Veranstaltungsberichte

Followers sind keine abstrakten Zahlen - sondern Menschen, für die wir als Journalisten arbeiten!

von Ivanina Georgieva

Adenauer Media Online Training zum Thema alternative Finanzierung von Medien

Besonders in der aktuellen Pandemie-Situation sind vor allem kleinere Medienunternehmen vor finanzielle Herausforderungen gestellt. Aber auch größere und etablierte Medien müssen kämpfen.

Klassische Finanzierungsmöglichkeiten verlieren durch das Internet und die immer weiter voranschreitende Digitalisierung an Bedeutung. Nutzer bevorzugen immer öfter digitale Inhalte. Diese Entwicklung wurde während der Covid-Pandemie noch sichtbarer. Medienunternehmen müssen sich schnell den Gegebenheiten anpassen und möglicherweise auf alternative Finanzierungsmodelle und Konzepte umsteigen.

Journalist und Medienexperte Norbert Sinkovic und Crowdfunding-Expertin Maja Ledjenac aus Serbien präsentierten im vierten Adenauer Media Online Training ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zum Thema „Crowdfunding und Community: Hin zur finanziellen Unabhängigkeit von Medien". Den Teilnehmern stellten sie unterschiedliche Modelle des Online-Fundraisings, deren Vor- und Nachteile sowie Anwendungsbereiche vor. Wobei die theoretischen Modelle jeweils mit bereits erfolgreichen lokalen und internationalen Fundraising-Kampagnen untermauert wurden.

Beide Trainer fokussierten darauf, dass alternative Medienfinanzierung ohne starke (Online)-Community kaum möglich sei: „Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Social-Media-Follower und der Social-Media Online-Community zu kennen. Follower sind in der Regel eine Anzahl an Nutzern, also ein Orientierungswert für die Reichweite und Bekanntheit eines Accounts. Sie sind jedoch nicht unbedingt aktive Nutzer, die bereit sind für Inhalte zu zahlen. Die Online-Community hingegen, das sind die aktiven Nutzer, die sich tatsächlich zu einer virtuellen Gemeinschaft zusammengeschlossen haben und in der Regel auch ein höheres Ziel verfolgen, sich von einem gemeinschaftlichen Vorgehen Vorteile versprechen - also auch bereit sind, für diese gute Sache zu zahlen.“

Beide Trainer unterstrichen dazu, dass man in diesem Sinne auch bedenken müsse, dass Qualität auch ihren Preis habe. Um qualitativ hochwertige Inhalte liefern zu können, müssen ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen. Oft sei es der Fall, dass Journalisten (besonders in kleineren unabhängigen Medien) nicht nur Inhalte liefern, sondern sich auch um die Ressourcen, die dafür aufgebracht werden müssen, kümmern – eine Herausforderung, der man zukünftig gut vorbereitet und mit innovativen Ideen begegnen müsse.