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Online-Einschüchterung gegenüber Journalisten nehmen zu

von Stanislava Madoleva
BIRN-Jahresbericht über digitale Rechte - mit Unterstützung des KAS-Medienprogramms

Das Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) registrierte innerhalb eines Jahres ca. 800 Fälle von Verletzungen digitaler Rechte in acht Ländern Südosteuropas. Journalisten und Journalistinnen, insbesondere diejenigen, die sich mit investigativen und politischen Themen befassen, sind nach wie vor am stärksten Online-Angriffen ausgesetzt. Der diesjährige Bericht stellt fest, dass Hassreden weiterhin ein Problem in der Region sind, gefährdete Gruppen im Internet systematisch angegriffen werden und die Verbreitung von falschen Nachrichten deutlich zunimmt.

Die Ergebnisse des Berichts umfassen den Zeitraum von August 2020 bis August 2021 und erfassen Fälle von Verletzungen digitaler Rechte, die in acht Ländern Mittel- und Südosteuropas beobachtet wurden: Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Ungarn, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien und Serbien. Die zwei häufigsten Verstöße in diesem Jahr waren „Druck aufgrund Meinungsäußerungen und Aktivitäten im Internet“ sowie „Manipulation und Propaganda im digitalen Umfeld“. In 449 Fällen war die Meinungsfreiheit gefährdet, in 309 Fällen wurden Desinformation und Propaganda verbeitet. In 138 Fällen kam es zu Verstößen gegen die Informationssicherheit, während es in 109 Fällen zu Verletzungen der Privatsphäre und des Schutzes personenbezogener Daten kam. Laut Marija Ristic, Regionaldirektorin des Balkan Investigative Reporting Networks, zielt der Bericht darauf ab, Behörden, politische Entscheidungsträger und private Unternehmen zu motivieren, Maßnahmen zu ergreifen und sicherere Umgebungen im Internet zu schaffen.

Laden Sie die englische Vollversion des jährlichen BIRN-Berichts über digitale Rechte „Online Intimidation: Controlling the Narrative in the Balkans“ hier herunter.