Sicherheit, Souveränität und Partnerschaft im Indo-Pazifik
Singapur, 3. Dezember 2025
Das Regionalprogramm Politischer Dialog Asien der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) veranstaltete am 3. Dezember 2025 im KAS-Büro in Singapur ein hochrangiges Seminar zum Thema „Sicherheit, Souveränität und Partnerschaft im Indo-Pazifik“. Die Veranstaltung brachte politische Entscheidungsträger, Diplomaten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Sicherheitsexperten aus Europa und dem gesamten Indo-Pazifik zusammen, um die sich rasch wandelnde strategische Landschaft der Region und die Rolle Europas darin zu diskutieren.
Zur Eröffnung des Seminars betonte Andreas Klein, Direktor des KAS-Regionalprogramms Politischer Dialog Asien, dass sich der Indo-Pazifik im zweiten Viertel des 21. Jahrhunderts zu einem zentralen Schauplatz geopolitischer Konkurrenz entwickelt habe. Er unterstrich, dass die Entwicklungen in der Region direkte Auswirkungen auf die Sicherheit, den Wohlstand und das Engagement Europas für eine regelbasierte internationale Ordnung haben.
Die Grundsatzrede hielt S.E. Artis Bertulis, Botschafter der Europäischen Union in Singapur. In seinen Ausführungen hob der Botschafter das wachsende Engagement der Europäischen Union im Indo-Pazifik hervor und betonte die Bedeutung von Partnerschaften, Multilateralismus und der Achtung des Völkerrechts für die Wahrung der regionalen Stabilität.
Panel I: Großmächte, kleine Staaten und strategische Seewege
Das erste Panel untersuchte, wie Staaten unterschiedlicher Größe im Indo-Pazifik mit strategischem Wettbewerb, maritimen Spannungen und sich wandelnden Bündnissen umgehen. Dr. Yeo Lay Hwee erläuterte die Handels- und Konnektivitätsstrategie der Europäischen Union in der Region und ordnete sie in den breiteren Rahmen des EU-Indo-Pazifik-Ansatzes sowie der Global-Gateway-Initiative ein.
Eva Abdulla, ehemalige stellvertretende Parlamentspräsidentin der Malediven, gab Einblicke in die Hedging-Strategien kleiner Staaten im Indischen Ozean, während Prof. Jaime Baeza Freer Chiles zunehmendes Engagement im Indo-Pazifik als sekundäre Macht analysierte. Marites Dañguilan Vitug, Editor-at-Large bei Rappler, beleuchtete die maritimen Sicherheitsherausforderungen der Philippinen und deren Balanceakt zwischen den Großmächten. Das Panel wurde von Prof. Mely Caballero-Anthony vom RSIS der NTU moderiert und war von einem lebhaften Austausch mit dem Publikum geprägt.
Panel II: Neue Sicherheitsfronten im Indo-Pazifik
Das zweite Panel widmete sich neuen und nicht-traditionellen Sicherheitsherausforderungen. Assoc. Prof. Christian E. Rieck erörterte Europas Suche nach gleichgesinnten Partnern im Indo-Pazifik, während Jared Mondschein die Auswirkungen von AUKUS auf Abschreckung und die regionale Sicherheitsarchitektur analysierte. S.E. Soemadi Brotodiningrat hob die Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Indonesien und der EU hervor, und Dr. Karthik Nachiappan behandelte Cybersicherheit sowie die digitale Partnerschaft zwischen der EU und dem Indo-Pazifik aus der Perspektive nicht-traditioneller Sicherheit. Moderiert wurde das Panel von Dr. Jean-Loup Samaan von der NUS.
Stärkung von Dialog und Partnerschaft
Über beide Panels hinweg unterstrichen die Diskussionen die Bedeutung von Souveränität, offenen Seewegen, digitaler Resilienz und regelbasierter Zusammenarbeit. Die Teilnehmenden betonten, dass Europa und die Partner im Indo-Pazifik vor gemeinsamen strategischen Herausforderungen stehen und dass ein intensiverer Dialog sowie eine engere Zusammenarbeit in einer Ära zunehmender geopolitischer Konkurrenz unerlässlich sind.
Das Seminar endete mit einer Netzwerkveranstaltung, die den Teilnehmenden Gelegenheit bot, die Gespräche fortzusetzen und berufliche Kontakte zu vertiefen. Mit dieser Veranstaltung bekräftigte das KAS-Regionalprogramm Politischer Dialog Asien sein Engagement für die Förderung eines informierten Dialogs und den Aufbau von Partnerschaften, die zu einem sicheren, offenen und regelbasierten Indo-Pazifik beitragen.