Asset-Herausgeber

Veranstaltungsberichte

Terrorismusgefahr im Norden Togos und Benins

Ausweitung der terroristischen Bedrohung aus der Sahelzone auf Benin und Togo

Das vom SIPODI West-Programm der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte Seminar mit dem Titel „Ausstrahlung der terroristischen Bedrohung aus der Sahelzone auf Benin und Togo” fand vom 15. bis 19. April 2025 in Lomé statt. Ziel war es, die Dynamik der Ausbreitung des Terrorismus aus der Sahelzone in die Küstenländer Westafrikas zu analysieren und geeignete Antworten vorzuschlagen, die Sicherheit, Entwicklung und inklusive Regierungsführung berücksichtigen. An dem Seminar nahmen rund zwanzig Experten und Akteure aus verschiedenen Ländern der Region (Mali, Burkina Faso, Niger, Benin, Togo) teil. Es bestand aus Podiumsdiskussionen, interaktiven Workshops, Gruppenarbeiten und Rundtischgesprächen. Zu den behandelten Themen gehörten die Mechanismen des Spillover, die Reaktionen der Staaten, die Rolle nichtstaatlicher Akteure sowie Strategien für die regionale Zusammenarbeit. Der Bericht beleuchtet die lokalen Schwachstellen, die von bewaffneten Gruppen ausgenutzt werden, die Notwendigkeit hybrider Ansätze, die militärische Maßnahmen und die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften kombinieren, sowie die Bedeutung einer verstärkten regionalen Koordinierung und der Einbeziehung der lokalen Bevölkerung in die Sicherheitsmaßnahmen. Am Ende der Arbeiten wurde eine Reihe konkreter Empfehlungen für eine bessere Antizipation und Widerstandsfähigkeit gegenüber dieser Bedrohung formuliert.

Asset-Herausgeber

Ein regionales Risiko mit grenzüberschreitenden Folgen

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Verschlechterung der Sicherheitslage im Sahel und der zunehmenden terroristischen Aktivitäten in den Küstenländern Westafrikas organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen ihres Programms für sicherheitspolitischen Dialog in Westafrika (SIPODI) ein hochrangiges Seminar in Lomé. Ziel war es, den grenzüberschreitenden Charakter der Bedrohung zu analysieren und konkrete Lösungsansätze zur Stärkung der Resilienz von Benin und Togo zu entwickeln.

Ein multidisziplinärer Austausch

Das Seminar vereinte rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus fünf westafrikanischen Ländern (Benin, Togo, Burkina Faso, Mali, Niger) – darunter lokale Behörden, Parlamentarier, Ministerien, Sicherheitskräfte, Richter, Wissenschaftler, Vertreter der Zivilgesellschaft sowie regionale und internationale Experten. Die Vielfalt der Perspektiven ermöglichte einen praxisnahen, interdisziplinären Austausch auf hohem Niveau.

Ablauf des Seminars

Tag 1 – Ursachen und Dynamiken des Spillover

Die Eröffnung wurde durch Beiträge von Aboubakar Sidik KONÉ (KAS SIPODI) und Dr. Tobias RÜTTERSHOFF (Leiter des SIPODI-Programms) eingeleitet. Sie betonten die Rolle struktureller Schwächen und fehlender regionaler Zusammenarbeit als Katalysatoren des Spillover.

Die Fachpanels behandelten u.a.:

  • Mechanismen des terroristischen Spillovers

  • Antwortstrategien der Staaten

In Kleingruppen arbeiteten die Teilnehmenden zu Fragen der grenzüberschreitenden Ausbreitung, Wirksamkeit staatlicher Reaktionen und der Rolle lokaler Akteure in der Resilienzförderung.

Tag 2 – Perspektiven regionaler Zusammenarbeit

Die Präsentation der Gruppenarbeiten zeigte u.a.:

  • Die begrenzte staatliche Präsenz in Grenzregionen.

  • Strukturelle Armut, fehlende Basisdienste und schwache militärische Kooperation.

  • Unterschiede in den nationalen Strategien: Togo verfolgt einen präventiveren, holistischeren Ansatz, Benin setzt stärker auf militärische Antworten.

Die anschließenden Panels vertieften:

  • Rolle regionaler und internationaler Kooperation
    → Mit Beiträgen von Prof. Guillaume MOUMOUNI, Ulf LAESSING (KAS Sahel) und Dr. Kouessi HADONOU, die Herausforderungen und Potenziale von G5 Sahel, ECOWAS, AES sowie Initiativen wie ABEGIEF, CPADD, CRIET und der Accra-Initiative beleuchteten.

  • Runder Tisch: Handlungsempfehlungen
    Konkrete Vorschläge beinhalteten:
    • Aufbau gemeinsamer Grenzposten
    • Stärkung der Gemeindebasierten Aufklärung
    • Förderung lokaler Sicherheitsstrukturen (z. B. traditionelle Autoritäten)
    • Verbesserung lokaler Governance und öffentlicher Kommunikation

Zentrale Erkenntnisse und Ausblick

Das Seminar machte deutlich: Der Kampf gegen den terroristischen Spillover erfordert mehr als militärische Reaktionen. Eine wirksame Antwort basiert auf:

  • Kohärenter und pragmatischer regionaler Kooperation

  • Aktiver Einbindung lokaler Gemeinschaften

  • Balance zwischen Sicherheit, Entwicklung und Governance

  • Berücksichtigung kultureller, geografischer und sozialer Besonderheiten

Die Ergebnisse des Seminars, begleitet von KAS-Publikationen und Expertisen, bilden die Grundlage für weitere Initiativen in den Bereichen politische Beratung, Ausbildung und sicherheitspolitische Reform im Raum der ECOWAS.

Asset-Herausgeber

Kontakt Aboubakar Sidik Koné
Bild Aboubakar Koné
Projektkoordinator
aboubakar.kone@kas.de +225 27 22 48 18 00
Kontakt Dr. Tobias Rüttershoff
Dr. Tobias Rüttershoff
Leiter des Regionalprogramms Sicherheitspolitischer Dialog Westafrika und Kommissarischer Leiter des Auslandsbüros Nigeria 
tobias.ruettershoff@kas.de +225 27 22 48 1800

comment-portlet

Asset-Herausgeber