Veranstaltungsberichte

Demokratie braucht spitze Federn

von Katja Christina Plate

Workshops zur Politischen Kommunikation für Politiker und Journalisten in Armenien, Aserbaidschan und Georgien

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat in Armenien, Aserbaidschan und Georgien Workshops gemeinsam mit Politikern und Journalisten zur Politischen Kommunikation durchgeführt. Denn: Demokratie braucht spitze Federn!

Die Kommunikation zwischen Politikern und Journalisten funktioniert im Südkaukasus bislang überwiegend schlecht. Journalisten fühlen sich immer wieder von Politikern in ihrem freien Zugang zu Informationen behindert bzw. zu „gefälliger Berichterstattung“ genötigt. Die Politiker auf der anderen Seiten sind regelmäßig über journalistische Beiträge verärgert, die sie als politisch instrumentalisiert (sogenannte „schwarze PR“), nicht faktenbasiert und nicht sauber recherchiert empfinden. Das Verhältnis beider Berufsgruppen zueinander ist entsprechend zerrüttet.

Für die Entwicklung und Stärkung der Demokratie in Armenien, Aserbaidschan und Georgien ist eine transparente Darstellung von politischen Entscheidungsprozessen in den Medien jedoch von höchster Wichtigkeit. Nur so können die Wähler ihre demokratischen Kontrollrechte ausüben. Transparenz kann aber nur durch eine professionelle Politische Kommunikation erreicht werden. Diese wiederum setzt ein Mindestmaß an verlässlichen Standards im Umgang von Politikern und Journalisten miteinander voraus. Entsprechend zielte die Workshopreihe „Politische Kommunikation“, die die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) mit Unterstützung von Trainern der Deutschen Welle-Akademie (DW-Akademie) in allen drei Südkaukasus-Ländern durchgeführt hat, darauf ab, das Verhältnis von Politikern und Journalisten zueinander zu professionalisieren.

Gemeinsam mit Eberhard Sucker und Udo Prenzel, erfahrenen Trainern der DW-Akademie, brachte die KAS jeweils in Armenien (22.-26.11.2010), Aserbaidschan (06.-10.12.2010) und Georgien (25.-29.10.2010) Nachwuchspolitiker und junge Journalisten zu zu einem 4-tägigen Training zusammen.

Miteinander lernen, voneinander lernen

Zu Beginn des Workshops wurden die Teilnehmer nach ihren Erwartungen gefragt. Eine junge Politikerin aus Tiflis brachte diese auf den Punkt: „Ich will die Tricks der Journalisten kennen lernen, damit ich nicht mehr darauf hereinfalle.“ Das Gelächter der Journalisten brach das Eis und fortan wurde gemeinsam gearbeitet: Zunächst erarbeiteten Politiker und Journalisten getrennt voneinander die Grundlagen der Arbeit mit Pressemitteilungen, des Führens von Interviews und der Organisation von bzw. Teilnahme an Pressekonferenzen. Anschließend wurde geübt: Die Journalisten erklärten den Politikern, was sie von einer Pressemitteilung erwarten, damit diese ihren Weg in die Nachrichten findet. Im Rahmen von Videoanalysen wurde das Verhalten beider Gruppen beim Interview und bei simulierten Pressekonferenzen analysiert. Ein aserbaidschanischer Teilnehmer zeigte sich begeistert: „Durch die Videoanalyse konnte ich selbst sehen, was ich falsch mache.“ Eine armenische Journalistin fasste zusammen: „Das Training war super. Ich habe so viel von den anderen gelernt!“

Wie geht es weiter?

Auch 2011 wird die Politische Kommunikation ein zentrales Thema der Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung im Südkaukasus bleiben. In diesem Jahr wollen wir uns auf die Sprecher der Ministerien sowie die entsprechenden Fachjournalisten konzentrieren. Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie unter: www.kas.de/kaukasus

Ansprechpartner

Dr. Thomas Schrapel

Dr

Direktor des Regionalprogramms Politischer Dialog Südkaukasus

thomas.schrapel@kas.de +995 32 2 459112
+995 32 2 459113