Diskussion

Das Unerhörte.

Wie tolerant sind wir in unseren Debatten?

Im April möchten wir unsere Veranstaltungsreihe zum Thema Toleranz in der Görlitzer Synagoge fortsetzen. Diesmal beschäftigen wir uns mit diskursiver Toleranz und dem Zustand unserer heutigen Debattenkultur.

Details

Görlitz Synagoge Decke
„Muß der, welcher tugendhaft sein soll, keinen Fehler begangen haben? Hat ein einziger so unselige Wirkungen, daß er eine ganze Reihe unsträflicher Jahre vernichten kann? So ist kein Mensch tugendhaft.“ - Gotthold Ephraim Lessing

Für eine funktionierende Demokratie mit einer aufgeklärten Öffentlichkeit ist der freie Meinungsaustausch im gesellschaftlichen Diskurs unerlässlich. Ohne den faktenbasierten Dialog, welcher der Logik des besseren Arguments und nicht persönlichen Zuschreibungen folgt, kann keine Deliberation stattfinden. Doch verschiedene Gruppen sehen diese Möglichkeit zur freien Rede in Gefahr.

Einerseits fürchten einige Stimmen, aufgrund einer zunehmenden Political Correctness kein öffentliches Gehör mehr zu finden und von gesellschaftlichen Debatten ausgeschlossen zu werden. Der Begriff der „Cancel Culture“ entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem polarisierenden Ausdruck. Andererseits steht dieser Wahrnehmung die Position gegenüber, dass gewisse Sprachfiguren und Begriffe soziale Ungerechtigkeiten replizieren und somit zurecht „ungehört“ bleiben sollten. Die Veränderung der sprachlichen Normen als Ausdruck gesellschaftlichen Wandels stelle keine Beschneidung der Meinungsfreiheit dar, da diese lediglich ein Schutzrecht des Bürgers vor staatlichen Übergriffen darstellt und sich nicht auf die zwischenmenschlichen Beziehungen auswirkt.

Welche Rolle spielen Moral und Toleranz in unseren heutigen Debatten? Welches Toleranzverständnis ist für eine aufgeklärte und inklusive Debattenkultur notwendig? Und wo verlaufen die Grenzen dieser diskursiven Toleranz? Diese Fragen möchten wir gern gemeinsam mit unseren beiden Referentinnen diskutieren. Zu Gast sein werden die Journalistin Katalin Valeš und die Historikerin Dr. Sandra Kostner. Sie sind herzlich dazu eingeladen, mit uns ins Gespräch zu kommen!

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Veranstaltungsort

Synagoge Görlitz
Otto-Müller-Straße 3,
02826 Görlitz
Deutschland

Referenten

  • Dr. Sandra Kostner
    • Historikerin und Vorstandsvorsitzende des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit e.V.
  • Katalin Valeš
    • Journalistin und Mitglied der bundesweiten Kommission Chancengleichheit & Diversity des Deutschen Journalisten-Verbands
Kontakt

Christian Mumme

Portrait

Referent Politisches Bildungsforum Sachsen

christian.mumme@kas.de +49 351 563446-14
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