Der erste Programmpunkt mit dem Titel „Three Countries – One Political Space“ wurde von Tea Jerković, der ersten stellv. Vorsitzenden der YEPP, moderiert. Die Teilnehmer stellten ihre politischen Jugendorganisationen vor, sprachen über die Herausforderungen in ihren jeweiligen Ländern und diskutierten Möglichkeiten einer trilateralen Zusammenarbeit.
Ein zentraler Programmpunkt war die Diskussion „From Disagreement to Cooperation: Croatia and Slovenia as a Case Study in Political Responsibility“. Daran nahmen der kroatische Außenminister, Gordan Grlić Radman, und sein slowenischer Amtskollege, Tone Kajzer, teil. Moderiert wurde das Gespräch von Alexander Beribes, Länderreferent für den Westbalkan und Südosteuropa der Konrad-Adenauer-Stiftung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie bilaterale Differenzen überwunden und strategische Partnerschaften auf der Grundlage von Dialog, gegenseitigem Respekt und Kompromissbereitschaft gestärkt werden können. Grlić Radman unterstrich die Bedeutung des Vertrauensaufbaus, der regionalen Zusammenarbeit und der kroatischen Unterstützung für den EU-Beitritt Montenegros. Dabei hob er insbesondere die Notwendigkeit von Reformen, Rechtsstaatlichkeit und gutnachbarschaftlichen Beziehungen hervor. Kajzer betonte, dass die EU-Erweiterung entscheidend für die Sicherheit, Stabilität und den Wohlstand Europas sei, und verwies auf die Bedeutung der Einbindung junger Menschen in die Gestaltung der europäischen Zukunft.
Der europäische Weg Montenegros stand im Mittelpunkt des Panels „From Accession Negotiations to Public Ownership: How to Explain Europe at Home“. Zu den Teilnehmern gehörten die slowenische Kulturministerin Dr. Ignacija Fridl Jarc, Gordan Stojović, Abgeordneter des montenegrinischen Parlaments und internationaler Sekretär der PES, sowie Karlo Ressler (EVP/HDZ), Mitglied des Europäischen Parlaments. Im Gespräch ging es darum, den Bürgerinnen und Bürgern den europäischen Integrationsprozess näherzubringen, die Bedeutung notwendiger Reformen verständlich zu vermitteln und die öffentliche Unterstützung für den EU-Beitritt aufrechtzuerhalten. Ressler hob die europäische Perspektive Südosteuropas sowie die Bedeutung der kroatischen und slowenischen Erfahrungen für den weiteren Erweiterungsprozess hervor. Da Kroatien und Slowenien bereits auf beiden Seiten des Verhandlungstisches gesessen hätten, wüssten sie, wie langwierig und anspruchsvoll ein EU-Beitritt sein könne, aber auch, welche tiefgreifenden Veränderungen er bewirken könne. Stojović betonte, dass Montenegros Fortschritte auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft sowohl die Unterstützung der Bevölkerung als auch starke politische Bündnisse voraussetzten. Dabei hob er insbesondere die Bedeutung der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Volkspartei (EVP) für die Unterstützung des montenegrinischen Beitritts hervor. Die Diskussion verdeutlichte, dass ein erfolgreicher Beitrittsprozess glaubwürdige Reformen, politische Stabilität und eine klare Kommunikation der Vorteile einer EU-Mitgliedschaft erfordert. Sollten wir nicht auch Resslers Äußerungen berichten?
In der Diskussion „The Centre Right as a Force of Responsibility in a Fragmented Europe“ erörterten Davor Ivo Stier, Mitglied des Europäischen Parlaments (EVP/HDZ), und Jovan Subotić, montenegrinischer Abgeordneter (EVP/PES), unter der Moderation von Jakov Devčić, Leiter des KAS-Auslandsbüros Serbien-Montenegro, die Verantwortung der politischen Mitte-rechts-Parteien bei der Wahrung demokratischer Standards, der Sicherstellung eines am Gemeinwohl orientierten institutionellen Handelns und der Bewältigung zunehmender politischer Polarisierung. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Zukunft Europas und den Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen auf den Kontinent.
Daran schloss sich ein Programmschwerpunkt zu demokratischer Resilienz sowie zur Abwehr hybrider Bedrohungen und Desinformation an. Über diese Herausforderungen diskutierten die Sicherheitsexperten Gordan Akrap und Iztok Podbregar gemeinsam mit dem montenegrinischen Abgeordneten Tonći Janović. Im Rahmen einer Krisensimulation, bei der eine Desinformationskampagne den europäischen Weg Montenegros gefährdete, setzten sich die Teilnehmer mit der Überprüfung von Informationen, der Bedeutung verantwortungsvoller öffentlicher Kommunikation und den Möglichkeiten parteiübergreifender Zusammenarbeit zum Schutz gemeinsamer strategischer Interessen auseinander. Die Übung verdeutlichte, wie wichtig verlässliche Informationen, widerstandsfähige Institutionen und verantwortungsvolles politisches Handeln für den Schutz demokratischer Werte sind.
Der letzte Seminartag war der Weiterentwicklung politischer und kommunikativer Kompetenzen sowie der Gestaltung künftiger Kooperationsformate gewidmet. In Workshops zu öffentlichem Auftreten und einer simulierten Parlamentsdebatte trainierten die Teilnehmer ihre Argumentationsfähigkeit, die Formulierung klarer politischer Botschaften und den Umgang mit anspruchsvollen Fragen. Žiga Ciglarić, Tea Jerković, Željko Romić und Iva Radunović, Vertreter der Jugendorganisationen der politischen Parteien, tauschten sich über politische Bildung, die Förderung einer neuen Generation politischer Führungskräfte und die stärkere Einbindung junger Menschen in die Gestaltung öffentlicher Politik aus. Im Gespräch „Youth Wings as Schools of Leadership – Recruitment, Renewal and Responsibility“ wurde insbesondere hervorgehoben, wie wichtig es ist, das politische Engagement junger Menschen zu fördern, ihre Führungskompetenzen auszubauen und ihnen Möglichkeiten zu eröffnen, Verantwortung im politischen Leben zu übernehmen.
Das abschließende Gespräch „Trilateral Youth Cooperation Agenda: From Seminar to Permanent Exchange“ widmete sich konkreten Perspektiven für die Fortsetzung der Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt standen regelmäßige Treffen, politische Bildungsangebote, die Weiterentwicklung kommunikativer Kompetenzen und gemeinsame Aktivitäten im Zusammenhang mit der Erweiterung der Europäischen Union.
Mit Blick auf die nächsten Schritte betonten Jakov Devčić und Dr. Norbert Eschborn die Bedeutung grenzüberschreitender und parteiübergreifender Zusammenarbeit, des Aufbaus politischer Netzwerke und eines besseren gegenseitigen Verständnisses. Dies sei insbesondere angesichts der politischen Herausforderungen in den Beziehungen zwischen Kroatien und Montenegro von Bedeutung. Beide hoben hervor, dass junge Menschen in den drei Ländern vor ähnlichen Herausforderungen stünden und der Dialog daher auch über das Seminar hinaus fortgeführt werden müsse. Die Fortsetzung des Formats im kommenden Jahr wurde ebenfalls angekündigt. Dadurch sollen die Teilnehmer ihre Erfahrungen weiterhin austauschen, gemeinsame Initiativen entwickeln und langfristig vertrauensvolle Beziehungen aufbauen können.
Das Seminar „Young Voices in Politics: From Neighbors to Partners“ unterstrich, dass die Vernetzung junger politischer Führungskräfte einen wichtigen Beitrag zu einer verantwortungsvollen Politik und stabilen regionalen Beziehungen leisten kann. Die Zusammenarbeit zwischen Kroatien, Slowenien und Montenegro eröffnet Möglichkeiten, Erfahrungen und Interessen stärker aufeinander abzustimmen und junge Menschen aktiv in europäische Integrationsprozesse und demokratische Entwicklungen einzubinden. Die langfristige Vernetzung der Jugendorganisationen von HDZ, SDS und PES ist damit eine Investition in eine neue Generation politischer Führungskräfte, die nationale Interessen mit gemeinsamen europäischen Zielen verbinden und zu einem friedlichen, stabilen und prosperierenden Europa beitragen kann.