Dazu waren folgende Experten eingeladen:
Normán Loayza, Wirtschaftsexperte der Weltbank, der die These vertrat, dass der Kampf gegen Drogenanbau und –handel erfolglos war und zusätzlich noch negative Folgen für die produzierenden Länder mit sich brachte. Die Produktion sei angestiegen oder, je nach Produkt, zumindest gleich geblieben, obwohl noch nie so viele und so teure Massnahmen eingesetzt wurden.
Das resultiere vor allem aus der grossen Flexibilität mit der die Drogenanbauer sich an die neuen Umstände und die polizeilichen Massnahmen, wie die Zerstörung der Anbauflächen und Unterbrechung der Versorgung, angepasst haben.
Loayza meinte, dass das Verbot negative Auswirkungen für die Entwicklungsländer habe, wie z.B. hohe finanzielle und personelle Kosten, Nachteile für die öffentliche Gesundheit, die Weitergabe der Gewinne von den Anbauern an die Händler und das Aufkommen des organisierten Verbrechens“ sowie die Verbindung der Drogenhändler mit den illegalen, bewaffneten Gruppierungen gegen den Staat, damit Guerrilla und Paramilitärs den Schutz der Anbauflächen, die Verarbeitung und den Transport organisieren.
Loayza kam zu dem Schluss, dass die direkte Konfrontation aufrecht erhalten, aber darüber hinaus ein „multidimensionaler“ Kampf aller Akteure geführt werden müsse auch auf internationaler Ebene.
Daniel Mejía, Professor der Universidad de Los Andes, stellte seine Untersuchung vor, die er mit einem seiner Studenten durchgeführt hat, mit dem Titel „Der Krieg gegen Drogenproduktion und –handel: Eine wirtschaftliche Evaluierung des Plan Colombia“. Darin bestätigt er, dass die Ineffizienz des Planes vor allem darauf beruht, dass sich die kolumbianischen Autoritäten nicht mit den US-amerikanischen über die Ziele des Plans einig sind.
Trotz der grossen Investition auf militärischer Ebene konnte weder die Menge des produzierten Kokains vermindert noch sein Preis gesenkt werden, da der Anbau, laut Untersuchungen von UNODC und ONDCP, produktiver gestaltet werden konnte, was den Ertrag pro Hektar betrifft.
Abschliessend könne gesagt werden, dass die Vernichtung von Anbauflächen, d.h. der Kampf gegen die Produktion der falsche Weg sei, es müsse viel mehr auf den Kampf gegen den Handel gesetzt werden.
Juan Carlos Pinzón, Vize-Verteidigungsminister und zuständig für die nationale Sicherheit, teilte den Plan in drei Teile auf: Erstens die internationale Zusammenarbeit. Er betonte, dass trotz grösserer Investitionen im sozialen Bereich und in der Justiz, immer noch der grösste Teil des Haushalts in die nationale Sicherheit läuft. Der zweite Punkt bezieht sich auf das Verhältnis zwischen der Politk der demokratischen Sicherheit und dem Kampf gegen Drogenhandel und Terrorismus. Daher soll die Präsens des Staates vor allem in dem Gebiet gestärkt werden, das 55% des Landes umfasst, wo aber nur 6% der Bevölkerung leben und das sich zu einer Festung von terroristischen Gruppen und Drogenhändlern entwickelt hat. Drittens äusserte er sich zur Zukunft des Plan Colombia und den Beziehungen zu den USA, womit die technische Zusammenarbeit gestärkt werden soll, um die Streitkräfte noch mehr zu modernisieren.
Darüber hinaus machte er einige Ausführungen über die Orientierung der öffentlichen Sicherheitspolitik und bemerkte, dass eine Legalisierung der Drogen keine Verbesserungen bringen würde, da der organisierte Drogenhandel bereits tiefe Wurzeln im Lande geschlagen hat. Er erwähnte, dass im Jahr 2006 der Kampf gegen die Produktion den Umständen angepasst wurde als Reaktion auf die neuen Strategien der Händler, den kolumbianischen Behörden aus dem Weg gehen.
Alfredo Rangel, Direktor der Fundación Seguridad y Democracia, betonte dass die Entwicklung des Plan Colombia über die Antidrogen-Achse hinausgeht. Rangel hob auch die Erfolge der Regierung bei der Zerschlagung der bewaffneten illegalen Gruppierungen hervor und meinte, dass der Staat weiter gestärkt werden, das Gesetz mehr Macht bekommen und die Justiz stärker durchgreifen müsste.