Diskussion

Zur Geschichte des Deutschen Sozialstaates

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Wie sozial ist die Soziale Marktwirtschaft?"

Details

Die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland ist inzwischen mehr als 60 Jahre alt. Den freien Kräften des Marktes stellt der Staat eine ausgleichende und soziale Ordnungspolitik gegenüber. Entworfen vom Wirtschaftswissenschaftler Alfred Müller-Armack und erfolgreich umgesetzt durch Ludwig Erhard erlebte der Staatsentwurf viele Höhen und Tiefen: Den Boom der Wirtschaftswunderjahre, die deutsche Wiedervereinigung – aber auch den Wirtschaftseinbruch während der Ölkrise.

In der aktuellen Finanzkrise rücken ordnungspolitische Maßnahmen des Staates in den Blickpunkt. Rufen nach einem starken Staat stehen Forderungen gegenüber, öffentliche Eingriffe in die Wirtschaft auf ein Mindestmaß zu beschränken. Gilt noch der Spruch Ludwig Erhards: „Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch“?

Wie zukunftstauglich ist die Soziale Marktwirtschaft? Wie stark unterscheiden sich gegenwärtige und morgige Herausforderungen? Ist es richtig, mit Schulden die Sozialleistungen der aktuellen Generation zu finanzieren? Wie viel staatliche Fürsorge ist auf Dauer leistbar?

Um die Soziale Marktwirtschaft gestalten zu können, ist es wichtig, ihre Wurzeln zu kennen. Neben aktuellen Fragestellungen untersucht die Vortragsreihe die historischen, politischen und kulturellen Grundlagen dieser Marktordnung.

Ein Blick über den deutschen Tellerrand hinaus offenbart im zweiten Teil der Ringvorlesung die vielfältigen Ausprägungen der Sozialen Marktwirtschaft in anderen Teilen der Welt.

Wir laden Sie ein auf eine umfassende Erkundungsreise in Theorie und Praxis dieser Wirtschaftsordnung.

Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg (Jg. 1943) ist Inhaber des Lehrstuhls für Soziologische Theorie, Theoriegeschichte und Kultursoziologie an der Technischen Universität Dresden.

Er arbeitete nach der Volksschule als Buchhändler, Lokaljournalist und in der wissenschaftlichen Abteilung des Deutschen Bundestages. Karl-Siegbert Rehberg studierte Soziologie und Politische Wissenschaft in Köln und Aachen und promovierte 1973. Er nahm verschiedene Lehraufträge in Aachen, Göttingen, Leiden und Leipzig an, bevor er 1994 Dekan der Philosophischen Fakultät der TU Dresden wurde.

Seit 1997 ist Rehberg Projektleiter und Vorstandsmitglied im Sonderforschungsbereich 537 „Institutionalität und Geschichtlichkeit“ mit dem Teilprojekt Kunstinstitutionen in der Moderne und seit 2000 Projektleiter in dem Europäischen Graduiertenkolleg 625 „Institutionelle Ordnungen, Schrift und Symbole“.

Er hat regelmäßige Lehraufträge an der Universität in Trento sowie der Universität des Vatikan. Rehberg ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Goethe-Instituts und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Zeitschrift "Geschichte und Gegenwart". Er wurde von der RWTH Aachen mit dem Friedrich-Wilhelm-Preis ausgezeichnet.

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Veranstaltungsort

Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Str. 2 (Eingang Landhausstr.), 01067 Dresden

Referenten

  • Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg
    Kontakt

    Dr. Joachim Klose

    Dr

    Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Sachsen

    joachim.klose@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10
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