Veranstaltungsberichte

Gute Regierungsführung für nachhaltige Entwicklung

Elf junge Politiker aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas kamen für zwei Tage zu einem Diplomkurs in Montevideo zusammen, um ihre Kenntnisse in der Regierungsführung zu vertiefen. Die jungen Leute wurden ausgewählt, weil sie zuvor an einem Online-Diplomkurs teilgenommen hatten, den die KAS zusammen mit dem argentinischen Partner ACEP entwickelt hat und den die Teilnehmer mit Bestnoten abgeschlossen hatten.

In der vergangenen Woche besuchten uns elf junge Politiker aus Chile, Peru, Ecuador, Argentinien, Venezuela, Mexiko, Guatemala, Costa Rica, Paraguay und Nicaragua, die den mit ACEP (Asociación Civil de Estudios Populares) im dritten Jahr in Folge organisierten Online-Diplomkurs abgeschlossen hatten.

Unsere Besucher waren sehr motiviert, ihre Kenntnisse in der Regierungsführung zu vertiefen und kamen mit großen Erwartungen an die Arbeit unserer Stiftung.

In den beiden folgenden Texten beschreiben zwei Teilnehmer, wie sie die Tage in Montevideo erlebt haben.

Die Herausforderungen von guter Regierungsführung im 21. Jahrhundert

Der erste Seminartag des Diplomkurses begann mit einer Begrüßung von Dr. Kristin Wesemann, Leiterin des KAS-Auslandsbüros in Montevideo, und Carlos Rizzuti, Vizepräsident der ACEP.

Anschließend stellten die Teilnehmer sich und den jeweiligen politischen Kontext ihrer Heimatländer vor. Die Situation in verschiedenen Ländern Lateinamerikas weist sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede auf. Die Vertreter aus Chile und Peru berichteten von einem Wirtschaftswachstum in den letzten zehn Jahren, aber auch von politischen und sozialen Krisen. Die Vertreterinnen aus Nicaragua und Guatemala sorgten sich um die aktuelle politische Situation ihrer Länder, während Costa Rica momentan als demokratischer Leuchtturm der Region fungiert. Der Vertreter aus Argentinien blickte mit Unsicherheit auf die aktuellen wirtschaftlichen Reformen seines Landes. Durch den Rücktritt des Vizepräsidenten in Ecuador steht man dort vor neuen Wahlen, die als Stimmungsbarometer für die Wahlen 2019 gelten. Trotz der Krise in Venezuela bleibt dort die Hoffnung auf den Reichtum der Ressourcen und auf bessere Tage.

Den ersten Vortrag hielt der akademische Leiter des Diplomkurses, der Argentinier Dr. Emilio Graglia, der über die zwölf Herausforderungen von guter Regierungsführung im 21. Jahrhundert sprach. In einer Übung konnten die Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen miteinbringen und diese im Modell der zwölf Herausforderungen verorten. Dies war sehr bereichernd und ein erfrischender Programmpunkt, da sich ein offener Austausch von Ideen und Vorschlägen zur Förderung der Demokratie in Lateinamerika entwickelte. Im Angesicht der vielfältigen Probleme, vor denen die Politik steht, gilt es, Lösungen zu finden. Es wurde betont, dass das Ziel des Diplomkurses die Realisierung eines Modells zur guten Regierungsführung ist, das sowohl in Form als auch in Inhalt überzeugt. Die Eckpunkte dieses Modells sind das Auftreten des Staates als Beauftragter, diese Politik zu gestalten und zu verwalten sowie der Einsatz der Gesellschaft für das Wohlergehen aller; ein Ansatz, den die KAS und ACEP teilen.

In der zweiten Programmhälfte besuchte die Gruppe das Bürgermeisteramt des Stadtteilbezirks CH in Montevideo, das von Andrés Abt geleitet wird. Nach einer Führung und einem Einblick in die Abläufe und Zuständigkeiten vor Ort, stellte Abt die Projekte für seine Wahlperiode vor. Die Leitlinien hierfür sind das Schaffen eines attraktiven, unterhaltenden, gesunden und integrierenden Bezirks, in dem der öffentliche Raum gefördert wird. Außerdem wird viel Wert auf Sauberkeit und den Einsatz für die Umwelt gelegt. Zudem ist eine hohe Bürgerbeteiligung wichtig für die Verwaltung. Sicherheit und Infrastruktur stehen ebenfalls auf der Agenda. Alle Projekte, die in der Stadtteilgemeinde beschlossen werden, sollen effizient und transparent sein.

Am Ende der Vorstellung hatten wir die Möglichkeit, uns mit Andrés Abt und dem Stadtrat Enrique Arezo zu unterhalten.

Von Alejandro Fabara Torres (Ecuador)

Interdisziplinäres Lernen über Themen der Regierungsführung

Um neun Uhr morgens begann im Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung die erste Aktivität des zweiten und letzten Tages. Dr. Emilio Graglia hielt einen Vortrag über die politischen Leitlinien Lateinamerikas. Die Aktivität basierte auf interaktivem Dialog mit den Teilnehmern, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen miteinander teilten. Aufgrund der verschiedenen Nationalitäten und Erfahrungen der Teilnehmer entstand eine spannende, vielseitige Debatte.

Es folgte ein Vortrag der Ökonomin Azucena Arbeleche vom Studienzentrum der Partido Nacional. Sie thematisierte die Rolle der Wirtschaft als Motor der öffentlichen Verwaltung. Passend zu den vielfältigen beruflichen und akademischen Feldern der Anwesenden erfasste sie das Thema in seiner interdisziplinären Gesamtheit.

Zum Abschluss ließen die Teilnehmer gemeinsam die erlernten Inhalte des virtuellen Diplomkurses Revue passieren. Dr. Emilio Graglia leitete diese letzte Aktivität und fasste die Ergebnisse der Teilnehmer zusammen. Der virtuelle Campus wurde sowohl aus technischer als auch methodischer Perspektive aufgearbeitet. Neben konstruktiven Verbesserungsvorschlägen betonten die Teilnehmer vor allem ihre Zufriedenheit über ihr neu erlerntes Wissen.

Nach den Schlussworten und der Danksagung aller beteiligten Akteure wurden die Zertifikate übergeben.

Von Yasmin Barillas (Guatemala)