Veranstaltungsberichte

Master Class für investigative Journalisten der Balkanländer

von Christian Spahr, Darija Fabijanić
29 erfahrene Reporter vertiefen auf Einladung der KAS und des Mediennetzwerkes BIRN ihre Recherche-Kenntnisse

Ausgewählte investigative Journalisten aus 17 Ländern haben vom 21.-27. August im herzegowinischen Konjic eine internationale Master Class besucht. Im Rahmen der jährlichen BIRN-Sommerschule für Investigative Berichterstattung lernten sie die neuesten Trends des Datenjournalismus, spezielle Strategien zur Online-Recherche und Interviewtechniken. Zudem intensivierten sie die regionale Zusammenarbeit unter investigativen Reportern.

Das KAS-Medienprogramm Südosteuropa ist Mitveranstalter und wichtigster Partner von BIRN bei der Sommerschule. "Wenn investigativer Journalismus professionell und fair betrieben wird, fördert er Transparenz in Politik und Gesellschaft", so Medienprogramm-Leiter Christian Spahr. "Journalisten können so einen Beitrag dazu leisten, dass politisch Verantwortliche den Bürgern Rechenschaft ablegen, und demokratische Standards stärken."

Die von BIRN ausgewählten Trainer aus den USA, Großbritannien und Südosteuropa gehören traditionell zu den weltweit Besten ihres Fachs. Daher wird die Sommerschule auch von erfahrenen Reportern von außerhalb der Balkanregion besucht, die auf eigene Kosten teilnehmen. Dieses Jahr kamen so unter anderem Teilnehmer aus den USA, Großbritannien, Irland und Italien nach Bosnien-Herzegowina.

Nach der Einführung in professionelle und ethische Standards des investigativen Journalismus durch Seminarleiter Blake Morrison (Nachrichtenagentur Reuters) lernten die Gäste unter anderem, wie sich öffentlich zugängliche Datenbanken und Excel-Tabellen mit Wirtschaftsdaten am besten analysieren lassen, um etwa Hinweise auf Korruption zu finden. Crina Boroş vom Centre for Investigative Journalism (CIJ )in London führte die Teilnehmer in die Instrumente des Datenjournalismus ein.

Der Leiter der Investigativabteilung der britischen BBC, Paul Myers, brachte die Journalisten auf den neuesten Stand, wie sich Facebook und andere Social-Media-Plattformen für Personenrecherchen nutzen lassen. Durch das frei zugängliche Suchwerkzeug "Graph Search" von Facebook lassen sich unter anderem Hinweise auf mögliche geschäftliche Verbindungen oder Interessenkonflikte von Firmenchefs und Politikern finden.

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