Veranstaltungsberichte

Kinos in M-V

“Der letzte Vorhang” oder bessere Abspielförderung?

Transkription der Konferenz vom 07.05.2015 in Schwerin

Moderation: Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender AG Kino

Panel-Teilnehmer:

Dr. Anne Kellner, Leiterin Lichtspieltheater Wundervoll Rostock

Jens-Hagen Schwadt, Vorsitzender Landesverband Filmkommunikation MV e.V.

Frank Völkert, Stellvertretender Vorstand der Filmförderungsanstalt FFA aus Berlin

Michael Pawlowski, Geschäftsführer Filmpalast Capitol Schwerin

Reinhard Mach, Bürgermeister von Ludwigslust

Begrüßung Volker Kufahl: Ich begrüße Sie ganz herzlich im Publikum und unsere Gäste auf der Bühne. Es geht heute um „den letzten Vorhang“ in Mecklenburg Vorpommern der hoffentlich nicht fällt weil wir uns über eine bessere Abspielförderung in MV unterhalten wollen. Ich finde es toll, dass hier wieder ein ganz anderes Publikum sitzt als bei den anderen Panels. Das zeigt dass wir diese Panels zielgruppenspezifisch angesetzt haben. Ich möchte es kurz machen weil unser Moderator Dr. Christian Bräuer den ich hier ganz herzlich willkommen heiße seinen Zug zurück pünktlich bekommen muss. Wir möchten ja auch noch Vorschläge oder Anregungen aus dem Publikum hören. Ich möchte sagen das mir dieses Panel sehr wichtig ist und sehr am Herzen liegt, weil ich selbst Kinobetreiber bin und die Fördersysteme in anderen Bundesländern wie Niedersachsen und Baden-Württemberg hautnah erleben durfte und davon profitiert habe. In Mecklenburg-Vorpommern stellt sich die Situation ganz anders da und ich finde sie ist sehr verbesserungswürdig. Das die Veranstaltung heute hier stattfinden kann insbesondere diese Panel verdanken wir der Unterstützung der Konrad Adenauer Stiftung Mecklenburg-Vorpommern. Dazu begrüße ich ganz herzlich die Landesbeauftragte und Leiterin des Politischen Bildungsforums Mecklenburg-Vorpommern Dr. Silke Bremer. Vielen Dank das Sie diese Veranstaltung unterstützen. Wir haben gemeinsam sehr viel Werbung bei Lokalpolitikern in Mecklenburg-Vorpommern gemacht, die ich leider nicht so zahlreich vertreten sehe, die wir dann aber im Nachgang mit den Ergebnissen konfrontieren werden. Ich würde mich freuen wenn Sie Frau Dr. Bremer noch einmal sagen könnten warum sie diese Veranstaltung unterstützt haben bevor wir mit dem Panel anfangen.

Begrüßung Dr. Silke Bremer: Vielen Dank Herr Kufahl, liebe Referenten, sehr geehrte Damen und Herren, ich darf Sie herzlich begrüßen im Nahmen der Konrad Adenauer Stiftung Mecklenburg-Vorpommern. Ich bin schon kurz vorgestellt worden; ich darf vielleicht noch ein paar Sätze dazu ergänzen. Ich bin Leiterin des Büros der Konrad Adenauer Stiftung Mecklenburg-Vorpommern, wir haben unseren Sitz hier in Schwerin am Pfaffenteich in der Arsenalstrasse. Unser Auftrag ist es, Veranstaltungen der Politischen Bildung durchzuführen und sind für das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern zuständig. Wir versuchen natürlich in allen Landesteilen Flagge zu zeigen. Wir legen zwei Schwerpunkte: zum einen geht es um aktuelle Themen, Probleme Herausforderungen der Gegenwart aus den unterschiedlichsten Politikbereichen etwa Bildungspolitik, Wirtschaftspolitik, Kommunalpolitik und Kulturpolitik. Da ergibt sich ein weites Feld und außerdem ist uns die Vermittlung von Geschichtswissen wichtig und dabei befassen wir uns ganz besonders mit den Diktaturen des zwanzigsten Jahrhunderts. Ich freue mich sehr dass es gelungen ist in diesem Jahr eine Kooperation mit der FilmLand Mecklenburg-Vorpommern gGmbH auf den Weg zu bringen. Diese Zusammenarbeit besteht bereits seit vielen Jahren. In den letzten Jahren waren wir im Rahmen des jeweiligen Länderschwerpunktes mit einem Filmbeitrag und einem Gespräch zum Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern dabei. In diesem Jahr erstmalig im Rahmen der Branchenkonferenz. Die Branchenkonferenz befasst sich ja insgesamt mit einer Reflektion der Situation in der Film- und Medienbrache und heute wollen wir den Blick auf die Kinos legen. In der Frankfurten Allgemeinen Zeitung wurde vor ein paar Jahren ein Interview abgedruckt mit der Frage, welche Bedeutung Kinos haben. Es sind mehrere Regisseure gefragt worden und einer dieser Interviewpartner stellte einen Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland an was ja gut zum diesjährigen Filmkunstfest passt mit Frankreich als Gastland.

Da wurde die Meinung vertreten, das Frankreich es schon viele früher verstanden habe als Deutschland, das die Kultur eines Landes über den Film in hervorragender Weise transportiert wird und das sogar weltweit. Filme gehörten zu den stärksten Kulturträgern eines Landes. Eine Filmpräsentation ist aber nun originär und unmittelbar mit einem Kino verbunden. Das heißt: Kino sind wichtige Erfahrungs- und Erlebnisräume und außerdem Orte wo Menschen etwas über andere Kulturen und andere Länder erfahren können. Weiter heißt es, Kinos bildeten mit Ihrem Filmangebot, der Kinoarchitektur, der räumlichen Ausgestaltung, ihrem Flair, den Kinosälen und der Technik mit dem Publikum einen wichtigen Kultur- und Sozialraum innerhalb einer Kommune. Nun dreht sich aber das Rad weiter. Wir haben es in unserer Zeit gerade auch in der Technik mit großen Veränderungen zu tun. In Zeiten von Internet, Sozialen Netzwerken und Youtube geraten Kinos unter einen enormen Druck. Das zeigt sich am deutlichsten an der Zahl von Kinos, die Land auf und Land ab rückläufig ist. Vor diesem Hintergrund ist dieses heutige Panel entstanden und wir wollen danach fragen wie Kinostandorte in den Städten aber gerade auch in den ländlichen Gebieten erhalten werden oder eben auch wiederbelebt werden können. Welche Möglichkeiten der Kinoförderung durch Land und Kommunen bestehen. Ob zum Beispiel ein Kinoprogrammpreis, den es in anderen Bundesländern gibt, auch für Mecklenburg-Vorpommern sinnvoll wäre. Oder wie sich auch Kinobetreiber auf diese neue veränderte Situation einstellen können bzw. sollten. Ich freue mich auf die Diskussion und glaube es wird sehr spannend. Damit übergebe ich das Wort an den Moderator. Vielen Dank.

Volker Kufahl: Bevor Dr. Christian Bräuer das Podium vorstellt möchte ich Ihn kurz vorstellen weil ich sehr froh bin das wir ihn als Moderator für diese Branchenkonferenz gewinnen konnten. Dr. Christian Bräuer ist Vorstandsvorsitzender der AG KINO der Verband für die Programmkinos in Deutschland mit über 300 Kinos die 550 Leinwände repräsentieren. Er selbst ist Geschäftsführer Yorck Kinos GmbH Berlin.

Die Kinos haben klangvollen Nahmen wie Babylon, Delphi und International als Beispiel. Was ihn für uns natürlich noch interessanter macht ist das er Mitglied im Präsidium und Verwaltungsrat der FFA, Vizepräsident des Europäischen Kinoverbands und Vorstandsmitglied von Europa Cinemas ist. Ich bin auch sehr dankbar das Christian Bräuer zusammen mit dem Geschäftsführer Felix Bruder der AG KINO für dieses Jahr vorgenommen hat sich der etwas strukturschwächeren Bundesländer im Verband anzunehmen und uns mit Rat und Tat unterstützen will die Situation für Kinobetreiber in unserem Bundesland zu verbessern. Ich freue mich auf ein spannendes für unsere Kinolandschaft förderliches Gespräch und übergebe jetzt das Wort an Christian Bräuer.

Moderator Dr. Christian Bräuer: Vielen Dank Frau Bremer Danke Volker. Ein spannendes Thema auch von meiner Seite aus. Ich bin froh das Kino auch mal Thema ist denn wir reden immer viel über Filme oft auch viel über das Kino. Dann sind aber meistens Kinobetreiber gar nicht mit auf dem Panel dann wissen alle anderen wie das Geschäft geht und funktioniert. Deswegen freut es mich auch so was sie gesagt haben Frau Bremer es ist eben so der Film ist Kultur und Film ist Teil einer Kulturellen Identität. Aber das Kino ist eben auch ein Kultureller Ort und das unterscheidet die Kinos von jedem anderen Abspielmedium. In dem Sinne merken sie schon ich bin eigentlich der parteiischste Moderator den man sich vorstellen kann für dieses Panel. Nichts desto trotz geht es ja jetzt darum auszuloten wie ist die Situation in Mecklenburg-Vorpommern und vor allem was kann man tun bzw. was muss man vielleicht tun. Sind die Weichen so wie sie jetzt sind richtig gestellt oder wohin soll es gehen.

10:21 Unsere Kulturstaatsministerin die ich gerne zitieren möchte wie sie immer gern Carlo Ponti zitiert sagt: "Wenn ein Film Erfolg hat ist er Geschäft wenn er keinen Erfolg hat ist er Kultur". Können wir das umdrehen auf die Kinolandschaft? Lässt sich mit Kultur kein Geld mehr verdienen sodass Filme letztendlich nicht mehr funktionieren? Das wollen wir jetzt diskutieren und würde sagen wir machen jetzt eine kurze Vorstellungsrunde. Dr. Anne Kellner vom Lichtspieltheater Wundervoll in Rostock. Sie macht dass wovon wir sprechen, ein anspruchsvolles Kino in Rostock. Wir haben Jens-Hagen Schwadt den Vorsitzenden des Landesverbands Filmkommunikation. Sie waren natürlich ganz stark für die Abspielringe viele Jahre Aktiv. Er versucht auch Kino zu reanimieren. Dann haben wir Frank Völkert der stellvertretende Vorstand der Filmförderungsanstalt. Er kennt die Zahlen bei ihm läuft alles zusammen. Da ist der Blick auf die Statistiken, was gibt es hier, wo sind evtl. Defizite im Vergleich zu anderen Bundesländern. Michael Pawlowski kennt die Kinoszene auch seit vielen Jahrzehnten. Er hat Cinemaxx lange Zeit als Finanzvorstand betreut und geleitet. Er hat in den Neunziger Jahren den Umbruch und die Entwicklung der Kinolandschaft mit begleitet. Er ist aber auch Geschäftsführer eines Kinos und kennt die Kinolandschaft aus Sicht der kleinen Kinos und auch der großen Ketten. Und dann eigentlich mit der wichtigste in der Runde denn die brauchen wir ja wenn wir etwas erreichen wollen die Politik. Reinhard Mach ist Bürgermeister in Ludwigslust und das ist ein Ort in dem engagiertes Kino gibt. Herzlichen Dank das sie hier alle mit mir im Panel sind. Eine Frage zu Beginn geht in die Richtung der drei Kinos. Wie ist es bis jetzt mit der Digitalisierung gelaufen, wie ist die Aktuelle Lage und wie seht ihr Euren Beitrag in der Kulturlandschaft Mecklenburg-Vorpommern.

Dr. Anne Kellner: Das Kino das ich leite existiert seit 1993 und ist hervorgegangen aus einem Studentischen Filmclub. Wir existieren dank Kommunaler Förderung und durch große Unterstützung aus Stadt. Dies ermöglicht es uns auch circa 10000 Schüler im Jahr im Schulkino mit Filmen zu versorgen und auch Angebote darüber hinaus zu machen. Wir sind natürlich in einer Sondersituation weil wir uns zum einen in Rostock befinden also in der Stadt wo das Einzugsgebiet kleiner ist als bei den Abspielstätten im ländlichen Raum. Wir sind seit mehreren Jahren Mitglied im Abspielring bzw. Landesverband Filmkommunikation weil wir einfach denken es gehört dazu das man sich in diesem Flächenland solidarisiert, kommuniziert und zusammenarbeitet. Zu den kleinen Abspielstätten kann Jens-Hagen sicherlich genauer Auskunft geben.

Jens-Hagen Schwadt: Ich bin als Vorsitzender des Landesverbandes Filmkommunikation im nicht Gewerblichen Bereich unterwegs und das jetzt schon seit 25 Jahren. Wenn wir uns mal die Landkarte (Filmkommunikation.de) anschauen sieht es ja gar nicht so finster aus aber das sind Filmclubs und Kulturelle Kinos die in der Regel einmal im Monat spielen oder alle zwei Wochen. Im besten Fall natürlich Wöchentlich. Nicht Gewerbliches Filmabspiel, das wissen wir zumindest aus der alten Bundesrepublik, war ja gebunden an 16mm. Mit der Wende hat sich das ein bisschen verändert weil wir ja 35mm Technik mitgebracht haben und damit in der Lage waren den Landfilm fortzusetzen. Das haben wir auch gemacht und haben es auch ähnlich wie das Mobile Kino in Niedersachsen das auch über Land fährt und diese Orte bedient. Der Unterschied bei uns ist der, das wir dafür sorgen, das die Spielstellen eigenständig werden und sich im optimalen Fall zum Kino entwickeln. Wir haben auch 6 Jahre in Plau am See das Kino betrieben, wo es die Stadt so wollte. Aber das Besondere daran ist: Wir haben ein Kino drüber gelegt. Das heißt wir sind über das Mobile Kino in Laage in Güstrow (Also nicht Gewerbliches Filmabspiel bedeutet ja keine Werbung, kein Eintritt, Bundesverband Jugend und Film, Club Filmothek, Mediencentren der Kirche und auch der Landkreise) Aber wir sehen hier das sich dahinter eine Kinostruktur verbirgt. Alle diese Leinwände haben natürlich eine FFA Nummer und melden die Zahlen. Das Besondere an unserer Arbeit ist, das wir in der Lage sind, alle diese Orte mit Film zu versorgen, ohne das sie eine Mindestgarantie bezahlen müssen. Weil wir das übernehmen und durch die Bündelung, das sind ja die Abspielringe, eben dafür sorgen, das sie für diese Pauschale 60% Abgabe für den Ort der Kino machen will relativ überschaubar gemacht werden kann. Das ist das Besondere. Ich kann Standorte aus dem Nichts aufbauen. Wie wir das damals machen mussten - also mit 300 DM Mindestgarantie zu starten - ging ohne Förderung nicht. Jetzt sind wir in einem relativ förderfreien Bereich. Das heißt, es muss durch ehrenamtliche Arbeit geleistet werden. Das ist die Arbeit, die wir erbringen können. Die Veranstaltungsorte können Werbung machen. Wir legen aber sehr großen Wert darauf, dass es - wenn Kinos in der Nähe sind - Absprachen gibt. Das ist aus unserer Sicht die Voraussetzung, in einer großen Stadt einen Filmclub gründen zu können, der über uns mit Filmen versorgt wird.

Moderator Dr. Christian Bräuer: Ein großes Thema in den letzten Jahren war die Kinodigitalisierung. Ich weis nicht ob hier das Fachwissen bei den Teilnehmern ist. So ein Digitalprojektor im Markt DCI Format kostet ja mehrere 10.000 €. Wie ist das bei Euch in den Kleinen Kinos? Läuft das per BluRay?

Jens-Hagen Schwadt: Wir sind genau im Zwischensegment und sind auch ganz stark davon abhängig, das ist jetzt der Blick in die Zukunft, dass uns die Gewerblichen Verleiher die Vorführrechte für die BluRay geben. Die Majors machen es ja in der Regel nicht. Nur ein Verleih hat diese nicht Kommerzielle Dispo gesondert und das ist Warner. Wir arbeiten von BluRay. Mir wäre es auch ganz lieb, wenn wir den Standard von DVD auf BluRay anheben könnten, weil ich auch gar nichts anderes mehr zur Verfügung stellen möchte. Aber unsere Leinwände sind maximal 4 Meter breit sodass wir nicht über 4K oder so etwas reden müssen. Was eine Hürde darstellen würde: Wenn diese Digitalisierung an die DCI Konformität gebunden wäre, dann müssten wir wie 1992 mit irgendwelchen schweren Geräten von 200 Kilo in die Orte fahren und Kino anbieten, was sich die Orte nicht mehr leisten könnten. Das wäre der Niedergang dieser ganzen Struktur oder der Wechsel natürlich in den harten nichtgewerblichen Bereich was durchaus machbar ist den es ja noch gibt. Wir können uns nicht die 50.000 € leisten, das ist auch nicht relevant, weil wenn man einmal in der Woche spielt, muss ich nicht die harte Digitalisierung durchziehen, das wäre unwirtschaftlich. Was wir machen werden ist, das wir zumindest von Festplatte spielen können und NeoDCP werden wir zum Einsatz bringen, so d as wir zumindest die einfachen Schlüssel abspielen können. Und so auch von der BluRay weg kommen aber der Nachteil dabei ist das die Transportkosten erheblich steigen werden, was dann auch eine Logistische Herausforderung wird und auch verleihtechnisch sehr aufwendig ist. Denn unser Betrieb arbeitet 100% ehrenamtlich.

Moderator Dr. Christian Bräuer: Anne ihr seid digitalisiert. Wie habt Ihr das finanziert?

Dr. Anne Kellner: Wir sind ein Kriterienkino. Das heißt für die, die es nicht wissen, wir fallen also in die Gruppe der Kinos, die förderfähig sind bei der Filmförderungsanstalt. Wir haben ein Kino digitalisiert über die FFA Digitalisierungsförderung. Das zweite Kino/Saal haben wir mit einem Zuschuss von der FFA, einem Darlehn für Theater Neubau und von privaten Spenden in Höhe von 15.000 € letztes Jahr eröffnet und digitalisieren können.

Moderator Dr. Christian Bräuer: Habt ihr da von der Kommune einen Zuschuss bekommen?

Dr. Anne Kellner: Nein, die gibt keine Investitionsförderung, das ist immer nur Förderung für den laufenden Betrieb.

Moderator Dr. Christian Bräuer: Michael, wie ist aus deiner Sicht Kinosituation in Schwerin? Habt ihr auch Digitalisierungsförderung bekommen; hat sich dadurch die Situation verändert oder verbessert?

Michael Pawlowski : Also erst einmal wir sind das krasse Gegenteil von den beiden Vorrednern. Wir sind ein gewerblicher Betrieb, der seine Miete verdienen, sein Personal bezahlen und nicht nur die Leihgebühren, sondern am langen Ende auch, wenn er langfristig existieren will, Geld verdienen muss. Die Digitalisierung haben wir relativ früh abgeschlossen. Ich möchte ergänzen, hier in Schwerin haben wir 5 Leinwände und das ist ein Teil einer Gruppe, die in Deutschland etwa 90 Leinwände betreibt. Wir haben es uns 2009 überlegt, als die Diskussion um die Frage von Förderung eine extrem schwierige war. Es hat in den letzten Jahren des vorhergehenden Jahrzehnts eine sehr ausgiebige und schwierige Diskussion über die Frage des Filmfördergesetzes, der Berechtigung der Gebühren, die erhoben werden, etc. gegeben. Das hat dazu geführt, das Fördermaßnahmen die eigentlich möglich gewesen wären, verzögert worden sind (und ich meine das überhaupt nicht böswillig Frank) ich versuche es einfach nur faktisch aufzuzeigen das anders, als es sonst vielleicht gewesen wäre, die Digitalisierung in Deutschland nicht so gefördert worden ist, wie sie gefördert werden können. Wir haben beispielsweise für keines unserer Kinos eine Förderung erhalten, obwohl wir durchaus auch Kinos haben, die zum Beispiel in die Kriterienkinos hineingefallen sind. Gründe dafür waren wohl, weil bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt worden sind, weil Entscheidungen später getroffen worden sind, als wir sie getroffen haben. Wir haben sozusagen - in unserer Schatulle geguckt - so denke ich recht ordentlich verhandelt für diese 90 Leinwände und haben dann mit einem sogenannten Drittanbieter die Finanzierung dieser Digitalisierung gemacht. Der Drittanbieter, für die die es nicht wissen, ist jemand, der zwischen dem Kinobetreiber dem Verleihen gesetzt worden ist, auf Wunsch der Verleiher. Der wie eine Art Leasingfinanzierer die digitale Projektion, die Technik, die wir brauchen und die Installation vorfinanziert hat. Wir haben eine Anzahlung gemacht, vielleicht kennen sie das vom Auto kauf. Man geht ins Autohaus da steht ihr neues Auto. Da sagt der Verkäufer geben Sie mir mal 10.000 € und den Rest finanziere ich Ihnen auf so und so viel Jahre. So ähnlich kann man sich das hier vorstellen. Dieser Drittanbieter hat für jede nicht erforderliche Startkopie 35mm, die ja weggefallen ist mit dem Tag, wo er uns eine digitale Kopie geben konnte, eine sogenannte VPF (Virtual Print Fee) Gebühr gezahlt und ersetzt nichts anderes als den Wegfall der Erstellung einer 35mm Kopie. Transport, Lagerung und Vernichtung vielleicht 800.000 € pro Kopie gegenüber einer digitalen Kopie die vielleicht noch 100 € oder 150 € kostet. Dann haben die verhandelt und bestimmte Beträge festgelegt, die mit jeder Startkopie, die in ein Kino geht, digitaler Art eben diese VPF Gebühr bekommt. Diese VPF Gebühren zahlen nach und nach den Differenzbetrag zwischen der Erstinvestition und dem Gesamtinvestitionsbetrag nach und nach ab. Wenn das Thema erledigt ist - also refinanziert ist - gehen diese Projektoren in unser Eigentum über. Am langen Ende wird der Produzent, der Verleih, die die Filme ins Kino bringen, den Vorteil haben das sie digitale Kopien liefern, keine 35mm Kopie und dafür auch nicht mehr zahlen müssen. So ist unsere Situation im gewerblichen Bereich. Das kann man glaube ich gar nicht vergleichen mit den Standorten, so wie Sie das machen also übers Land ziehen. Ich glaube aber mit dem Wegfall der 35mm Projektion insgesamt entsteht aber auch eine neue Situation auf dem Förderbedürfnis. Da muss man glaube ich differenzieren zwischen dem, was braucht das Kino um überhaut existieren zu können und zwischen der Förderhilfe. Zum Beispiel gab es früher Abspielförderung. Da wurden extra 35mm Kopien gefördert, damit sie überhaupt irgendwo zum Beispiel zu Ihnen oder wo auch immer hinkommen, weil sie ansonsten in der Verteilung nicht berücksichtigt worden wären, weil der Verleih vermutet hätte, das er noch nicht mal die Kosten seiner Kopienerstellung eingespielt bekommen hätte. Soweit habe ich das jedenfalls verstanden.

Moderator Dr. Christian Bräuer: Es wird ja da auch deutlich: die Möglichkeiten der virtuell print fees VPF´s und der third party Modelle oder Drittanbietermodelle sind für gewerbliche Kinos zumal im Verbund andere wie zum Beispiel für das Lichtspieltheater Wundervoll. Ich glaube das kann man so zusammenfassen. Die Zusatzkopien Förderung hat sich verändert. Wenn wir jetzt mal ein bisschen weg kommen von dem wie sie das im Einzelnen gemacht haben mit der Digitalisierung. Die Kinos bieten ja etwas an und das sind Filme. Ein kulturelles Angebot für das Publikum. Oft der einzige Ort, in größeren Orten gibt es auch mehrere kulturelle Angebote, aber wie sieht das denn ein Bürgermeister? Was schätzen sie an ihrem Luna Filmtheater und was wissen sie über ihr Kino? Sehen sie es als Plus für sich, das sie nicht nur alle 2 Monate, sondern täglich ins Kino gehen können?

Reinhard Mach: Ich würde zunächst einmal bestreiten, das unser Lunar Filmtheater das einzige kulturelle Angebot in unserer Stadt ist. Ich weiß nicht, wer von ihnen Ludwgslust kennt, aber ich glaube Kultur wird bei uns recht groß geschrieben, aber das Lunar Filmtheater gehört dazu. Es wird sehr geschätzt, sicher ist Ludwigslust Mittelzentrum und es kommen auch ganz viele Leute Umland Gemeinden nach Ludwigslust und ich habe mich vorhin mal umgedreht, als ich die Karte mit den vielen roten Punkten gesehen hab, war ja Südwest Mecklenburg sozusagen kahl. Das heißt wir haben ein gewerbliches Kino. Wenn die Rahmenbedingungen durch die Stadt nicht so gesetzt worden wären wie sie gesetzt worden sind, dann könnte man dazu auch nicht gewerbliches Kino sagen. Insofern sollte man vergleichen, welchen Einzugsbereich hat so ein Kino und welches Programm bietet so ein Kino. Ich glaube ein Schweriner Kino, das gewerblich unterwegs ist, mit einem Kino einer Stadt zu vergleichen, die nur ein Zehntel der Einwohnerschaft hat, zu vergleichen wäre ein Vergleich der hinkt. Wir sind sehr froh, dass wir unser Kino haben. Das Kino wird geliebt von den Ludwigslustern und von den Menschen, die zu uns kommen. Ich mache es recht häufig so, das wenn Schüler oder die Jugendfeuerwehr etwas Tolles geleistet haben, einen Kinogutschein geschenkt bekommen, da freuen sie sich immer drauf. So das sie sich auch mit unseren Kinobetreibern zusammen setzten können und sich sogar einen Film aussuchen können. Wir leben unser Kino. Ich möchte vielleicht mal dazu sagen, das wir in 2009 1.300.000 € in dieses Kino gesteckt haben. Wenn man die Refinanzierung eines solchen Betrages über die Größe eines Lichtspielhauses realisieren möchte, geht das gar nicht. Insofern ist gewerblich glaube ich eher eine schwierige Einordnung in meinen Augen.

Zur Digitalisierung möchte ich noch einen Satz verlieren. Als ich hörte, das es eine Bundesförderung für die Digitalisierung gibt, habe ich auch gelernt, das diese Bundesförderung für den ländlichen Raum gemacht wurde, aber das Mecklenburg-Vorpommern gar nicht dabei war. Ich habe mit meinem Bundestagsabgeordneten damals gesprochen und der hat gesagt: "ja es gäbe schon Bundesländer,die sind dabei, aber Mecklenburg-Vorpommern ist noch nicht dabei". Dann habe ich einen Brief an den Wirtschaftsminister geschrieben mit der Fragestellung: „welcher Raum denn ländlicher sei als Mecklenburg-Vorpommern?“ Ich habe zwar nie eine Antwort auf den Brief bekommen aber das Land hat sich irgendwann entschieden, tatsächlich in diese Förderung einzusteigen. Nur so war es möglich, das unser Lunar Filmtheater mit der Digitalisierung beginnen konnte. Wir haben dann nicht mit einem Zuschuss gefördert, sondern wir sind mit der Pacht runter gegangen. Wir haben uns verabredet, das wir da für einen bestimmten überschaubaren Zeitraum machen, aber die Pacht ist ohnehin in einer Größenordnung, das die Refinanzierung eines solchen Hauses gar nicht sicherstellen kann. Insofern kann man auch von einem regelmäßigen Zuschuss ausgehen.

Michael Pawlowski: Toll!

Reinhard Mach: Das ist in Boizenburg nicht anders, weil Boizenburg war ja auch nicht auf der Karte.

Moderator: Christian Bräuer: Herr Völkert. Wenn sie das jetzt so hören und die Situation sehen - bei Ihnen laufen ja die Daten auf. Die Besucherzahlen und die Umsatzmeldungen der Kinos. Wie schätzen sie die Situation in Mecklenburg-Vorpommern von außen ein und wie ist sie im Vergleich zu den anderen Bundesländern? Vielleicht auch zu anderen Flächenländern einzuschätzen?

Frank Volkert: Ich würde zunächst mal vielleicht ein bisschen so einen größeren Überblick geben wollen, damit Sie das besser einordnen können: was heißt eigentlich für uns Kino in Deutschland?

Kino in Deutschland heißt für uns, insgesamt etwas mehr als 4600 Leinwände, etwas mehr als 1600 Kinos an weniger als 900 Standorten. In dieser 4600 Leinwände sind im vergangenen Jahr so rund 120 Millionen Besucher gegangen, die haben im Schnitt etwas mehr als acht Euro Eintritt bezahlt, im Schnitt acht Euro, die Bandbreite ist sehr groß. Das heißt die Kinos insgesamt in Deutschland haben Box Office also Umsatz vom Verkauf der Kinokarten so 980 Millionen also eine knappe Milliarde Euro erwirtschaftet. Zusätzlich erwirtschaftet das Kino natürlich weitere Umsätze, insbesondere im Konzessionsbereich, also dass ist Umsatz Verkauf von Speisen und Getränken so rund 450 Millionen € im Jahr. Dann kommt für die großen Häuser Vermietgeschäft plus Werbung dazu. In Gänze mal so über den großen Daumen 1,6 Milliarden € insgesamt. Mecklenburg-Vorpommern ist rein statistisch eher unter dem Bundesdurchschnitt. Wenn wir uns mal anschauen die Bevölkerungssituation, dann ist die Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern so mit 1,6 Millionen rund 2 % der Gesamtbevölkerung. Aber Mecklenburg-Vorpommern gehen nur 1,5 ins Kino, in anderen Bundesländern gehen mehr ins Kino im Schnitt zum Durchschnitt. Und interessanterweise ist die Versorgung der Kinolandschaft im Schnitt eher sogar besser. Also der BodyMassIndex des Kinos in Mecklenburg-Vorpommern der ist so 32-52-114. Das heißt, also wir wollen es uns jetzt mal nicht vorstellen, aber 32 Standorte, 52 Kinos und 114 Leinwände. Das ist im Schnitt ein Wert von 2,5 %. Also im Schnitt ist das Angebot der Leinwände höher, als es im Vergleich sein sollte. Umsatz und Besucher kann sich Mecklenburg-Vorpommern aber eher mit dem Saarland vergleichen. Im Saarland Leben 900.000. Und wir haben in Mecklenburg-Vorpommern natürlich nicht unerhebliche weiße Flecken. Weiße Flecken heißt für uns, eine Region in der Fläche ohne einen Standort. Und das ist ein großes Problem, dass wir Standorte verlieren. Auch Mecklenburg-Vorpommern verliert Standorte. Absolut kann man sagen zu vernachlässigen, prozentual nicht. Absolut heißt für mich im Vergleich der vergangenen zwei Jahre hat M-V zwei Standorte verloren. Da kann man sagen der gut zwei Standorte. Prozentual sind es 11 %. Im Bundesdurchschnitt haben wir drei verloren. Also da verliert M-V etwas mehr. Warum ist das für mich dramatisch? Weil ein Standort, der einmal verloren wurde, nach unserer Erfahrung auf Dauer verloren bleibt. Der ist nur ganz schwer wieder zu gewinnen. Und warum verlieren wir Standorte? Das ist bundesweit gleich, da ist M-V keine Ausnahme. Im wesentlich verlieren wir Standorte dort wo es Kinos sind mit einer maximal zwei Leinwänden. Wir verlieren Standorte überdurchschnittlich in Ortschaften unter 50.000 Einwohnern. Und der maßgebliche Grund ist mangelnde Rentabilität. Das ist ein ganz großes Problem. Dem haben wir uns zusammen mit der Branche und auch dem Bund gestellt. Und deshalb komme ich auch gerne noch mal zu dem Thema der Digitalisierung zurück. Wir haben gemeinsam 2011, 2012 eine Digitalisierungsoffensive gestartet. Wir heißt FFA haben Kriterienkinos gefördert. Etwas mehr als 1.500. Ob die Kriterien die richtigen waren, darüber kann man streiten. Das ist ein anderes Thema. Wir haben 1.500 Leinwände digital umgerüstet. Für etwas mehr als 15 Millionen. Wir haben als Dienstleister für den Bund für den BKM auch die gut 21 Millionen € des Bundes gleich mit umgesetzt. Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern in einem Zeitraum von drei Jahren im Augenblick 34 Leinwände mit unserer Förderung "beglücken" können. Das hat dazu geführt, dass die dramatische Entwicklung der Standortverluste aufgefangen werden konnte. Das heißt also, dass die Kinos in der Fläche aufgrund der Digitalisierung deutlich wettbewerbsfähiger geworden sind. So dass das Publikum auch attraktive Spielfilme zeitnäher in der Fläche sehen kann. Die Abspielstätte Kino hat an Attraktivität gewonnen und ist damit in der Lage, hoffentlich dauerhaft, auch wirtschaftlich so zu arbeiten, dass wir keine weiteren Standorte verlieren. Warum ist das wichtig? Insofern kann ich nur sagen, danke, dass es noch Politiker gibt, die das erkannt haben.

Es ist wichtig, dass wir gerade in der Fläche, gegen die, ich nenne das immer kulturelle Versteppung vorgehen. Denn wir haben in der Fläche mit dem Kino im Prinzip die letzte Stätte kulturelle Darbietung. Wir haben in der Fläche keine Sprechbühne bin mehr, wir haben in der Fläche kein Tanztheater, wir haben keine Oper, wir haben - gehen wir mal in den Bildungsbereich - kaum noch Bibliotheken. Das heißt also, der letzte Anker für kulturelle Darbietung, und wenn Sie so wollen auch die letzte Versammlungsstätte, um ein kulturelles Produkt nicht alleine vor dem verzwergten Bildschirm zu Hause, sondern im Gemeinschaftserlebnis zu können, ist das Kino. Und da müssen wir gemeinsam mit der Politik aktiv gegensteuern, damit es erhalten bleibt. Damit, ich will jetzt hier nicht hochtreiben verfassungsrechtlich argumentieren, aber irgendwo im Grundgesetz steht ja so sinngemäß drin, wir haben schon dafür zu sorgen, dass unsere Lebensbedingungen in etwa überall gleich sind. Und dazu gehört natürlich auch das Angebot an Kultur. Und eins können wir natürlich nicht ausblenden, das ist die demographische Entwicklung. Die demographische Entwicklung ist halt so, dass auch in unserem Land, deutlicher Zuzug aus der Fläche in die Städte rein geht. Ich arbeite in Berlin, und lebe in Brandenburg. Brandenburg kennzeichnet, dass 85 % der Bevölkerung auf 15 % der Fläche leben. Speckgürtel Berlin. Wer zieht dahin? Die, die mobil sind. Wer bleibt in der Fläche? Die, die nicht so mobil sind, die älteren. Wir haben aber gleich wohl einen Anspruch, dass auch dort akzeptable Lebensverhältnisse sind. Und deshalb wiederhole ich mich ein bisschen penetrierend, müssen wir gemeinsam große Anstrengungen unternehmen, dass wir das Kino als Abspielstätte des Films, als kulturelle Darbietung nicht nur erhalten, sondern versuchen, in der Fläche auch wieder auszubauen. So. Punkt. Jetzt habe ich mehr gesagt, als Sie eigentlich wollten, aber das musste mal gesagt werden.

Moderator Dr. Christian Bräuer: Das kommt auch gut an. Ich meine, was haben wir bis jetzt gesehen, gelernt. Wir haben eine, so kann man es mal sagen, eine drei bis vierteilige Kinostruktur hier im Land. Wir haben die kommerziellen Kinos, die oft und stark ein klassisch Mainstream orientiertes Programm machen. Es gibt dazwischen Filmkunstkinos, die entweder direkt oder auch mit einer gewissen indirekten Hilfe unterstützt werden, weil es ansonsten auch nicht möglich ist, und das sehr klein.

Und darüber hinaus wird Filmkultur im Land durch den Abspielring und Mobile Kino hochgehalten. Das führt dazu, dass wir zwar immer noch Glück, eigentlich die Karte nicht so schlimm aussieht. Aber man hat das Angebot eben nur alle paar Wochen, und nicht täglich in diesen Bereichen. Und nicht jeder schafft es, jeden Abend bis in den nächsten größeren Ort zu fahren. Kinos leisten diese kulturelle Grundversorgung die ist nötig die ist wichtig. Und deshalb die Frage, wir haben gehört die Digitalisierung, die kleinen Kinos hätten das alle und ich glaube das wissen wir hier. Und sonst hätte es ja nicht so ein konzertiertes Förderprogramm von Bund und Ländern gegeben. Wir hätten die Digitalisierung ohne Förderung schlicht und einfach nicht wuppen können. Aber jetzt sind sie da. Und deshalb ist jetzt die Frage, reicht das jetzt mit Förderung? Ist jetzt alles wunderbar? Oder, und das ist ja bisschen das na liegender Motto schon dieses Penel, wo muss man, wenn man das, was man jetzt mit immenser staatlicher Förderung von Bund und Ländern und Filmförderungsanstalt geleistet hat, wenn man das nicht im nächsten Schritt vor die Hunde gehen lassen will, was muss jetzt passieren? Gibt es da in Mecklenburg-Vorpommern einen Nachholbedarf? Das vielleicht gezielt an diese Strukturen ansetzt? Und wie müsste das dann aussehen? Von dem her vielleicht fange ich wieder bei dir an. Wie sieht es bei euch aus? Ist die aktuelle Situation, morgen wird eine Kinostudie veröffentlicht, darin steht auch ganz klar drin, Kinos haben eine Modernisierungsstau. Wie sieht das bei euch aus? Könnt ihr euch alles leisten, Was ihr euch leisten wollt? Wie sieht es mit der zweiten Generation bei der Digitalisierung aus? Könnt ihr euch das so ohne weiteres leisten? Und wie wäre es vielleicht mit einem Kinoprogramm Preis? Könnte euch der unterstützen, dass ihr euer Programm noch weiter ausweitet?

Dr. Anne Kellner: Also zu einem Nachfolgeprogramm zur Digitalisierung, ich glaube das ist sowieso noch eine offene Frage, ich glaube ohne das, wenn die Preise für die Technik so bleiben, werden wir nicht auskommen. Zumal ja jetzt absehbar ist, also der alte 35 mm Projektor den wir da noch stehen haben, der ist 30 Jahre alt. Und der Server wird natürlich in 5, 6, 7, 8, 10 Jahren hinüber sein und ja dann sind wir gespannt. Und natürlich müssen wir jetzt, also die Digitalisierung war eine große Hürde, die wir erst einmal nehmen mussten. Alles andere stand hinten dran. Zumal wir ja noch einen zweiten Standort eröffnet haben und da mit Krediten zu tun hatten.

46:26Und jetzt muss man gucken, was ist jetzt als nächstes machbar? Und was geht? Und du hast den Kinoprogramm Preis angesprochen, das ist ja etwas was mich schon seit vielen Jahren ärgert, dass das in anderen Bundesländern etwas ist, was es gibt. Nämlich eine Wertschätzung mit einer Dotierung in verschiedenen Höhen verbunden, an Kinos die gute Arbeit machen. Und in Mecklenburg gibt es so was nicht. Und dann hat man immer das Gefühl, es interessiert keinen oder will keiner die Kino sehen? Gibt es zu wenig? Woran liegt es? Es ist ein ärgerlicher Zustand. Ich hoffe, dass wir da an der Stelle ein Stück weiter kommen. Weil das ist ja auch etwas was die Kinos ins öffentliche Bewusstsein rückt. Was vielleicht nach außen hin auch klarmacht, da sind ab Spielstätten und es geht ja nicht nur um die Filme, sondern die möchten ja auch irgendwo geguckt werden.

Michael Pawlowski :Darf ich Sie fragen, Sie sind ein klassisches Filmkunstkino?

Dr. Anne Kellner : Ja.

Michael Pawlowski : So darf ich Sie verstehen?

darf ich mal einfach so? Es ist gerade so...

Moderator Christian Bräuer: na ja gerne, wir wollen ja diskutieren.

Michael Pawlowski : Ich glaube tatsächlich, und das ist vielleicht gerade aus meinem Mund, ...dann passt oder auch nicht, weiß ich nicht, als Mainstream-orentiertes Kino, dass sich bemüht, sowohl auf der Filmkunst-Schiene, Volker Kufahl und wir sind auch im Gespräch noch mehr zu machen, noch ein paralleles Angebot zu geben, sind wir trotzdem sehr glücklich, sehr froh, dass wir zum Beispiel das Filmkunstfest beheimaten dürfen. Dass das bei uns, sozusagen in unserem Haus stattfindet und nicht bei unserem Wettbewerber. Nicht weil ich dem Wettbewerber das nicht gönnen würde, sondern ich glaube, dass wir in der Struktur auch unterschiedlich sind. Dass wir versuchen sozusagen mit unserem Programm schon uns auch ein Stück weit zu unterscheiden.

48:30 Wir müssen, um Geld zu verdienen, müssen wir das Mainstream spielen. Das geht gar nicht anders. Die Frage von Förderung und darauf will ich eigentlich hinaus, wenn wir mal überlegen, wo kommt denn eigentlich Förderung eigentlich her, dann ist sie insbesondere für die Kultur, für die Zuständigkeit der Kultur im Land und nicht im Bund angelegt. Die FFA, für die, die das nicht wissen sollten, wird ja gefüttert aus Branchenbeiträgen. Das ist eine Anstalt öffentlichen Rechtes. Wir haben ein Gesetz, welches die Grundlagen beschreibt. Und alle die in dieser Branche aktiv sind, zahlen ein. Und dann wird nach irgendeinem Maßstab wieder verteilt, ob gerecht oder nicht gerecht, das wollen wir ja nicht alles wieder neu aufmischen. Aber so ungefähr funktioniert es ja. Und ich glaube das tatsächlich, wenn die Frage gestellt wird, wo müssen wir denn hier anpacken und wo ist das sinnvoll oder nicht sinnvoll.

Wir haben ein Kinogebäude in Grevesmühlen, das steht seit Jahren leer. Seit vielen Jahren leer. Dann macht nun der Finanzbeamte jetzt Schwierigkeiten, und sagt das wäre Liebhaberei, was ich da betreiben würde. Ich wird das Kino gern betreiben.

Reinhard Mach: Ja, dann tun Sie es doch.

Michael Pawlowski : Ja und geben Sie mir die Knete? Das machen Sie nicht, weil Sie sind für Ludwigslust zuständig. Und ihr Kollege in Grevesmühlen, der sagt, tut mir leid, ich hab so viele andere Probleme, das kann ich gar nicht lösen. Insofern hat Herr Bräuer recht, das ist löblich, das so zu sagen. Da spreche ich im Übrigen möglicherweise gegen meine Interessen, Grevesmühlen ist Wismar der nähere Standort, wo die Leute dann alternativ hingehen würden. Ich will nur sagen, gerade in den ostdeutschen Bundesländern haben wir eine Reihe von Standorten übernommen, die wir nicht mehr wirtschaftlich betreiben können. Unmöglich. Also ohne Förderung nicht denkbar. Aber dann muss man eine kontinuierliche Förderung haben. Und es geht für viele, viele andere Dinge auch. Also ich guck jetzt hier den Volker Kufahl an, der weiß ganz genau, was es bedeutet so ein Filmkunstfest als Geschäftsführer zu betreiben. Und jedes Mal darauf zu setzen, dass die Fördermittel ausreichen, den Aufwand, der dafür betrieben wird entsprechend leisten zu können. So im Kern ist das was wir hier diskutieren, eine Anforderung an die Politik. Und da steht immer auch, dürfen das nicht auch ein paar leere Flecken geben? Müssen wir… Ich fand jetzt die Landkarte mit den roten Punkten, fand ich schon ziemlich spannend. Hätte ich gar nicht gedacht, dass es so viele Punkte gibt in denen immer mal wieder etwas angeboten wird. Und da sag ich ihn auch als kommerzieller gewerblicher Betreiber: da hab ich überhaupt nichts dagegen dass so etwas passiert. Ich glaube, wir müssen den Menschen, die nicht so mobil sind, die es sich nicht leisten können, zehn Euro zusätzlich Fahrgeld auszugeben, denen müssen wir sehr wohl auch die Möglichkeit einräumen, ins Kino zu gehen. Und was unsere Wettbewerbssituation in der Stadt angeht und für den gewerblichen Betreiber, das ist mein unternehmerisches Risiko, damit klarzukommen oder nicht. Und da stelle ich mich auch nicht hin und sage, hier hallo bitte schön, da muss ich mal gefördert werden. Das kann ich sehr deutlich differenzieren. Aber wenn ich einen Saal wie den Saal 1 vom Capitol hier in Schwerin erhalten soll, modernisieren soll, dann muss ich Ihnen einfach auch sagen, das kann ich aus meiner Schatulle nicht leisten. Und dann kommt die Denkmalbehörde und sagst noch, das darfst du aber alles auch nur so und so machen. Da fehlt es jetzt an dem entscheidenden Punkt. Wer kommt, und sagt, Pass mal auf, ich gebe dir jetzt den Zuschuss, mit dem du das auch in unserem Sinne wiederherstellen kannst. Ich wollte mal so zu sagen die beiden Ebenen aufzeigen, völlig unterschiedliche Strukturen. Das eine ist eine Frage, wie können wir Programmkino erhalten? Und da weiß ich, dass man das manchmal nicht ohne Förderung kann. Und wie kann ich auf der anderen Seite zum Beispiel einen denkmalgeschützten Saal sinnvoll erhalten? Und eine abschließende Bemerkung zum Programm Preis, dann bin ich damit auch direkt durch. Würde ich mir auch wünschen. Ich würde mir aber auch wünschen, nicht nur für diejenigen, die aus künstlerisch wertvollen Filmen ein Programm gestalten, die für eine vergleichsweise kleine Gruppe der Bevölkerung gezeigt werden. Das hört sich immer so an, als würde ich da einen Unterton rein legen wollen, will ich aber nicht. Das gilt ja für das Theater, für die Oper und und und. Für eine große Bandbreite von Kultur wird für eine vergleichsweise kleine Gruppe der Bevölkerung gemacht. Ich würde mir aber auch wünschen, dass im Mainstream Bereich, warum soll es da eigentlich kein Programmpreis geben? Das gibt es in den anderen Bundesländern nirgendwo. 53:10

Dr. Anne Kellner : Das wollte ich gerade fragen, gibt es irgendwo einen?

Michael Pawlowski : Nein gibt es nirgendwo. Der wird auch nicht reklamiert. Ich habe noch nicht verstanden warum.

Moderator Christian Bräuer: Nein, wir müssen einen Blick über den Tellerrand werfen wenn ich mal die Probleme zusammenfasse. Wir haben einerseits die Digitalisierung, jetzt haben wir es ja gewuppt. Was in 3, 4, 5, 7 Jahren ist, wissen wir alle nicht. Wir alle wissen nur, unsere Rechner, die wir mal in den neunziger Jahren hatten, haben wir nicht mehr im Einsatz. Bei Rechnern, wo es so viel Datentransfer gibt und so viel technische Entwicklung stattfindet, glaubt keiner daran, dass wir sie 2025 so noch einsetzen können. Das ist mal der eine Kreis. Das ist die Zukunft, dass es offen. Und dann haben wir eigentlich zwei unterschiedliche Programm Themen angesprochen. Das ist der Kinoprogrammpreis, der wird vergeben in anderen Bundesländern. In fast allen Bundesländern auch und in anderen Ländern in der europäischen Union. 54:00 Für Kinos, Du hast es gesagt mit einem herausragenden Programm. Und das sieht man auch schon, dass es unterschiedliche Definitionen gibt. Und wenn ich da in Flächenländer gehe, nach Bayern und vielleicht nicht nach Berlin oder Hamburg gehe, dann wird da sehr wohl auch das traditionelle Kino in der Fläche mit bedacht, wenn es ein gewisses Engagement macht. Vielleicht nicht wenn es jetzt irgendwie nur Box Office rauf und runter und der Betreiber wart nie gesehen, weil dann jemand steht. Aber wenn ein Kino da wirklich etwas macht und leistet wobei man genau sagt es ist schwierig und da kann ich vielleicht nicht 100 % Arthouse spielen im kleinen Ort, das würde niemals gehen, dann bekommen Sie einen Preis. Und dann sieht man auch wie schwer die Bedingung ist. Und natürlich ist es dann, vielleicht bekommt der eine einen bisschen höheren Preis, wenn er in einem ganz kleinen Ort wirklich Hartcore Arthouse viel Schulprogramm etc. macht. Ich glaub das fände aber niemand streitig und man hat auch das im Blick. Weil man sagt wir wollen, dass die Kinos bleiben. Die Bayern machen das vor. Und dann die dritte Säule die angesprochen ist, die Modernisierungsförderung. Auch da und da sind dann leider schon etwas weniger Bundesländer die daran aktiv sind, beobachten wir das gerade die großen Flächenländer Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen sehr aktiv sind und ergänzend zu FFA, die das ja anbietet, auch sagt hey wenn ihr euch modernisiert, wenn ihr vielleicht einen Saal zusätzlich baut oder ein Kino wieder eröffnen wollt, dann könnt ihr da noch Förderprogramme kriegen, teils läuft das über den Länderförderer, teils über die Förderbank. Und jetzt würde mich mal interessieren Herr Völkert, ich weiß nicht ob Sie einen Überblick haben, sehen Sie das in den Ländern und es ist ein Wort gefallen was wichtig ist, nachhaltig, wir reden ja über überschaubare Summen, in denen es nachhaltig schon Kinoförderprogramme gibt, dass wir dort eine andere Kinostruktur haben?

Frank Völkert: 56:00 Ja das ist klar eindeutig belegbar, dass in den von Ihnen genannten gerade Flächenländern Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg die Kinostruktur wesentlich stabiler und nachhaltiger ist. Das ist einfach so. Und weil eben dort natürlich auch die Förderinstrumente attraktiver, breitbandiger sind. Und das waren auch die Länder, die im Rahmen der Digitalisierung, insbesondere Bayern, die waren ja sozusagen „early adopter“ was die Digitalisierung angeht. Die waren ja eher finanziell in der Lage als der Bund, ihre Kinos bei der Digitalisierung finanziell zu unterstützen. Das hat sich ganz eindeutig ausgezahlt und die Verluste dort sind deutlich geringer als in anderen Bundesländern. Das ist einfach so.

Moderator Christian Bräuer: Jetzt sieht man ja, dass trotzdem auch hier die Förderun g übersichtlich ist. Haben Sie einen Überblick, wie der Anteil ist, der in die Kinos geht? Sofern es überhaupt Länderförderungen gibt. Und auch hier haben wir ja gesehen, wird ja versucht das Filmproduktionen in Mecklenburg-Vorpommern gefördert werden. Dass man hier lokal einen Standort hat, auch Koproduktionen machen möchte, wie ist das im Ländervergleich?

Frank Volkert: Naja also der "Heimatfilm", wobei ich jetzt Heimatfilm nicht definieren möchte, wie ihn unsere Eltern aus den fünfziger Jahren kennen, ich weiß nicht mit Ruth Leuwerik und Maria Schell. Der lokale Heimatfilm insbesondere in Bayern da nenne ich jetzt mal ein paar Beispiele: Joseph Vilsmaier, Brandner Kaspar, Marcus Rosenmüller mit "Wer früher stirbt, ist länger tot", "Ein Sommer in Orange", der generiert natürlich mit einem lokalen Thema in Bayern hervorragende Besucherzahlen und kann natürlich dann die Förderung in der Refinanzierung auch ganz anders bedienen. Aber nun kann man Bayern nicht mit Mecklenburg-Vorpommern so vergleichen. Denn wenn sie zwei Heimatfilme produzieren wollen, einen mit einem bayerischen Thema und einen mit einem, ich nenn das jetzt mal etwas ... aber ich meine es gar nicht böse: mit einem Fischlandthema, dann sind die Produktionskosten in etwa gleich. In Bayern haben Sie in etwa zwölfeinhalb Millionen Einwohner, in Mecklenburg-Vorpommern 1,6 Millionen Einwohner. Das heißt in Bayern haben Sie den Faktor acht. Da ist es am Ende nicht die große Überraschung, warum denn der heimatbezogene bayerische Film in Bayern überdurchschnittlich viel Besucher generiert. Weil er einfach auch auf eine Besucherfläche trifft, die vorhanden ist. Und selbst wenn Sie hier ein lokal interessantes Thema hätten, Sie haben gar nicht die absolute Zahl an potentiellen Kinobesuchern.

53:30 Wichtig wäre mir nur, ein bisschen bei der lokalen Diskussion immer daran zu denken, Filmförderung ja. Zusätzliche Filmförderung unbedingt. Aber die Filmförderung nicht, ich übertreib mal ein bisschen, zu 100 % auf die Produktionsförderung zu fokussieren. Es wäre wunderbar, wenn mit viel mehr Geld aus Mecklenburg-Vorpommern auch tolle Filme hier entstehen. Nur was ist denn Ziel des Films? Ich hab es vorhin schon einmal gesagt, es kann ja nicht sein, das Ziel und Zweck nur ist, dass wir so ein Friends & Family Programm machen und der Regisseur erfreut sich dran. Sondern Ziel ist doch ein Publikum zu erreichen. Das Publikum kann ich nur erreichen, wenn ich ein Kino habe. D.h. ich muss natürlich bei der Förderung auch daran denken, nicht nur das die Qualität des Films wunderbar ist, sondern natürlich auch die Qualität der Abspielstätte wunderbar ist. Weil ansonsten hab ich ein tolles Produkt, aber ich habe gar nicht die Möglichkeit, dieses in einem ordentlichen Kino zu zeigen. Das ist einfach nur so ein bisschen so der Blick von außen bei dieser Diskussion. Bei mehr Geld für die Filmförderung in Mecklenburg-Vorpommern, am Ende das Kino nicht zu vernachlässigen.

Moderator Christian Bräuer: Gut, wie sieht das jetzt aus. Ich glaube, das ist auch, das beobachten wir ja auch, es gibt sehr unterschiedlichen Anteil bei den regionalen Förderern in der Verteilung. Ob das Geld nur oder vorrangig in die Produktion geht oder auch in die Kinos, also unabhängig von der Etathöhe und ich glaube auch da sehen wir das bis jetzt und das vor allem auch noch mal bei euch in dem Abspielring. Es gibt einen kleinen Betrag von knapp 10.000 €, wenn ich richtig informiert bin...

Jens-Hagen Schwadt:

ich will eigentlich was ganz anderes jetzt sagen.

Moderator Christian Bräuer:

Das kannst Du auch gleich, die Frage wäre jetzt gewesen..

Jens-Hagen Schwadt: 01:01:20 Nein Ich will jetzt mal da anknüpfen, wo wir eigentlich sind und wo wir auch weitermachen sollten. Nämlich im gewerblichen Bereich. Also wir haben als Interessenverband Filmkommunikation 1996 eine Broschüre herausgegeben, wo genau dieser Wandel 1988-1995 in Zahlen. Also ich kann genau sagen welche Leinwand geschlossen wurde, mit wie viel, was ist danach gekommen, und auch noch die Film Club Anbindung. ist in diesem Heft drin, was auch online steht auf unserer Seite. Also wenn ich jetzt hier mal rein kucke, dass mit der Privatisierung das ist jetzt die Wende wurden in Mecklenburg-Vorpommern 56 Kinos geschlossen. Ich kann mich erinnern, wir haben einige leergeräumt. Die kann ich alle aufzählen. In Brandenburg 87, Berlin nur fünf, in Sachsen Anhalt 117, in Sachsen 149 und in Thüringen 82. die Frage ist doch jetzt einfach, was mit diesen Kinos geworden ist. Das wissen wir alle. Wir wissen was mit der Schauburg hier geworden ist. In der Zeit nach der Wende, also bis zurück ins Jahr 2000 hatte ich noch Anrufe von Bürgermeistern. Wir sind so die Schnittstelle, wir werden angerufen, Wir wollen wieder Kino aufmachen und dann lenken wir das in irgendeiner Weise. Ich wäre froh, wenn wir das in den gewerblichen Bereich lenken könnten, dass nämlich die Häuser richtig bespielt werden. Wir haben doch ein Grundproblem, das ist doch überhaupt nicht und ich komm jetzt von der Jahrestagung in Wiesbaden und das ist tatsächlich nicht Mecklenburg-Vorpommern, ein Ort, der versucht über abenteuerliche Sachen, das Kino wieder zu beleben, was überhaupt nicht betreibbar ist. Ich kann doch ein Kino nicht mit drei Leinwänden, wenn ich es nur alleine betreibe, kann ich doch nicht wirtschaftlich betreiben. Das geht nirgendwo. Nirgends. Und ich glaube, dass ein, in Güstrow haben wir zum Beispiel noch ein Kino, ich liebe es, und würde als Filmclub niemals etwas kompensieren wollen, was da wegfällt. Ich möchte eine große Leinwand, aber ich erwarte natürlich auch eine gewisse Qualität. Und ich möchte nicht die 3D-Bilder verkehrt rum aufsetzen. Alles so was möchte auch Personal haben. Das gewerbliche Kino ist für mich schon noch ein Punkt, über den ich sehr hart nachdenke. Und ich glaube, dass wir mal an eins denken sollten, es gibt einen Unterschied, wenn Kultur oder Kino Staatsziel ist, dann lässt sich glaube ich noch ein bisschen mehr bewegen. Wir erinnern uns daran, dass in jedem größeren Dorf ein Kulturhaus stand mit einer 35 mm Kinoanlage. Das ist ein Extrem-Beispiel.

01:03:30 Aber ich glaube, dass ein Ansatz eventuell einmal aufgegriffen werden müsste. Wenn ein gewerblicher Kinobetreiber tatsächlich etwas, was wir in diesem kleinteiligen kulturellen Bereich macht aufgreift und in der Lage ist, in irgend einer Weise Einzelspielstätten in der Fläche zu bespielen, natürlich in Zusammenarbeit mit den Kommunen, in der Hoffnung, dass die städtischen Haushalte das auch hergeben, aber das wäre aus meiner Sicht ein Ansatz. Ansonsten bewegen wir uns tatsächlich in diesem Bereich, die Leute müssen fahren, und unser Bereich, der wächst. Aber letztendlich will ich auch nicht in jedem Dorf Kino anbieten, aber die Leute mögen das, und es ist eine ganz andere… Es ist aber Kino, und man guckt gemeinsam einen Film. Also ich würde gern mal über diese strukturelle Schiene wieder reden wollen, wie wir dafür uns Ansätze finden könnten.

Michael Pawlowski :

Nehmen Sie das doch mal auf. Mich würde mal interessieren was Sie motiviert hat.

Moderator Christian Bräuer: Was hat Sie motiviert? Wie berichten Sie ihren Kollegen?

Reinhard Mach: Also ich würde da vielleicht mal ganz anders rangehen wollen. Ich kann auch keine Garantie dafür abgeben, dass die kommunale Finanzausstattung in zehn Jahren in du bist Lust noch so ist, dass wir uns das leisten können, was wir uns im Moment leisten. Aus kommunaler Sicht gesehen, ist es auch eine Frage was kann die Kommune, also finanziell? Erster Punkt.

01:05 Zweiter Punkt, Geld ausgeben ist eine Frage politische Prioritätensetzung und dass das Land mit einer kontinuierlichen Förderung sogar nicht dabei ist was die Kinos angeht, finde ich schon irgendwie schwierig. Weil ich könnte mir schon vorstellen, dass es eine Zieldefinition gibt, was will ich eigentlich erreichen, dass die Ziele mit Kriterien definiert werden. Und dass man dann schaut, was ist unser struktureller Anspruch, und wie können wir den mit Förderung begleiten? Wenn die Kommunen finanziell dass alle könnten, dann würden sie es glaub ich auch tun. Aber wenn man sozusagen eine Landesstrategie entwickeln will, dann braucht es natürlich auch eine Landesförderung am Ende.01:05:21 Und insofern möchte ich aber auch noch mal gerne einsteigen, dass hier so hart zwischen wirtschaftlich betriebenem Kino und Kunstkino, -habe ich das so verstanden?- Kulturkino diskutiert wird. Ich würde bestreiten, dass in Ludwigslust sozusagen der Kommerz regiert und nur Mainstream Filme abgespielt werden. Letztendlich hat das Luna Filmtheater in den vergangenen Jahren sieben Mal den Filmpreis gekriegt für das Programm, was dort läuft. Und wir erreichen im Durchschnitt gehen die Ludwigsluster zweimal im Jahr ins Kino, also auf die Einwohnerzahl gerechnet ist das durchaus auch eine in Anspruchnahme mit der man sich zumindest im Durchschnitt sehen lassen kann. Es gibt eine Kontinuität. Und das ist das, glaube ich, was sozusagen erforderlich ist, auch diese Kontinuität sicherzustellen. Und das geht wenn man sich Mecklenburg-Vorpommern anguckt nur mit einer Landesstrategie. Wenn meine Zahl noch stimmt, ich weiß es nicht Herr Glaser sitzt dort hinten, 60 % der Menschen in diesem Land wohnen im ländlichen Raum. Also muss ich sozusagen zwischen dem was ich hier so wahrnehmen und Diskussion zwischen klassischem Kommerz und dem Kunstkino was sozusagen im Ehrenamt realisiert wird noch einmal geschaut werden, was ist das was wir wollen? Ich glaube wir wollen nicht nur den Kommerz, jedenfalls wir in Ludwigslust nicht. Und das wird durch die beiden Kinobetreiber die wir haben, auch sehr gut umgesetzt. Aber wir kommen auch nicht ganz ohne die Blockbuster aus. Aber sie sind sozusagen nicht das was dort regelmäßig und ausschließlich läuft. Das glaube ich und dazwischen sozusagen einen Weg zu finden, das Publikum anzusprechen, weil das ja auch unterschiedliche Interessen des Publikums gibt.

Moderator Christian Bräuer: Publikum ansprechen ist gut. Vielleicht auch mal hier das Publikum einzubeziehen, die beiden Betreiber sind ja hier. Was ganz wichtig war, was du angesprochen hast, ist ja natürlich auch eine Frage der Zielsetzung. Ist es das Ziel zu sagen, wir wollen so weitermachen. Wir verwalten den Mangel letztendlich, der ja direkt nach der Wende denn in den nach Wende Jahren entstanden ist. Und dann gab es keinen Anknüpfungspunkt. Ich kann sagen für meinen Verband, wir stehen dafür, dass Film kunstgewerblich geht. Auch in kleinen Orten, auch mit Kinos mit 2, 3 Leinwänden, das ist nicht immer einfach. Da gibt es vielleicht auch die ein oder andere indirekte Unterstützung oft nur an einem bestimmten Punkt. Aber dort wo es eben nachhaltige Hilfe gibt, werden die Leute erfinderisch. Und vor allem eins. Wir sehen dass über all dort wo die Leute mehr ins Kino gehen. Dort wo wir Kinos haben, dort wo es vielleicht auch mal ein Filmkunst Kino gibt, da ist es eine deutlich höhere Rate als in anderen Gebieten. Von dem her würde ich aber jetzt mal, hier sind ja auch mehrfach kundige Leute im Raum, vielleicht auch mal direkt euch ansprechen, Christian, Bettina wie sieht ihr die Situation? Und aber auch gern jeder andere der eine Frage hat an einen der Teilnehmer oder etwas dazu sagen möchte. Oder erst Horst? Du meldest dich.

Publikum: Hans Puttnies: 1:09:10 Mein Name ist Hans Puttnies, ich bin Autor und Regisseur und lebe auf einem Dorf in Mecklenburg und ich würde gern, ich hab jetzt keine Frage, ich will aber gern zwei Vorschläge zusammen denken, die in diesen beiden Tagen gemacht wurden. Einmal kam von Herrn Völkert, dass wir Filmemacher uns selber aktiv organisieren sollten, in dem Sinne, dass wir Konzepte an die Politik herantragen und der andere kam von Herrn Voß, dass wir einen runden Tisch einrichten sollten, in dem solche Vorschläge gemacht werden sollen. Mein zusammen denken würde dahingehen, dass wir wesentlich grundsätzlicher an dieses Problem herangehen. Wir sehen immer diesen Gegensatz von Kultur und Wirtschaft und dabei ist der Kulturbegriff hier gewissermaßen übernommen von dem klassischen Begriff Theater, Oper, also eine Art von Zusatzversorgung der Bevölkerung. Der große Ethnologe Bronislaw Malinowski Hat einmal Kultur definiert, als das Ensemble der Rituale, die Menschen in der Gesellschaft eingehen, um zu überleben. Das Ensemble der Rituale. Wir müssten also anfangen, wenn wir die Abspielförderung in MV anders sehen wollen, und die befördern wollen, uns diese heutigen Rituale je in den verschiedenen Altersgruppen genauer anzusehen und speziell hier in Mecklenburg. Was jedoch erleben ist doch einerseits durch den technologischen Fortschritt der Individualisierung von Botschaften im Handy und in der Privatsphäre, dass Menschen vereint sind. Dass sie auf der anderen Seite aber vermissen, den sozialen Raum, den sie gerade in der DDR auf dem Lande, auf diesen weißen Flecken die wir heute sehen, in den Kulturhäusern gefunden haben. Warum greifen wir in diese Lücke nicht hinein und sagen, wir wollen nicht das Kino als eine abstrakte Abspielstätte jetzt irgendwie wieder beleben oder fördern? Sondern wir gehen wieder zurück und sagen, dass Kino, das in seinen Anfängen ja auch einmal ein Mittelodeon war, eine Jahrmarktveranstaltung, kann seine Transformation auch nur dann überleben, wenn es sich wieder vereinigt mit anderen gesellschaftlichen Funktionen die ebenfalls vermisst werden. Wenn ich also auf den Dörfern keinen Raum mehr habe, keinen öffentlichen Raum mehr habe, kein Lokal mehr habe was geöffnet ist, wo junge Menschen oder alte Menschen oder andere sich einfach auch treffen können, einen Kaffee trinken können, oder auch einfach nur schwetzen wollen, dann ist ein Raum zu schaffen, indem sowohl Kino ist als auch Cafebar oder wie man auch immer das nennen will, also Begegnungsstätte, als irgendetwas, was gemietet werden kann für etwas, für irgend ein Event. Aber das von den Bedürfnissen der Menschen ausgeht, die in dem jeweiligen Dorf und der jeweiligen Umgebung leben. 01:12:00 Wir haben hier immer so viel geredet über wirtschaftliche Fragen, die nicht von der anderen Seite her definiert waren. Nämlich vom Publikum. Wenn wir das Publikum als wieder konstituieren wollen. Das Kino hat ja überhaupt erst in seinen Anfängen ein Kinopublikum gebildet. Es gab kein Kinopublikum. Die große kulturelle Leistung des Kinos bestand ja gerade darin, das es das Publikum gefunden hat. Vorher waren die Menschen eben auch, die sozial nicht geeignet waren ins Theater zu gehen auch vereinzelt. Wir müssen wieder ein Publikum schaffen, indem wir Orte bilden, in denen diese Menschen ihre Bedürfnisse erfüllt bekommen. Und dann werden sie auch einen Beitrag dazu leisten, der zu den sozialen Infrastrukturmaßnahmen, die dafür notwendig sind auch ein Unterhaltungsbeitrag leisten. Also ich plädiere sehr dafür, dass wir diesen Vorschlag aufgreifen, aber grundsätzlich die Frage von Unterhaltung und Publikum am Beispiel des Kinos neu klären.

Moderator Christian Bräuer: Danke. Horst Konrad?

Publikum Horst Konrad : Ja, also mein Name ist Horst Konrad und ich komme aus Neustrelitz und seit 1993 mache ich dort Kino im nichtgewerblichen Bereich. Wir sind auch mit dem Landesverband Filmkommunikation seit dem Jahr 2000, also seit 14 Jahren zusätzlich ein gewerbliches Programm Kino mit zwei verschiedenen Filmen jeden Tag. Also 18:00 Uhr und 20:15 Uhr Vorstellung und es überrascht schon so manchen Kommunalpolitiker, dass wir für dieses Programm jeweils den Kinoprogrammpreis des BKM bekommen. Also jetzt zum 13. Mal in Folge. Und trotzdem ist es so, dass die Politiker natürlich in Neustrelitz froh sind, ein Kino zu haben, was gewerblich funktioniert, wo sie nicht einen müden Euro hineingeben müssen. Ja, also das brauchen sie nicht zu tun, das funktioniert auch so. Aber wenn wir das jetzt hier sehen, dieses Branchentreffen in Schwerin, in der Landeshauptstadt ist ja nicht als Geheimnis, als gehütetes Geheimnis angekündigt worden, sondern es ist öffentlich angekündigt worden, und ich sehe hier aber vielleicht gibt es ja noch zu erkennen, keinen der verantwortlichen Politiker. Also keinen maßgeblichen Kulturpolitiker, der sich beteiligt und auch sonst in dieser Richtung keinen, der sich hier sage ich mal von Politikseite informieren möchte, die Verantwortung eines Bürgermeisters, die würde ich jetzt hier dann nicht, überhaupt gar nicht infrage stellen. Ich halte es jedenfalls, doch das muss ich sagen, für einen Skandal, dass seit 20 Jahren ein Landesverband Filmkommunikation, die zusammenbrechende Kinostruktur in Mecklenburg-Vorpommern versucht hat zu kompensieren. Anfänglich mit vielen Betteleien, sag ich mal, komplizierten Antragstellungen, sogar noch etwas Geld hinein geflossen ist in dieser Struktur. Und jetzt bei den 60 Spielstätten, die der organisiert sind, so gut wie gar kein Geld hinein fließt. Und diese Geschichte überhaupt nicht unterstützt wird.

01:15:30 Es ist doch für jeden klar, dass wenn 50 Kinos koordiniert werden sollen, dass man mindestens mal für diese Struktur ein oder zwei Stellen vielleicht finanzieren müsste. Es müsste doch eigentlich mal, und das ist doch hier diese Unkultur, insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern, was der Kollege vorher gesagt hat, ist doch richtig. Dass wir zurückkommen müssen zu einer Kultur, die eben auch diese Akzeptanz hat, nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch seitens der Politik. Die Politik müsste doch von sich aus auf uns zukommen und sagen, was ihr macht seit Jahren in diesen ganzen Dörfern macht ihr Kino, wie können wir das unterstützen? Lassen Sie uns doch mal zusammensetzen. Aber Tatsache ist, selbst wenn wir Forderung aufstellen in diese Richtung, gibt es nur taube Ohren. Und das finde ich, ist ein Skandal. Das müsste man umkehren. Und ich wäre froh, wenn die heutige Versammlung so einen ersten Schritt machen könnte. Und einen Kinoprogrammpreis beispielsweise wäre ein Einstieg in eine solche Debatte. Andererseits wenn es Kommunen gibt, vielleicht muss man eine Kampagne starten, wo es noch leer stehende Kinoräume gibt. Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern auf ehrenamtlicher Basis ein dicht gestricktes Netz kultureller Initiativen. Das gibt es, auf jedem Dorf gibt es feste Musikinitiativen. Da gibt es bildende Künstler und so weiter. Mit ein wenig Unterstützung könnten wir die leer stehenden Kinos mit Hilfe dieser Netzwerke betreiben. Dazu müssten wir allerdings nicht nur die Fantasie der Basis haben, sondern da müsste auch ein bisschen Fantasie der Politiker da sein, wie man eine solche Struktur unterstützen kann. 01.17:20

Moderator Christian Bräuer: Ich glaube das waren jetzt noch einmal ganz wichtige Beiträge, weil Sie ja zweierlei angesprochen haben. Einfach noch mal grundsätzlich die Wichtigkeit der Kultur und des kulturellen Verständnis ist, und die andere Frage oder warst du deutlich wird dann doch insgesamt ein Fehlen der Dialog zwischen Politik und Kultur Kinofilm. Wir selber, oder ich selber war vor zwei Tagen beim Kulturminister Brodkorb und hab sehr geborgen für ein Kinoprogrammpreis, der genau so abgestuft ist, der die Abspielringe im Blick hat, der gezielt, wenn es Kinos schaffen und am Land oder in kleinen Orten ein anspruchsvolles Programm zu haben, dass die einen vergleichbaren Programmpreis kriegen, die aber letztlich auch das Land Kino in der Fläche im Blick haben. Das allein glaube ich, muss man sich klarmachen, wird nicht dazu führen, dass wir neue gewerbliche Kinos ohne weiteres bekommen. Das ist ein Zusatzschritt und das haben wir ja auch da gemerkt. So von nichts auf gleich lässt sich in der Regel so ein Kino noch nicht einmal wieder beleben, schon gar nicht neu bauen. Das sind hohe Investitionen tätig, die lassen sich zumindest im ersten Schritt nicht oder schon gar nicht allein gewerblich finanzieren, wenn es dann aber gelingt und da sieht man ja dann trotzdem die Beispiele dann wird dann nachhaltig zurückgezahlt in Form von Programmen, Begegnungsstätte und also von dem her denke ich, ist es wichtig hier da die Politiker aus allen Fraktionen letztlich aber natürlich auch die Regierung anzusprechen, und zu sehen, hier die Weichen zu stellen. Jetzt war hier noch eine Wortmeldung…

Jens-Hagen Schwadt: 01:19:20 Weil das jetzt die meisten nicht wissen, also die Abspielringe werden mit 7000 € durch die kulturelle Filmförderung unterstützt. Der Landesverband früher mal 1996 somit 100.000 DM, da hat sich ganz viel verändert, komplett ehrenamtlich also da geht es nicht um Arbeitsplätze die finanziert werden müssen, weil das läuft über die Gruppe, die 200 Leute die aktiv sind. Wir erreichen zurzeit also in diesem Jahr werden wir 1000 Veranstaltungen erreichen und wir haben 30.000 Besucher wahrscheinlich zum Jahresende. Also für so ein kleines Kino geht das schon mal. Aber interessant ist doch tatsächlich, den Sprung zu schaffen, tatsächlich dahin, dass man eine Struktur vorfindet. Ich hab letztens etwas erleben dürfen, dass ich tatsächlich für einen Landtags Politiker also der auch so ein Kino gründen möchte oder so, dann nimm doch erklären muss, warum ich seine Tonanlage nicht finanzieren kann. Was ich früher ja konnte durchaus. Ich hab fast einen Herzinfarkt gekriegt. Aber der kann nichts dafür, der ist neu im Boot.

01:15:20 Aber wichtig ist tatsächlich, dass diese politische Ebene sich vielleicht mal mit der Sache mal mit ihrem Land dass sie sich dafür interessieren. Das finde ich eigentlich schade. Das ist zurzeit noch nicht passiert ist. Das bloß aber die Filmförderung die kulturelle Filmförderung ist dabei, aber das ist tatsächlich ein Topf der eigentlich Filmprojekten gehört. Und ich sehe mich eigentlich nicht in diesem Topf zu Hause, sondern beim Kultusministerium, wo wir eigentlich hergekommen sind. Von dort wurden wir gefördert. Viele viele Jahre. Aber das wie gesagt, das ist jetzt die Vergangenheit. Aber es muss irgendetwas passieren.

Moderator Christian Bräuer:

In dem Zusammenhang ist natürlich die Frage, ist die Struktur und die strikte Trennung in kulturelle und wirtschaftliche Förderung so hilfreich, perspektivisch? Wo Kultur und Wirtschaft beim Film wie bei anderen Kulturgütern eben immer eng bei einander sind. Aber jetzt mal hier die…

Publikum: Beatrice Ehrler Kamp-Theater Bad Doberan

ich habe vor zweieinhalb Jahren das geschlossene Kino Bad Doberan übernommen, als ehrenamtlich arbeitender der Verein. Und da kann ich wirklich Jens Hagen ganz doll danken, weil ohne ihn hätte ich es nicht gemacht, weil wir einfach genau diese Mindestgarantie nicht erfüllen müssen. Wir haben, also uns ist es in dessen gelungen, das ist ja eigentlich im Kino für fast 250 Leute, gehört einem Privatunternehmer der Saal und zwischendurch ist ein Mainstreamkino wieder reingegangen, der hat aber versagt, weil wir in Doberan brauchen halt nicht ein tägliches Kino. Und es ist uns gelungen, in den zwei ein halb Jahren ein Stammpublikum zu erzeugen. Das heißt also ich habe ungefähr Zuschauer zwischen 40 und 150, bis 200. Wir sind Begegnungsstätte. Wir machen alle Seniorenveranstaltungen. Alle Schulveranstaltung, die decken wir komplett als ehrenamtlicher Verein ab. Dann haben wir allerdings keinerlei Lobby bei der Stadt. Deswegen war ich völlig begeistert. Weil wir arbeiten ehrenamtlich, setzen im Jahr ungefähr 25.000 € um, müssen aber ungefähr 15.000 € für den Kinobetreiber in die Tasche wirtschaften, der also immer noch nicht den Hals genug voll kriegt. Und unser Rathaus ist der Meinung, dass ein soziokultureller Treffpunkt auch der Supermarkt ist, also das sagt der Ausschussvorsitzende. Also sagen wir mal so, ... es ist so wir haben ältere Leute da, die sagen, wir sind so glücklich. Wir können einmal in der Woche in ein Kino gehen. Und das schöne ist, also was ich sehr schön finde, es ist eigentlich gar kein Kunstkino es sind Geschichten. Und ich bin damit groß geworden, es gibt einfach Parallelwelten, es gibt den Mainstream und dann gibt es die anderen Geschichten. In dessen ist es so, dass eine 70-jährige Frau auf mich zukommt und sagt Frau Erler, wir wären nie in einen Dokumentarfilm gegangen und schon gar nicht mit Untertiteln. In dessen kommen die Leute blind zu uns. Sie stehen irgendwann an der Kasse und fragen: ja was gibt es denn heute. Ach Sie werden das schon machen. So, diese zur Akzeptanz ist sehr schön. Also das dankbar ist der für uns ist unser diese privaten Interessen, diese Zusammenkunft. Es entwickeln sich Gespräche, es ist wirklich ein sehr sehr schöner sozialer Treffpunkt geworden. Wir sind allerdings jetzt am Ende, weil wir haben keinerlei Lobby bei der Stadt. Es wird nicht genutzt. Also wie gesagt, "wir brauchen es nicht". Und wir haben keine Kraft mehr. Und wenn wir jetzt den Landesverband nicht hätten, und die Zuschauer nicht hätten, wir sind wirklich gerade am rühren und ich arbeite im Prinzip mindestens 5 Stunden am Tag oder in der Nacht um dieses ganze Getriebe da irgendwie aufrecht zu erhalten. Wir haben keine Lobby. Und wir haben in unserer Stadt gar keine Lobby. Die Leute interessiert es einfach nicht. Deswegen herzlichen Glückwunsch. Wollen Sie sich nicht bei uns als Bürgermeister bewerben? Es geht bei uns gar nicht um den Mainstream, die Leute möchten ihn nicht. Aber es haben im viele versucht im Mainstream bei uns aufzuspringen und zu sagen super jetzt hat er das Publikum und so und es ging natürlich völlig nach hinten los, weil die Leute die sind sehr lokal politische und sie lieben ihre Mitbewohner. Also deswegen, ich wollte einfach nur sagen, unser Landesverband Filmkommunikation hat uns letztendlich so stark gemacht, und wir haben dieses Solidarprinzip, was ich natürlich auch noch als DDR-Bürger kenne. Wenn ich die Feuerzangenbowle Spiele hab ich 100 Leute mindestens. Dafür kann aber willst du mit fünf Leuten mitspielen und die anderen können auch mitspielen. Weil die spielen die Mindestgarantie ein. Definitiv. Es gibt einfach ein unglaublich schönes Solidarprinzip, und da geht es gar nicht ums Geschäft, sondern einfach nur um ein Miteinander da zu sein. Und das finde ich es einfach, ja sollte wirklich mal irgendwie honoriert werden. Also mit Achtung. Dass man uns wahrnimmt.

Moderator Christian Bräuer: Hier sieht man was Kino ist. Kino ist Leidenschaft, aber eben Leidenschaft ganz oft bis zehn oder bis über die selbst Ausbeutung ja dann auch letztlich hinaus. Ich glaube die Zeit ist sehr vorangeschritten, und ich glaube, wir haben auch schon einen ganz guten Überblick gegeben. Ich würde jetzt gerne noch mal Euch/ Sie alle um ein kurzes Schlusswort und vielleicht Fazit bitten. Ja Michael möchtest du…

Michael Pawlowski : Also jetzt mal gerade zu Ihnen. Man bemerkt Ihr Engagement und kann sie dann nur beglückwünschen, dass Sie es tun. Man kann sie nur auffordern, machen Sie es weiter. Mich stört an ihrer Bemerkung folgendes, wenn privates Kapital etwas zur Verfügung stellt, was einer Allgemeinheit zugute kommt, die vermutlich sozusagen in einen Vorteil kommen, den anderen nicht kommen. Dann sollten Sie das nicht als "abkaschen" oder "den Rand nicht voll kriegen" bezeichnen, Weil sie vermutlich nicht wissen, welcher Aufwand an der anderen Stelle ist. Und glauben Sie mir, als jemand der nicht nur ein Haus in seinem Bestand hat sondern viele viele und davon auch viele viele im Osten Deutschlands, der weiß auch was das kostet. Also das ist das einzige, was mir an ihrem Vortrag wirklich nicht so gut gefallen hat. Weil ich glaube, die Adresse, die Sie richten, das sagen Sie auch immer wieder, aber Sie müssten, wenn denn schon wieder öffentlicher Raum geschaffen wird, dann müssen wir tatsächlich dahin gucken, wo muss es denn eigentlich passieren. Meine ganz persönliche Auffassung zu unserer Förderkultur insbesondere im kulturellen Raum ist, das Land Mecklenburg-Vorpommern ist zu klein, um große Beträge zusammen zu bringen. Dann leistet es sich noch so Dinge wie ein Kultur und Filmzentrum in Wismar, was einen Haufen Geld kostet. Da können wir jetzt mal groß Fragezeichen ranstellen, wie viel Sind denn hinter diesem Volumen Geld steckt.

1:27:20 Dann leisten wir uns unterschiedliche Zuständigkeiten, wir haben eine wirtschaftliche Filmförderung, wir haben eine Filmförderung, eine kulturelle Filmförderung. Wir fördern das Filmkunstfest. Wenn Sie dann zur Stadt gehen und sagen: was gibt's denn dafür, dann sagt die Bürgermeisterin na ja also ein bisschen was machen wir ja, eigentlich möchte sich damit identifizieren. Wenn man dann den Betrag sieht, dann würde man mit der Bibel sprechen: "...als der Herr das sah, drehte er sich um und weinte bitterlich..." Das Kernthema über das wir diskutieren ist, wie schaffen wir, da muss ich an dich Frank einmal anknüpfen, wenn wir hören das große Flächenländer, wer ist denn derjenige der in der Filmförderung, denn der Kulturförderung, der in der Kinoförderung wirklich etwas unternimmt? Da können Sie wirklich all die großen Bundesländer nehmen, die können Sie nehmen, weil die Volumen haben, weil da Filmproduktionen zustande kommen, die der Landfilm, der bayerische Film, der wird natürlich auch konsumiert. Und wir kriegen es eben nicht hin, dass in bestimmten Bereichen die Bundesländer sich endlich zusammen tun und eine Filmförderung zum Beispiel Norddeutschland, da könnte man Hamburg, Schleswig Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen zusammen tun. Und dann könnte man mal gucken, ob man aus dem Volumen nicht insgesamt etwas schaffen kann, was Sinn machen würde. Das fängt aber im Kleinen hier in Mecklenburg an. Meine Gespräche mit dem verehrten Herrn Minister sind jedenfalls alle so gewesen, dass ich zur Kenntnis genommen hab, also strukturell will man gar nichts machen. Bitte nur nicht rütteln. Ja? Geh du zum nächsten, guck da, ob du was kriegen kannst. Und wenn du von mir irgendwas h aben willst, dann stelle ich zu allererst einmal eine Bedingung, damit das so läuft, wie ich mir das vorstelle. Also Politik diktiert mit dem was sie an Geld gibt, wie an anderer Stelle etwas zu passieren hat. Da stelle ich ein ganz großes Fragezeichen dran, ob das eigentlich sein darf. Ist es nicht Aufgabe zu sagen, wir haben einen Etat, der steht in den und den Punkten zur Verfügung, und da muss Politik sich raushalten. Wenn sie in allem nur bestimmen wollen, dann haben wir nachher sozusagen kleine Gruppierungen von Individualmeinungen, die etwas nach draußen steuern. Das ist unser Problem.

Moderator Christian Bräuer: Noch eine politische Fundamentalkritik. Herr Mach...

Reinhard Mach: 1:29:46 Also ich kann das so nicht unterschreiben. Jeder verlangt, dass die Politik verantwortlich mit Steuergeldern umgeht. Und dann zu sagen hier, Zack großer Topf, macht was ihr wollt, Hauptsache es kommt was bei raus, das glaube ich, wenn ich das so richtig verstanden habe, das glaube ich kann es nicht sein. Ich finde den Vorschlag mit dem runden Tisch sehr schön. Und da muss aber auch Politik dran sitzen. Weil die verfügen letztendlich auch über Steuergelder. Und um nichts anderes geht es letztendlich. Ich will vielleicht noch mal, ich war ein bisschen erstaunt über ihren Vortrag da aus Bad Doberan. Der Bad Doberaner Bürgermeister ist in Ludwigslust geboren. Vielleicht laden wir ihn einmal gemeinsam ein nach Ludwigslust. Ich wollte aber an der Stelle nur noch mal sagen, also ich hab das ja vorhin schon gesagt, Man muss jetzt auch nicht glauben, weil das Ludwigsluster Kino, also so zu den kommerziellen zählt, also es zählt, dass man sich da jetzt dumm und dämlich verdient. Und dass man da jetzt richtig reich wird bei. Das ist ja nicht der Fall, sonst würden wir auch nicht daneben stehen und sagen, wir gucken die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass dieses Puzzleteil der Lebensqualität, die wir für unsere Menschen erreichen wollen, sozusagen auch in die Zukunft getragen wird. Etwas Nachhaltiges ist. Und das was sie geschildert haben, dass quasi ihr Verein am Ende seiner Kräfte ist, oder sozusagen das Ende der Kräfte erkennbar ist, das hat ja mit Nachhaltigkeit so überhaupt gar nichts zu tun. Deswegen Bin ich der Meinung, und bei Doberan ist ja nun kein Dorf, naja ich würd jetzt auch behaupten Ludwigslust sei kein Dorf aber...

Publikum: Beatrice Ehrler Kamp-Theater Bad Doberan

Entschuldigung ich bin Stadtvertreterin, weiß was in der Politik in Bad Doberan so ist. , deswegen kann ich einfach nur sagen, Kultur hat keine Lobby hier. Da gibt es kein Verständnis dafür. Und das ist dann das Problem, wo ich sage bin ich froh, dass ich den Landesverband habe, und die anderen kulturellen, die mir die Kraft geben. Das ist es.

Reinhard Mach: 1:31:30 Also das kann ich auch verstehen, aber ich denke Kultur muss für Lobby auch in der Politik kämpfen und insofern glaube ich, kann man da immer nur wieder die Stimme erheben, das zu tun. Uns ist in der Stadt Lebensqualität ganz wichtig, auch wenn aktuell trotz eines ausgeglichenen Haushaltes meine Stadtvertreter über Einsparmöglichkeiten bei den freiwilligen Leistungen gucken, wie wird sozusagen die finanziell die Zukunft erreichen, habe ich eine ganze Menge Leute, den Kultur auch wichtig ist, und in das Kino auch wichtig ist und allein die Tatsache, dass da 1,3 Millionen Investitionen eingeflossen sind, die will ja auch keiner aus der Politik sozusagen irgendwann mal den Bach runtergehen sehen, macht deutlich, dass wieder auf Nachhaltigkeit gepolt sind.

Michael Pawlowski : Da müssen die Beträge größer sein, das stimmt...

Moderator Christian Bräuer: Vielleicht jetzt mal trotzdem die Zeit geht uns voran, also ein ganz kurzer Einwurf ist zulässig, mehr nicht… Bettina Westermann von Luna Filmtheater in LWL...

Publikum: Bettina Westermann Luna Filmtheater LWL...

Also es geht noch einmal darum, um die 1,3 Millionen, finde ich auch klasse, aber und das vielleicht als kleinen Tipp bei Ihnen Herr Pawlowski was Grevesmühlen angeht. Wir sind aber auch in Vorleistung getreten. Wir haben drei Jahre lang Kino gemacht. Und zwar unter extrem schwierigen Bedingungen. Und dann hat die Stadt sich bereit erklärt, dieses Haus zu sanieren. 1:33.16

Moderator Christian Bräuer:

so jetzt noch hier vielleicht jeder einen kurzen Satz Anne...

Dr. Anne Kellner:

Ja also ich leite das Kino jetzt im achten Jahr und ich hab jetzt in diesen Jahren bisher ganz wunderbare Kinomacher und wunderschöne Kino Orte kennen gelernt in Mecklenburg und wir sind in Rostock auch mal eine Zeit lang Untermieter bei CineStar gewesen und haben dort auch ganz wunderbare Kollegen gehabt, die mit Herzblut am Kino gehangen haben.

1:33.44 Und ich hab auf der anderen Seite in der Politik und in den etablierten Einrichtungen Besitzstandswahrung bis zur Dummheit erlebt und ich wünsche mir einfach, dass wir da ein bisschen Bewegung reinbringen können und ein bisschen was von der Leidenschaft von der Kino Seite auch rübertragen können auf die andere Seite. Danke.

Jens-Hagen Schwadt:

Also mir macht die Netzwerkarbeit sehr viel Spaß und ich hab die Hoffnung niemals aufgegeben. Und ich werde sie nicht aufgeben, solange sich Besucher finden, die sich die Filme anschauen und darüber diskutieren. 1:34:20 Und wir sollen auch nicht Urlauber vergessen. Also ich habe tatsächlich Urlauber dagehabt aus Hessen, die waren in jeder Veranstaltung in einer Woche an den verschiedensten Orten die wir in Güstrow gemacht haben. Also die haben das gebraucht. Also ich denke mal, dass wir da auch im Bereich Tourismus durchaus einsteigen sollten. Nein nein, also ich denke schon das wird sich entwickeln. Ich glaube, dass so ein runder Tisch oder in irgend einer Form sich regelmäßig wieder zu treffen, wie im Rahmen des filmkunstfestes, doch Sinn macht. Und vielleicht werden wir vor der nächsten Wahl wieder ein paar Politiker sehen.

Publikum:

Also im Ernst wir könnten aus Güstrow auch einen Bürgermeister mitbringen, der auch viel für das Kino dort getan hat und auch immer noch tut. Ich glaub alle verstehen mich aber ich rede auch gerne. Ich wollte jetzt gar nicht diese Runde unterbrechen, aber ich mein das wäre zumindest ein konkretes Ergebnis. Dass man eben mit diesem runden Tisch, dass man da wirklich auch Leute mitbringt und ihr guckt, dass ihr in Bad Doberan auch irgendwelche Stadtvertreter mit auch an diesen runden Tisch mitbringt. Damit die das mitkriegen. Ich meine geht ja nicht anders.

Moderator Christian Bräuer: Harter Kampf Herr Völkert.

Frank Volkert: Und dann lassen Sie mich doch versöhnlich einfach mit einer persönlichen Bemerkung enden, die da lautet: Kino ist das größte, Augen auf und rein.

Moderator Christian Bräuer: Also ganz das Schlusswort will ich also der Volker hat ja gesagt, das ist ja der Vorschlag, das ganze muss weitergehen. Und es nützt nichts, wenn wir hier große Reden schwingen und tiefe Probleme irgendwie aufwerfen. Das glaube ich, hab ich so verstanden, dass das auch euer Ziel und euer Wunsch ist, dass das vorangeht. Und ich glaube so, da kommt jetzt vielleicht mein Realismus noch rein, Runde Tische finde ich immer toll, aber irgendwann muss auch was passieren. Und wenn wir uns jetzt nächstes und übernächstes und überübernächstes Jahr treffen, dann ist das ganz wunderbar, wenn Kino und Filmabspiel ein zentrales Thema in Mecklenburg-Vorpommern wird, aber insgesamt glaube ich, und wenn ich Bad Doberan ganz konkret sehe, auch wenn man das denke ich nicht allein auf Landesebene geklärt kriegt, wäre es gut, je früher tatsächlich Weichen gestellt werden, Kinoförderung ist und auch wenn es erst einmal kleine Beträge sind, desto mehr passiert, desto mehr lässt sich verstetigen. Ich glaube, das muss das Ziel und so verstehe ich ja alle. Egal, ob sie das mit wirklich kommerzieller Absicht machen und ich glaub letztlich ist das ja auch das Ziel, jedes Kino das bleibt es gut. Und jeder der es schafft tatsächlich und wenn es in einem Übergang ist vom geförderten zum gewerblichen zu kommen, das ist ein Gewinn. Und letztlich ein Gewinn für den Kulturstandort Mecklenburg-Vorpommern. Von dem her, Volker, auch von unserer Seite das Angebot hier, führe das zusammen. Wir müssen mit den zuständigen Politikern an einen Tisch und möglichst vor der nächsten Wahl und vor dem nächsten Filmkunstfest. Herzlichen Dank Ihnen für das zuhören herzlichen Dank für das mitdiskutieren. Jetzt Film ab, sozusagen einen schönen Tag und schönen Abend Ihnen allen.

2015-05 VA in Schwerin: Kinos in MV bremer
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