Vortrag

Die Katastrophe - Schicksal oder Herausforderung? Der Situation ausgeliefert

Massenunfall-Ein Psychogramm der Katastrophe-Beobachtungen nach dem Einsturz der Eissporthalle Bad Reichenhall

Öffentliche Ringvorlesung in Kooperation mit dem Institut für Politikwissenschaft der TU Dresden im Stadtmuseum Dresden.

Details

Exposé

In Katastrophensituationen wird die Ressource Zeit zu

einem teuren Gut, denn sie scheint abhanden gekommen

zu sein. Es bedarf immer unmittelbarer und sofortiger

Handlungen, und es bleibt keine Zeit, Werte und Grundsatzfragen

zu diskutieren. Hier geht es um das Ganze.

Jeder Griff, jeder Einsatz muss sitzen. Katastrophen sind

deshalb besondere gesellschaftliche Situationen. In ihnen

wird sichtbar, wie reibungslos das unmittelbare Zusammenleben

funktioniert. Hier zeigt sich, wie belastbar die

gesellschaftlichen Strukturen sind, wer Führungsqualitäten

besitzt und wer Führung benötigt. Hier wird auch sichtbar,

ob der soziale Kitt hält, der die Gesellschaft zusammenhält,

ob Wertvorstellungen tragen und ob jeder Einzelne

seine Aufgabe in der Gemeinschaft erkennt und sich dem

Ganzen unterordnet.

In der Veranstaltungsreihe „Die Katastrophe - Schicksal

oder Herausforderung“ werden individuelle Handlungsspielräume

an verschiedenen realen Szenarien ausgelotet.

Es soll geprüft werden, wo persönliche Verantwortung

beginnt und was passiert, wenn man sich rein passiv

verhalten würde. Um handlungsfähig zu sein, müssen in

gesellschaftlichen Stresssituationen Ordnungsstrukturen

klar definiert sein und Zustimmung erfahren.

Wem kommt in Ausnahmezuständen die Autorität zu,

Entscheidungen zu treffen, und wer hat diese verliehen?

Dürfen jene, die Entscheidungen getroffen haben, nach

der Krisensituation zur Rechenschaft gezogen werden,

wenn sie nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt

und trotzdem Fehler begangen haben? Wie werden

Katastrophen gesellschaftlich aufgearbeitet? Welche Rolle

spielen im gesamten Prozess die Medien? Und was heißt

„Leben mit dem Risiko“?

Norbert Stier (Jg. 1953) trat 1973 in die Bundeswehr ein. Zunächst studierte er Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Bundeswehr-Universität in München. Bereits 1985 absolvierte er den Generalstabslehrgang. Neben den verschiedensten Verwendungen in der Bundeswehr war Stier in den Jahren 1991-93 Referent für Rüstungskontrolle im Auswärtigen Amt in Bonn und von 1995-97 Referent für Militärpolitik und Krisenmanagement in der deutschen NATO-Vertretung in Brüssel. Von 1998 bis 2001 diente Stier als Herresattaché bei der Deutschen Botschaft in Washington D.C.. 2004 übernahm Stier das Kommando der Gebirgsbrigade 23 in Bad Reichenhall. In dieser Funktion leitete er den Hilfseinsatz der Bundswehr nach dem Einsturz der Eissporthalle Bad Reichenhall. Nach einem Auslandseinsatz in Pizren/Kosovo kam Stier 2006 nach Dresden. Seitdem leitet er die Offizierschule des Heeres. Stier ist verheiratet und hat vier Kinder.

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Veranstaltungsort

Stadtmuseum Dresden - Landhaus, Wilsdruffer Straße 2, 01067 Dresden (Eingang: Landhausstraße)

Referenten

  • Brigadegeneral Norbert Stier
    • Dresden
      • Kommandeur der Offiziersschule des Heeres
        • zum Zeitpunkt des Unglücks Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall
          • die den Hilfseinsatz der Bundeswehr durchführte
            Kontakt

            Dr. Joachim Klose

            Dr

            Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Sachsen

            joachim.klose@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10
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