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Präsidenten- und Parlamentswahlen in Kenia

Die wichtigsten und umfassendsten Wahlen seit der Unabhängigkeit vor 50 Jahren, fanden am 4. März in Kenia statt. Mit dieser Wahl führt Kenia die Dezentralisierung in 47 Bezirke ein und es wurden Gouverneure, Senatoren, Bezirksabgeordnete und Andere für diese neue Verwaltungsstruktur gewählt.

Im Mittelpunkt stand letzte Woche das Wahlzentrum in Nairobi, wo die Stimmen ausgezählt wurden, von denen einer der Bewerber um die Präsidentschaft mehr als 50% erhalten musste, um die tentativ geplante Stichwahl nächsten Monat zu umgehen.

Um die Glaubwürdigkeit des Wahlvorgangs sicherzustellen, hat die Wahlkommission (IEBC) eine Latte von Maßnahmen eingeführt.

Zum Beispiel folgende:

Wahlbeobachtungsgruppen

Örtliche Wahlbeobachtergruppen wurden gebildet;

Wahlbeobachter der Afrikanischen Union, der EU, der UN und anderen Ländern weltweit wurden eingeladen.

IEBC hatte 22.600 Wahlbeobachter verpflichtet, davon kamen ca. 10% von der internationalen Ebene.

Sensibilisierung der Parteiagenten

Zum ersten Mal wurden die wichtigsten Agenten der politischen Parteien von IEBC trainiert. Themen waren die Zeitabschnitte vor den Wahlen, während den Wahlen und danach, um sicherzustellen, dass alle mitwirkenden Agenten effektiv am Wahlprozess teilnehmen.

Wahlen

Hohe Wahlbeteiligung wurde von allen Wahlstationen berichtet, friedliche und ordentliche Beteiligung in den Wahlstationen. Die IEBC Angestellten führten ihren Job professionell aus. Die Wahlstationen waren gut gekennzeichnet, demarkiert und für Wähler, Agenten und Beobachter gut erreichbar.

Die Wähler waren friedlich und warteten geduldig in der Schlange, bis sie an der Reihe waren ihre Stimmen abzugeben.

Die Wahlkommission hatte transparente Wahlurnen bereitgestellt – eine deutliche Änderung zu den schwarzen Urnen, die 2007 verwendet wurden.

Herausforderung für alle Beteiligten war das technische Versagen der Wähleridentifizierung, da die Wahlhelfer auf die manuelle Identifizierung aller Wähler zurückgreifen mussten. Durcheinander gab es in einigen Wahlstationen dabei durch die unterschiedliche alphabetische Sortierung der Namen.

Zählung der Stimmen in den Wahlstationen

Das Auszählen der Stimmen wurde, wie im Gesetz festgelegt, in den einzelnen Wahlstationen vorgenommen. Die Ergebnisse wurden in offiziellen Formularen festgehalten, von den Wahlhelfern unterzeichnet und sichtbar ausgehängt. IEBC stellte außerdem manipulationsgeschützte Umschläge zur Lagerung von wichtigen Unterlagen zur Verfügung.

Elektronische Übertragung der Wahlergebnisse

Alle IEBC Wahlhelfer bekamen Handys die speziell zur Datenübertragung der Wahlergebnisse konfiguriert waren. Die Telefone waren so programmiert, dass die Ergebnisse in einer festgelegten Reihenfolge, beginnenden mit den Stimmen für den Präsidenten, übermittelt wurden.

Die Auszählung der Stimmen in den meisten Wahlstationen geschah in annehmbarer Zeit, nur die Übermittlung der Daten stellte dann ein Problem dar. Das zusammenbrechende elektronische Netzwerk verursachte unannehmbare Zeitverluste.

Da diese technischen Pannen von der Wahlkommission nicht zeitnah veröffentlicht wurden, führte es zur unnötigen Verängstigung der Öffentlichkeit.

Landesweite Stimmauszählung

Von der Wahlkommission waren Parteivertreter, Beobachter und die Medien eingeladen dem Auszählen der Stimmen beizuwohnen.

Um eine Wiederholung der Verdächtigungen und Streitereien bei der landesweiten Stimmauszählung wie bei den Wahlen 2007 zu vermeiden, versuchten die politischen Parteien sicherzustellen, dass alle Ergebnisse, die von den aus den Wahlkreisen zurückkehrenden Wahlhelfern veröffentlicht wurden, mit denen der landesweiten Auszählung übereinstimmt.