Vor diesem Hintergrund fand in Zagreb das Regionale Entwicklungsforum 2026 – „Investitionen im Fokus“ statt, organisiert vom Verein der kroatischen Gespanschaften (CCA) und dem KAS-Auslandsbüro Kroatien-Slowenien mit Unterstützung des Wirtschaftsmagazins Lider. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Finanzsektor und Wirtschaft diskutierten Wege zur Beschleunigung von Investitionen und zur nachhaltigen regionalen Entwicklung.
Eröffnet wurde das Forum vom CCA-Präsidenten und Gespan, Dr. Danijel Marušić und dem Direktor des KAS-Auslandsbüros Kroatien-Slowenien, Dr. Norbert Eschborn. Marušić verwies auf die erfolgreiche Nutzung von EU-Mitteln und zusätzliche Chancen durch den Nationalen Aufbau- und Resilienzplan, während Dr. Eschborn die enge Abstimmung zwischen nationaler und lokaler Ebene als Schlüssel für nachhaltige Investitionspolitik hervorhob.
Ein Schwerpunkt lag auf der Wohnungspolitik. Laut Staatssekretär Željko Uhlir fehlen in Kroatien über 236.000 Wohneinheiten; das durchschnittliche Auszugsalter junger Menschen aus der elterlichen Wohnung liegt bei 31,8 Jahren, die Überbelegungsquote bei 34,4 Prozent. Der 2025 verabschiedete Wohnungsbauplan bis 2030 sieht 20.200 leistbare Wohnungen vor – unter anderem durch die Aktivierung leerstehender Objekte, Genossenschaftsmodelle und Neubauprogramme. Das geplante Gesetz über leistbaren Wohnraum reicht von vergünstigtem Bau und Verkauf bis zu Mietmodellen und Zuschüssen und versteht Wohnungspolitik ausdrücklich als Investitionsmotor mit gesamtwirtschaftlichen Effekten.
Beim Infrastrukturpanel wurden regionale Projekte vorgestellt, darunter die Fertigstellung der Autobahn bis Dubrovnik, der Ausbau der Hafeninfrastruktur und der Bau eines Damms an der Neretva in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva sowie die Fertigstellung des Wellenbrechers in Pula und die geplante Weiterentwicklung der Autobahn, des „Istrischen Y“ zu einem „X“ durch die Verbindung Žminj–Labin bis 2030 in der Gespanschaft Istrien. Zudem wurde betont, dass Investitionen in Gesundheit und Bildung die langfristige Attraktivität der Regionen erhöhen.
Die Kroatische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung stellte dem öffentlichen Sektor in den vergangenen fünf Jahren Kredite in Höhe von 800 Millionen Euro zur Verfügung, davon die Hälfte in den Jahren 2024 und 2025. Allerdings verlangsamen die hohen Baukosten die Umsetzung vieler Projekte. Der Rat ausländischer Investoren hob die zunehmende internationale Sichtbarkeit Kroatiens hervor, insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Tourismus und Infrastruktur.
Abschließend wurde betont, dass Gespanschaften als „One-Stop-Shop“ für Investoren agieren und gemeinsam mit einem stabilen Rechtsrahmen die Partnerschaft zwischen öffentlichem und privatem Sektor stärken sollten.