An dieser Diskussion nahmen zahlreiche angesehene Akademiker teil und hielten Voträge zu den Vorbereitungen und erreichten Fortschritten über die Direktwahlen der Abgeordneten des Andenparlaments in Kolumbien. Des Weiteren waren zu der Veranstaltung mehrere Abgeordnete des Andenparlaments, Beamte der Wahlbehörde der andinen Subregion, Regierungsbeamte und Nichtregierungsorganisationen geladen.
Während der Eröffnung des Seminars äußerten sich drei Experten – Prof. Dr. Stefan Jost (Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kolumbien), Juan Pablo Cepero (Präsident der Nationalen Wahlbehörde Kolumbiens) und Rubén Vélez Núñez (Generalsekretär des Andenparlaments und Direktor der IDL) - zu den aktuellen Verfahrensregeln für die Wahl der fünf kolumbianischen Abgeordneten des Andenparlaments, den Problemen und Herausforderungen der lateinamerikanischen Integration und Vorschlägen zur Vertiefung der Integration.
Unter den genannten Vorschlägen und Anregungen sind vor allem die Schaffung eines stukturierten Institutionengefüges mit klar definierten Kompetenzen, die Definition der Aufgaben des Andenparlaments, die Förderung eines durch Direktwahlen legitimierten Parlaments, die Einführung eines einheitlichen Wahlsystems für die Bestimmung der Abgeordneten des Andenparlaments und die Stärkung der Rolle der politischen Parteien, zu nennen. Im Anschluss daran legten mehrere Panelisten ihre globalen Konzepte in Bezug auf den andinen Integrationsprozess dar.
Dr. Dieter Nohlen, Profesor der Universität Heidelberg, referierte zu Wahlsystemen in Integrationsprozessen und unterstrich die Nützlichkeit der Betrachtung des Europäischen Parlaments, welches als Modell für das Andenparlament dienen könne. Nach der Aufzählung einiger Charakteristika des europäischen Integrationsprozesses, hob Dr. Nohlen die Ähnlichkeiten und Unterschiede des Kontextes der Andenregion hervor und betonte, dass die Länder der Andenregion vom europäischen Integrationsprozess lernen können.
Juan Fernando Jaramillo (Ehemaliger stellvertretender Richter des Verfassungsgerichts) legte in seinem Vortrag die methodologischen Aspekte der Direktwahlen der Abgeordneten des Andenparlaments in Kolumbien dar und sprach über die Fortschritte und Perspektiven des Urteils C-502 von 2007 angesichts der internationalen Kompromisse, die Kolumbien mit der CAN erlangt hat.
Carlos Ariel Sánchez, Funktionär der Registraduría Nacional de la Nación(Einwohnermeldebehörde Kolumbiens)konzentrierte sich auf die historische Entwicklung der regionalen Integration Kolumbiens und die Beschreibung des juristischen Rahmens, welcher die Wahl der Abgeordneten des Andenparlaments reguliert. Des Weiteren hob Herr Sánchez die wichtigsten Regeln für die erste Direktwahl im März 2010 hervor, wie beispielsweise Regeln zum Wahlrecht und zu den Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um sich Abgeordneter zur Wahl zu stellen.