geschichte und Kultur der Universität Shandong organisiert wurde.

Während der zweitägigen Konferenz nahmen mehr als 60 Experten und Wissenschaftler aus mehr als 30 Universitäten, Forschungseinrichtungen und Museen (z.B. Experten und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, der Goethe-Universität Frankfurt, des Facts & Files Historischen Forschungsinstituts Berlin, des Deutschen Forschungszentrums für Kulturgutverluste, der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, der Peking Universität, der Renmin Universität China, der Beijing Normal Universität, der Fudan Universität, der Nanjing Universität, der Shandong Universität, der Qingdao Universität, des Qingdao Instituts für Sozialwissenschaften, des Qingdao Stadtarchivs, des Museums des Ersten Weltkriegs in Qingdao usw.) online bzw. offline an der Konferenz teil.

Bei der Eröffnungszeremonie am 22. Oktober hielten Prof. Wang Qilong, Vizepräsident der Universität Shandong, Johann Fuhrmann, Leiter des Pekinger Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Mechthild Leutner von der Freien Universität Berlin, Professor Xu Lan von der Pädagogische Universität der Hauptstadt Peking und Professor Han Cunyao von der Nanjing Universität Reden, in denen sie die Bedeutung des akademischen Austauschs betonten. Es ist von großem wissenschaftlichem Wert und praktischer Bedeutung, die Geschichte der deutsch-chinesischen Beziehungen aus der Perspektive historischer Relikte und des historischen Gedächtnisses zu untersuchen und die Erforschung und Erhaltung historischer Relikte im Zusammenhang mit dem deutsch-chinesischen Kulturaustausch aktiv voranzutreiben, um eine langfristige und stabile Plattform für den deutsch-chinesischen Dialog zu schaffen und den Raum für den zukünftigen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen Deutschland und China zu erweitern.

In den anschließenden Hauptforum- und Panelsvorträgen tauschten sich chinesische und deutsche Wissenschaftler aus und diskutierten über die spezifischen Themen wie „Der Forschungswert und die Bedeutung von historischen Relikten", "Theorie und Praxis des historischen Gedächtnisses", "Entwicklung der deutsch-chinesischen Beziehungen in der Neuzeit", "Deutsches historisches und kulturelles Erbe in China", "Geschichte und aktueller Stand der chinesischen Kulturrelikte in deutschen Sammlungen", "Deutsch-chinesische kulturelle Zusammenarbeit und Austausch", und "Globalisierung und Globalgeschichte in Forschung und Unterricht“.

Zum Beispiel, im Panel "Der Forschungswert und die Bedeutung von historischen Relikten" analysierten Wissenschaftler die Grundzüge der modernen deutsch-chinesischen Beziehungen aus der Perspektive chinesischer und deutscher Archivalien; interpretierten die Lebensbedingungen jüdischer Flüchtlinge in Shanghai während des Nationalsozialismus aus einer Mikro-Perspektive; und zogen historische Ereignisse wie die Gründung der Deutsch-Asiatischen Bank in Shanghai im Jahr 1889 und das Freihafensystem während der deutschen Besetzung von Qingdao heran, um die strategische Bedeutung des "Eurasischen Kontinentalraums" zu untersuchen.

Im Panel "Geschichte und aktueller Stand der chinesischen Kulturrelikte in deutschen Sammlungen" diskutierten die Wissenschaftler die Aktivitäten der deutschen Königlichen Tulufan-Expedition in Xinjiang zwischen 1902 und 1914 und die Plünderung chinesischer Kulturrelikte; erklärten die aktuellen Grundsätze der deutschen Museen im Umgang mit ihren Auslandssammlungen; beleuchteten die unterschiedlichen Bedeutungen der Migration von Kulturwerken; und präsentierten die vorläufigen Ergebnisse der Provenienzforschung der chinesischen Objekten in den Sammlungen von vier Museen in Ostfriesland.

Im Panel "Deutsches historisches und kulturelles Erbe in China" machten die Wissenschaftler Vorschläge, wie das frühe deutsche historische und kulturelle Erbe in Qingdao erhalten und genutzt werden kann; stellten die Entwicklung dreier Freizeitsportarten in Qingdao in den letzten 100 Jahren vor: Meeresbaden, Pferderennen und Segeln; zeigten die von Wilhlem Matzat, Professor für Historische Geographie an der Universität Bonn, eingerichtete Website mit dem Namen Qingdao und den dort veröffentlichten Biografien deutscher Auswanderer auf; erörterten das Schicksal der von Japan nach der Schlacht von Qingdao erbeuteten Bücher und warfen eine Reihe von Fragen für die weitere Forschung auf.

Nach der zweitägigen Konferenz waren sich sowohl deutsche als auch chinesische Wissenschaftler einig, dass die Konferenz eine sehr gute Gelegenheit für den akademischen Austausch zwischen beiden Seiten geschaffen hat. Die Zusammenarbeit soll dazu beitragen, eine langfristige und stabile Kommunikation zwischen deutschen und chinesischen Wissenschaftlern aufzubauen und zu stärken, die Erforschung der Geschichte der deutsch-chinesischen Beziehungen zu vertiefen und die deutsch-chinesischen freundschaftlichen Beziehungen weiter zu festigen und zu fördern.