Seit der Regierung von Andrés Pastrana ist die Palmölindustrie eine der Hauptmotoren der landwirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Heutzutage zählt das Palmöl zu den Produkten der Exportagenda, die die Grundlage für die wirtschaftliche Öffnung des Landes und die Etablierung in neuen Märkten darstellt. Die Derivate der Palmölfrucht können nicht nur die Binnennachfrage nach Fetten und Ölen stillen, sondern lassen auch zusätzlichen Freiraum für Exporte.
Vor nicht allzulanger Zeit hat die Regierung von Álvaro Uribe als einer der kolumbianischen Agrarstrategien die Produktion von pflanzlichen Energieträgern festgelegt; erst etanolbasierter Zuckerrohr und dann Biodiesel, das aus Palmöl gewonnen wird. Zugleich sind aufgrund der sozialen und umweltrelevanten Effekte sowohl im internationalen als auch im nationalen Kontext die kritischen Stimmen um die Palmölindustrie lauter geworden.
Vor diesem Hintergrund hat Indepaz im Rahmen eine Arbeitsgruppe geschaffen, um die Palmölindustrie mit all seinen politischen, sozialen, ökonomischen und umweltrelevanten Nebenwirkungen zu untersuchen. Das Ergebnis dieser Arbeit ist im KASPaper Nr. 2 zu finden.
Das Dokument besteht aus vier Teilen. Der erste stellt die Public Policies der Palmöindustrie und Agrarbrennstoffe vor, die in den Conpes-Dokumenten enthalten waren. Der zweite geht kurz auf den Ölfrucht- und Agrardieselsektor ein. Im Anschluss werden die Grundsätze der Round Table for Sustainable Palm Oil und die Round Table on Sustainable Biofuel – RSOP bzw. RSB – erklärt, um mit einer kurzen Analyse von einigen Problematiken bezüglich der Verbreitung des Palmöls aus Sicht der erläuterten Prinzipien abzuschließen.