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Blickpunkt Afrika

Unsicherheit und Verwirrung an der Elfenbeinküste

Seit Dezember 2010 befindet sich die Elfenbeinküste in einer Krise, da Laurent Gbagbo sich weigert die Wahl des international anerkannten Präsidenten Alassane Quattara zu akzeptieren und dementsprechend zurück zu treten. Viele versuchten in dieser Krise zu intervenieren, darunter die Vereinten Nationen und ECOWAS (westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft), die Gabagbo ein Ultimatum bis zum 24. März stellten. Gbagbo ignorierte dieses Ultimatum.

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Unsicherheit und Verwirrung an der Elfenbeinküste

Frankreich, das mehr als 13.000 Staatsangehörige in Abidjan hat, gab bekannt, seine Streitkräfte, unter dem Tarnnamen Licorne, seien bevollmächtigt mit den Truppen der Vereinten Nationen gemeinsam die schwerbewaffneten Männer Gbagbos auszuschalten und Zivilisten zu schützen.

Seit Dezember 2010 befindet sich die Elfenbeinküste in einer Krise, da Laurent Gbagbo sich weigert die Wahl des international anerkannten Präsidenten Alassane Quattara zu akzeptieren und dementsprechend zurück zu treten. Viele versuchten in dieser Krise zu intervenieren, darunter die Vereinten Nationen und ECOWAS (westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft), die Gabagbo ein Ultimatum bis zum 24. März stellten. Gbagbo ignorierte dieses Ultimatum und dies führte zu Angriffen auf seine Streitkräfte von sowohl UN Truppen als auch denen aus Quattaras Lager. Am 4. April kam es zur Wende, als vier französische Hubschrauber den Palast Gbagbos angriffen.

Am Nachmittag ersuchte Barrack Obama um Gabgbos sofortigen Rücktritt. Er sprach auch seine Unterstützungen für die UN Intervention aus, während Russland diese Intervention in Abidjan in Frage stellte und ein dringendes Treffen zur Beratung der Krise forderte.

Gemäß UN Kräften, forderte General Philippe Mangou, Führer der Gabagbo loyalen FDS, seine Männer auf, ihre Waffen den UN Streitkräften zu übergeben und sich selbst unter deren Schutz zu stellen. Am Mittwochabend versuchten die Quattara Truppen den Palast Gbagbos anzugreifen, um ihn selbstzu entfernen, wurden aber von Gbagbos Wächtern zurückgeworfen.

Die ivorische Gemeinschaft in Paris ist mit der Intervention französischer und UN Truppen nicht einverstanden

In Paris ist die ivorische Gemeinschaft geteilter Meinung über die Intervention Frankreichs in die Krise ihres Landes. Am Dienstag versammelten sich einige aus der ivorischen Gemeinschaft auf dem Boulevard Barbès, um sich über die letzten Ereignisse in ihrem Land auszutauschen. „Es ist wie beim Fußball, es gibt einen Gewinner und einen Verlierer, und so war es auch hier“, sagte ein junger Mann. Während die meisten Ivorer Quattara unterstützen, gibt es doch eine kleine Gruppe von Gbagbo Anhänger, so wie dieser fünfzig jährige Mann, der Gbagbos Bild an der Wand hat und einen Brief seines Bruders von der Elfenbeinküste, indem steht: „mit Gabgao hatte der Westen seinen Fuß im Land. Wenn Quattara Präsident wird, werden sie Füße, Hände und sogar ihren Kopf drin haben.“

Obwohl viele Ivorer Quattara unterstützen, sind doch viele nicht mit der Art wie UN Truppen und insbesondere die Franzosen eingreifen einverstanden. Ein junger Ivorer sagte dazu, wenn Frankreich Probleme habe, würden die Ivorer ja auch nicht mit bewaffneten Truppen dort eingreifen, um die Probleme zu lösen, warum passiert es dann im umgekehrten Fall?

Attacken auf Franzosen in Abidjan befürchtet. Aufruf zu Demonstrationen erfolgt.

Einige Ivorer sehen eine Wiederholung der Ereignisse der Unruhen von 2004 und Angriffe auf in Abidjan lebende Franzosen vorher. Ivorer in Paris waren aufgerufen sich an verschiedenen Plätzen der Stadt zu versammeln und gegen die Bombardierung Abidjans durch die Franzosen zu demonstrieren. Eine Gruppe von Gabgbo Anhänger, die sich über Facebook organisiert hatten, trafen sich auf der Champs Elysees und auf ihrer Facebookseite war zu lesen: „Frankreich fährt fort Leute zu bombardieren und zu töten, wir machen mobil dagegen.“

Gabagbos Rücktritt auf den richtigen Weg gebracht

Laut Henri Guiano, Nicholas Sarkozys Sonderberater, ist die internationale Gemeinschaft dabei, Gbagbos Abreise zu erreichen. Reuters berichtete, die Abreise sei für den 5. April geplant. Das wurde aber von den Vereinten Nationen und der französischen Regierung dementiert.

Quattaras Mitstreiter

Die ersten auf der Liste der Mitstreiter sind seine Anhänger, die Schikanen, Belästigung, Ausgrenzung, Gefangenschaft, Folter und sogar den Tod ertrugen und nie an ihm zweifelten. Dies sind treue und sehr loyale Gefährten, die hauptsächlich aus dem Norden der Elfenbeinküste stammen. Es ist nicht zu bezweifeln, dass Quattara ohne die unerschütterliche Unterstützung dieser Leute, von denen tatsächliche viele unter den Bédié, Guei und Gbagbo Regimes getötet wurden, nie an die Macht gekommen wäre. Sie erwarten nun vom neuen Staatsoberhaupt ihre Belohnung, ihren Anteil und Quattara wird ihnen vermutlich bedeutende Stellen in der Regierung geben.

Aber wenn er dies tut, muss er sich bewusst sein, dass er beschuldigt werden wird, eine ethnozentrische Regierung gebildet zu haben. Dafür wurden einst seine Vorgänger Gabgo und Bédié heftig kritisiert. In Abidjan machten bereits Gerüchte die Runde, als er seine ersten Botschafter ernannte. Die ersten vier, die er im Januar 2011 nach Paris, Washington, London und an die Vereinten Nationen entsandte, stammen alle aus dem Norden. Danach gefragt, sagte einer seiner Verwandten, dass das Staatsoberhaupt keine Wahl gehabt habe, da außer Ally Coulibaly, Botschafter in Paris und ehemaliger Journalist, dies die ersten professionellen Botschafter gewesen seien, die auf seine Seite wechselten und es sei klar, dass er dies ausgleichen werde, sobald sich die Situation normalisiert habe.

Henri Konan Bédié, ehemaliges Staatsoberhaupt, der sich mit seiner Wahlbasis hinter ihn stellte, ist Quattaras zweiter Rückhalt, der nun seinen Lohn fordert. Am 15. November 2010, in der Residenz von Houphouet-Boigny in Yamoussoukro, rief Bédié seine Anhängern, hauptsächlich Mitglieder der Baulé und zahlenmäßig größten Stammesgruppe, feierlich dazu auf, für Quattara zu stimmen. Der hatte dafür versprochen, den Premierminister aus der Reihe Bédié Partei zu ernennen.

Alle Beobachter sahen, dass Bédié während Quattaras Wahlkampagne viele Menschen mobilisierte, mehr als während der ersten Runde für seine eigene Kampagne.

Die beiden Politiker waren auf Quattaras Wahlplakaten dargestellt – Bédié stehend mit seiner Hand auf der Schulter des sitzenden Quattara. Die Botschaft wurde von Bédiés Anhänger verstanden: für Quattara stimmen war auch für Bédié stimmen und tatsächlich stimmten sie geschlossen für Quattara, sehr zum Missfallen von Gbagbo. Niemand bezweifelt, dass ohne die Stimmen der Baulé, Quattara nicht gewählt worden wäre.

Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) fordert Aufschluss über Gewalt an der Elfenbeinküste

Der ICC sandte bereits seine Beobachter an die Elfenbeinküste und erwartet die Berichte, um mit Untersuchungen der Gewalt im Land zu beginnen. Ohne die Verdächtigen zu nennen, sagte Louis Moreno-Ocampo, ICC Ankläger, er sei beunruhigt von den Gräueltaten die an der Elfenbeinküste, besonders in den westlichen Regionen des Landes, begangen worden waren. Diskussionen mit den Mitgliedsstaaten für deren Unterstützungen seien im Gange, fügte er hinzu. Die Elfenbeinküste ist kein Vertragsstaat des ICC Abkommens, hat aber seine Gerichtsbarkeit anerkannt, und dies verzögerte Morenos Bemühungen, die Erlaubnis der Richter und die Unterstützung der Diplomaten zu erhalten.

Reform der Verfassung

Die Lage an der Elfenbeinküste bleibt ungewiss, besonders die Verfassung betreffend. Quattara muss sein Bestes geben, um die Ivorer wieder zu vereinen und nationales Interesse, politische, wirtschaftliche und Verfassungsreformen vorzuschlagen. All dies verlangt die Teilnahme aller Ivorer, ohne die Opposition auszuschließen und die gleichzeitig auf die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft verlassen müssen.

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