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Veranstaltungsberichte

Journalismus-Workshop mit Fokus auf der Lebensrealität indigener Bevölkerungsteile

von Georg Dufner

An dem Seminar nahmen 19 Journalisten. Die Teilnehmer repräsentierten zum einen die klassischen Medien, aber auch moderne Medienformate wie mediale Onlineplattformen

Bogota (Kolumbien): 6-7 Juni
Panorámica grupo Foto: KAS PPI
Grupo de periodistas participantes

Zwischen dem sechsten und dem achten Juni veranstaltete das Regionalprogramm PPI der KAS in Bogota (Kolumbien) den Journalismus-Workshop „Periodismo latinoamericano con enfoque y visión indígena. Laboratorio de Producción Periodística”[1]. Das Regionalprogramm arbeitete hierbei eng mit der journalistischen Initiative CONNECTAS zusammen. Der Workshop diente dem Ziel, die Zivilgesellschaft für die indigene Lebensrealität zu sensibilisiert und langfristig eine bessere Berichterstattung für die Interessen und Probleme der indigenen Bevölkerungsteile Lateinamerikas zu gewährleisten. 

Insgesamt nahmen an dem Workshop 19 Journalisten aus Argentinien, Bolivien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexico, Paraguay, Peru und Venezuela teil. Die Journalisten repräsentierten dabei sowohl klassische als auch moderne Medien.

Gemäß des Arbeitsauftrags des Regionalprogramms PPI ermöglichte der organisierte Workshop einen offenen Dialog zwischen Journalisten, Experten und indigenen Organisationen. Während des Workshops wurden verschiedene Themen angesprochen. Besondere Aufmerksamkeit wurde jedoch der Frage der Entwicklung von Regionen mit indigener Bevölkerungsprägung und dem hiermit in Verbindung stehenden Prozess der Vorab-Konsultation zuteil. Ein weiteres überaus intensiv behandeltes Thema war die Gewalt gegenüber indigenen Repräsentanten, welche sich öffentlich für die Gewährung und Einhaltung indigener Rechte einsetzen. Die „Organización Nacional Indígena de Colombia“[2] (ONIC) stellte während des Workshops eine umfassende Informationsbasis bereit, welche als Grundlage für die Diskussion genutzt werden konnte.

Die Teilnehmer des Workshops zeigten immenses Interesse an den Problemen der indigenen Gemeinschaften und große Bereitschaft als gesellschaftlicher Vermittler zu fungieren. Ein zentrales Fazit der Workshopteilnehmer ist, dass sich durch die mediale Abdeckung indigener Interessen und Probleme das spezifische Weltbild der einzelnen indigenen Gemeinschaften darstellen lässt. Alles, was es hierfür braucht, ist ein scharfes Auge und ein offenes Ohr. Sowohl die klassischen als auch die modernen Medien verfügen über diese Eigenschaften.

Als direktes Resultat des Workshops können die zum Teil detaillierten Hintergrundrecherchen gewertet werden, welche die Teilnehmer zurück in ihren jeweiligen Heimatländern durchführten. Die Ergebnisse dieser Recherchen wurden auf einer Vielzahl von digitalen Plattformen veröffentlicht. Unter anderem auch auf der Homepage des Regionalprogramms PPI der KAS.

 

[1] Auf Deutsch: Werkstatt für journalistische Arbeit: Lateinamerikanischer Journalismus mit Fokus auf der Lebensrealität indigener Bevölkerungsteile.

[2] Die ONIC ist eine Organisation, welche die indigenen Völker Kolumbiens vertritt. Sie repräsentiert ca. 800.000 Menschen, beziehungsweise 2% der Bevölkerung Kolumbiens.

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Bernardo  Ponce bild

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Dr. Georg Dufner

Dr

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