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Veranstaltungsberichte

Stärkung der rechtlichen und institutionellen Reaktionen auf Geldwäsche in der MENA-Region

von Weam Mahmoud

Settat, Marokko | 14.–15. April 2026

Das Rechtsstaatlichkeitsprogramm Naher Osten und Nordafrika der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) organisierte in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Rechts- und Politikwissenschaften der Hassan-I-Universität erfolgreich eine zweitägige regionale Konferenz mit dem Titel "Following the Money: Strengthening Legal and Institutional Responses to Money Laundering in the MENA Region" am 14. und 15. April 2026 in Settat, Marokko. Die Konferenz brachte eine angesehene Gruppe von Richtern, Staatsanwälten, Juristen, Finanzexperten, Wissenschaftlern und institutionellen Vertretern aus Marokko, Libanon, Tunesien und Deutschland zusammen. Sie bot eine Plattform für vertiefte und praxisorientierte Diskussionen über die rechtlichen, institutionellen und operativen Herausforderungen bei der Bekämpfung von Geldwäsche und griff dabei auf vergleichende internationale Erfahrungen zurück.

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Eröffnungssitzung

Die Konferenz begann mit Begrüßungsreden von Prof. Abdellatif Moukrim, Präsident der Hassan-I-Universität; Prof. Hasna Kaji, Dekan der Fakultät für Rechts- und Politikwissenschaften; und Prof. Dr. Hans Joerg Dietsche, Direktor des KAS Rule of Law Programme MENA.

Zusätzliche Ansprachen hielt Prof. Dr. Riad Fakhri, Direktor des Business Law Research Laboratory, der die Bedeutung akademischer und institutioneller Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität betonte.

Panel 1: Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen zur Bekämpfung von Geldwäsche

Moderiert von Dr. Riyad Fakhri untersuchte dieses Gremium die Übereinstimmung nationaler Rechtsrahmen mit internationalen Standards, insbesondere den FATF-Empfehlungen, und bewertete die institutionelle Wirksamkeit in der Region.

Beiträge von Richter Hasan Farhan (Marokko), Richterin Marie Rady (Libanon), Dekan Dr. Lotfy Chedly (Tunesien) und Prof. Dr. Rachid Al-Tahir (Marokko), ergänzt durch Beiträge von Herrn Abdelmajid Sorour und Prof. Dr. Hayat Fakhour, hoben die Lücke zwischen legislativer Entwicklung und effektiver Durchsetzung hervor. Die Diskussionen betonten die Bedeutung der richterlichen Unabhängigkeit, institutioneller Koordination und der Stärkung der Kapazitäten der Staatsanwaltschaft.

Panel 2: Finanzuntersuchungen, Vermögensverfolgung und Beschlagnahmung

Moderiert von Prof. Dr. Abdeljabbar Arrach, konzentrierte sich dieses Panel auf die operativen Dimensionen der Geldwäschebekämpfung.

Experten wie Prof. Dr. Kilian Wegner (Deutschland), Prof. Dr. Abdel Salam Raisi (Marokko), Richter Ehab Baassiri (Libanon), Prof. Dr. Mohamed Braw (Marokko) und Prof. Dr. Aisha Fadel (Marokko) behandelten mit Beiträgen von Herrn Ali Bennani Khir Herausforderungen im Zusammenhang mit komplexen Finanzuntersuchungen, Beweisstandards und grenzüberschreitende Vermögensrückgewinnung.

Die Diskussion hob die Bedeutung der Stärkung der Finanzintelligenzeinheiten, der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Behörden und der Entwicklung wirksamer Beschlagnahmungsmechanismen hervor, während gleichzeitig die Achtung des ordnungsgemäßen Verfahrens gewährleistet ist.

Panel 3: Präventionsmechanismen und die Rolle von finanziellen und nicht-finanziellen Akteuren

Geleitet von Prof. Dr. Youness Lazrak Hassouni, untersuchte dieses Gremium präventive AML-Mechanismen sowie die Verantwortlichkeiten von Finanzinstituten und benannten nicht-finanziellen Unternehmen und Berufen (DNFBPs).

Beiträge von Frau Najwa Benmadni (Marokko), Richter Ehab Baassiri (Libanon), Prof. Dr. Ines Youssef (Tunesien) und Prof. Dr. Hafiz Elyounsi (Marokko) behandelten zentrale Themen wie Kunden-Due-Diligence, Transparenz des wirtschaftlichen Eigentümers und verdächtige Transaktionsberichterstattung.

Die Teilnehmer betonten die Notwendigkeit, professionelle Geheimhaltung mit Compliance-Verpflichtungen in Einklang zu bringen, und hoben Herausforderungen bei der Regulierung nichtfinanzieller Sektoren in bargeldbasierten und informellen Volkswirtschaften hervor.

Gremium 4: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und internationale gerichtliche Unterstützung

Moderiert von Prof. Dr. Rachid Al-Tahir behandelte dieses Panel die transnationale Natur der Geldwäsche und die Notwendigkeit effektiver internationaler Zusammenarbeit.

Beiträge von Vertretern des Obersten Justizrates Marokkos, Herrn Reinhard Füllgraf (Staatspolizei Berlin) und Prof. Dr. Abed El Omrani (Marokko), konzentrierten sich auf gegenseitige Rechtshilfe, Auslieferung und den Austausch von Finanzinformationen.

Die Diskussionen identifizierten praktische Hindernisse für die Zusammenarbeit, darunter Unterschiede in Rechtssystemen und Verfahrensrahmen, und hoben gleichzeitig die Bedeutung von Vertrauensaufbau und institutioneller Koordination hervor.

Panel 5: Vergleichende Perspektiven und Best Practices – Lehren aus Deutschland und der MENA-Region

Moderiert von Prof. Dr. Abdelkarim Ennouhi lieferte das abschließende Panel eine vergleichende Analyse der AML-Systeme und -Praktiken.

Experten wie Richter Bahado Hafiz (Marokko), Dr. Lars Teigelack (Deutschland), ein Vertreter der Bank Al-Maghrib, Prof. Dr. Abdeljabbar Arrach und Dr. Nihad Oufkir teilten Einblicke in die Spezialisierung der Staatsanwaltschaft, institutionelle Gestaltung und innovative Ermittlungswerkzeuge.

Das Panel hob übertragbare Lehren aus der deutschen Erfahrung hervor und betonte gleichzeitig die Notwendigkeit, Best Practices an lokale rechtliche und institutionelle Kontexte in der MENA-Region anzupassen.

Wichtige Ergebnisse und Auswirkungen

Die Konferenz führte zu:

  • Stärkte den regionalen Dialog und Austausch zwischen rechtlichen und institutionellen Akteuren;
  • Verbessertes technisches Verständnis von Finanzuntersuchungen, Asset Tracing und AML-Durchsetzung;
  • Identifikation der wichtigsten Herausforderungen in der Umsetzung, Koordination und richterlichen Praxis;
  • Entwicklung praktischer, politikorientierter Empfehlungen zur Verbesserung der AML-Rahmen;
  • Konsolidierung eines regionalen Netzwerks von Experten, die sich der Bekämpfung von Finanzkriminalität widmen.

Förderung der Rechtsstaatlichkeit

Indem die Konferenz Geldwäsche als grundlegende Herausforderung der Rechtsstaatlichkeit behandelte, trug sie zur Stärkung von Transparenz, Rechenschaftspflicht und institutioneller Resilienz in der MENA-Region bei.

Die Gespräche bekräftigten, dass wirksame Anti-Geldwäsche-Maßnahmen nicht nur umfassende Rechtsrahmen, sondern auch starke Institutionen, richterliche Unabhängigkeit und nachhaltige regionale und internationale Zusammenarbeit erfordern.

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Kontakt

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Project Manager / Projektkoordinator
weam.mahmoud@kas.de + 961 (1) 385094 | + 961 (1) 395094

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