Der Workshop wurde von Hendrik Sittig, Leiter des KAS-Medienprogramms Südosteuropa, eröffnet. Er betonte, es sei wichtig neben Nachrichten - da wo es Zeit und Platz in den Medien hergeben - auch über Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme zu berichten. Er sei überzeugt, Konstruktiver Journalismus werde in Zukunft an Bedeutung gewinnen - auch in Südosteuropa. Daher freue es ihn sehr, dass die KAS dieses Thema hier in der Region erstmals bespreche.
In einer Vorstellungsrunde erklärten die Teilnehmer - erfahrene Journalisten aus Albanien, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Nordmazedonien, Moldau, Montenegro, Serbien und Rumänien - was sie unter dem Begriff des Konstruktiven Journalismus verstehen und welche Probleme sie bei dessen Umsetzung sehen. Zudem sprachen sie über die Herausforderungen der Medien in Südosteuropa, beispielsweise der politische Druck wie auch Angriffe auf Journalisten.
Cynara Vetch, Koordinatorin für internationale Projekte beim „Constructive Institute“, stellte ihre Organisation vor. Sie erläuterte, Konstruktiver Journalismus sei zukunftsorientierter Qualitätsjournalismus, der über wichtige gesellschaftspolitische Themen anhand von Fakten und Lösungen in einem sachlichen Ton berichtet. „Wenn wir ständig unter Stress stehen, haben wir keinen Raum mehr für neue kreative Denkweisen“, sagte sie. Dies gelte auch für die Medien. „Wenn die Berichterstattung nur negativ ist, dann möchten die Bürger auch keine Nachrichten mehr lesen und sehen.“
Die Teilnehmer führten die Diskussion fort, in dem sie viele Beispiele aus der politischen Berichterstattung gaben. Sie sind der Meinung, dass Politiker nicht konstruktiv seien, aber oft im Fokus der Berichterstattung stehen. Medien sollten daher mehr in Dialog mit konstruktiven politischen Entscheidungsträgern treten. Die Journalisten waren sich einig, dass es nicht um positive oder negative Aspekte der Nachrichten beim Ansatz des Konstruktiven Journalismus gehe, sondern um den Kontext und das Abbilden aller Seiten einer Thematik, damit die Rezipienten die Sachverhalte besser verstehen können. Die Trainer schlussfolgerten, dass gesunde Medien auch eine gesunde Gesellschaft bedeuten und dass neue Ansätze des Qualitätsjournalismus die Demokratie fördern könnten.
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