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Veranstaltungsberichte

Politische Treffen und Expertengespräche mit Polizeidirektor Christian Matzdorf

von Pankaj Madan, Deepica Sachdeva

Aktuelle Herausforderungen in der Kriminalistik und Forensik

Vom 09. bis 12. Juli 2017 besuchte Christian Matzdorf, Polizeidirektor und Dozent für Kriminalistik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR), Indien für Expertengespräche und politische Treffen mit dem thematischen Schwerpunkt „Aktuelle Herausforderungen in der Kriminalistik und Forensik“.

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Das umfangreiche Dialogprogramm wurde vom Institut für Verteidigungsstudien und Analysen (IDSA), dem Forum für Strategische Initiativen (FSI) und der Indischen Polizeistiftung (IPF) in Partnerschaft mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) organisiert.

Bei seinem ersten Treffen im IDSA waren mehrere prominente Redner wie Sanjeev K. Singh, Additional DG Operations aus Madhya Pradesh, zugegen. Bei der Diskussion betonte Matzdorf die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung klassischer Ermittlungsmethoden in der Terrorismusbekämpfung, indem mehr Personal, neue Methoden und finanzielle Mittel eingesetzt werden. Weiterhin wurden in Frage-und-Antwort-Runden Trends in der Kriminalität, die Zusammenarbeit mit Sicherheitspartnern und eine effiziente Nutzung von verfügbaren Ressourcen diskutiert. Er führte weiter aus, dass die Komptabilität zwischen Rechtssystem und Technologie wichtig sei, um mit Verbrechen auf kommunaler, regionaler und internationaler Ebene umzugehen. Diese Herausforderung gelten für alle Länder und es bestehe noch viel Arbeit beim Ausbau der Kooperation.

Während des Treffens mit Lordship Madan Bhimarao Lokur, Richter am Obersten Gerichtshof von Indien, wurde das Problem von Gruppengewalt und Methoden um dieser zu begegnen diskutiert.

Beim Forum für strategische Initiativen (FSI) traf Matzdorf ebenfalls wieder auf prominente Experten. Maj. Gen. Dipankar Banerjee (Retd.), führender Terrorismusbekämpfungsexperte sowie Berater der Vereinten Nationen und zahlreicher anderer Organisationen, nahm zusammen mit Balmiki Prasad Singh, ehemaliger Gouverneur von Sikkim und ehemaliger Innenminister Indiens, Ved Marwah, ehemaliger Police Commissioner von Delhi, Direktor der National Security Guards und ehemaliger Gouverneur von Manipur, Mizoram und Jharkhand, sowie KC Singh, ehemaliger Botschafter im Iran, ehemaliger Sekretär im Außenministerium zuständig für Terrorismusbekämpfung und offizieller Sprecher der Regierung von Indien, an der Diskussion teil. Des Weiteren nahmen Lt. Gen. Gurmit Singh (Retd.), ehemaliger stellvertretender Chef der indischen Armee und Corps Commander für Kaschmir, sowie Brig. Arun Sahgal, Direktor des FSI und angesehener Strategieexperte, an der Veranstaltung teil.

Nachdem General Banerjee in seiner Funktion als Vorsitzender jeden begrüßt hatte, lenkte Matzdorf die Aufmerksamkeit auf die wachsende Herausforderung des Terrorismus in der Welt. Er betonte die Notwendigkeit, neue Perspektiven und Analysen für die Forensik zu entwickeln. Er sagte, dass es notwendig sei, auf der Grundlage der verfügbaren finanziellen, personellen und technischen Ressourcen zu planen und Entscheidungen zu fällen. Ebenfalls betonte er, dass ein Wandel nötig sei, um alte Perspektiven zu verändern und sie an neue Herausforderungen anzupassen.

Balmiki Prasad Singh drückte erneut die Notwendigkeit der Durchsetzung von Frieden aus, um gegen den Terror bestehen zu können, zusammen mit Rechts- und Technologieregeln, welche durch Bildung umgesetzt werden sollten. Der ehemaliger Gouverneur Ved Marwah sagte auch, dass spezielle Gesetze erlassen werden sollten, um den Terrorismus auf der gesamten Welt zu beseitigen.

Amb. K.C. Singh sagte, dass bestehende Gesetze durchgesetzt werden sollten, um mit unterschiedlichen Herausforderungen des Terrorismus, wie Einwanderer in Europa und indigene Bevölkerung in Indien, umzugehen. Gen. Gurmit Singh referierte wie Terror entsteht und wie damit umgegangen werden kann. Gen. Banerjee, der die Sitzung beendete, sagte das die aktuellen sozioökonomischen Probleme den Terrorismus gestärkt haben, dem entschieden ganzheitlich begegnet werden müsste. Weiter fügte B.P. Singh hinzu, dass dies durch einen interreligiösen Dialog verbessert werden könnte.

Bei seinem letzten Treffen mit der indischen Polizeistiftung diskutierte Matzdorf mit prominenten Experten zum Thema Internet und Kriminalität. Darunter waren N. Ramachandran, Präsident der indischen Polizeistiftung, Dr. Madan M Oberoi, Special Commissioner der Polizei, Raghu Raman, Präsident von Reliance Industries (RIL) und früherer CEO von National Intelligence Grid (NATGRID), und Arun Mohan Sukumar, Chef der Cyber Security und Internet Security Initiative der Observer Research Foundation (ORF). M. Ramachandran stellte das Panel vor und hieß die Dozenten und Teilnehmer willkommen zu der Diskussion. Er legte die Aufmerksamkeit vor allem auf die jüngste Arbeit der RAND Corporation „Radicalisation in the digital Era“, welche fünfzehn Arten von Terrorismus behandelt, wobei jede im Internet geplant und durchgeführt wird. Die Studie erläutere, erklärte Ramachandran, wie das Internet zu einem weitaus leistungsfähigeren Werkzeug bei der Verbreitung von Radikalisierung wird.

Matzdorf merkte dazu an, dass es unmöglich sei, das Internet und das Dark Net zu kontrollieren. Dabei betonte er die Schwierigkeiten, die mit dem Verständnis der vielen Netzwerke verbunden seien und welche Konsequenzen das für die Strafverfolgung hat. Er schloss seinen Vortrag, indem er auf die riesige Masse an Daten hinwies und die Notwendigkeit sie durch die Überprüfung, Filterung und die Anwendung moderner Werkzeuge der Datenanalyse zu verstehen. Es ist wichtig, sich der schnellen Veränderungen im Bereich des Cyber Space anzupassen und dass alle Länder zusammenzuarbeiten, ergänzte er.

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Peter Rimmele

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