Veranstaltungsberichte

Die NATO - 60 Jahre Garant für Frieden und Demokratie

von Katja Christina Plate

Eine Fachkonferenz mit MdB Dr. Karl A. Lamers in Baku/Aserbaidschan

Am 9. März 2010 veranstalteten die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. und die „Azerbaijani Atlantic Cooperation Association“ in Baku eine Fachkonferenz „NATO – 60 Jahre Garant für Frieden und Demokratie“. Lesen Sie hier unseren Veranstaltungsbeitrag.

MdB Karl A. Lamers, Präsident der Atlantic Treaty Association, eröffnete die Veranstaltung mit einer Grundsatzrede über die bisherige, die gegenwärtige und die zukünftige Rolle der NATO für die Bewahrung von Frieden und Sicherheit. Im Anschluss sprachen Experten aus Aserbaidschan, Georgien, Deutschland, Rumänien und der Türkei über die Frage, wie sich die Zusammenarbeit zwischen den Südkaukasus-Ländern und der NATO weiterentwickeln solle. Die Konferenz wurde abgeschlossen durch eine Diskussion, wie die NATO in ihren Partnerländern mittels der Sicherheitssektorreform zu mehr Demokratie beitragen könne. Teilnehmer aus Aserbaidschan, Griechenland, Italien und den USA hielten hiezu Vorträge.

“The future belongs to those, who give the next generation a reason for hope.”

Mit diesem Zitat von Pierre Teilhard de Chardin führte MdB Dr. Lamers in seine Grundsatzrede ein. Er erinnerte daran, wie sich die NATO in den letzten Jahrzehnten immer wieder gewandet und den Erfordernissen der jeweiligen Zeit angepasst hat.

Von dem durch die Blockbildung und den Ost-West-Konflikt geprägten Verständnis eines militärischen Verteidigungsbündnisses hat sich die NATO zu einer Sicherheitsgemeinschaft entwickelt. Der Fall des Eisernen Vorhangs, die bald darauf gewaltsam aufbrechenden Kriege auf dem Balkan und im Kaukasus sowie der internationale Terrorismus, der untrennbar mit dem Datum 9/11 verbunden ist, sind allgemein bekannte Wegmarken dieser Entwicklung. Aber auch Staatszerfall, Wasserverschmutzung, Klimaerwärmung und Cyberterrorismus sind Teil der umfassenden Sicherheitsherausforderung vor denen die NATO heute steht.

Von einem Garanten für Sicherheit, Frieden und Stabilität ist die NATO zu einem Symbol für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit geworden.

Gerade im Südkaukasus wird die Rolle der NATO intensiv diskutiert: Aserbaidschan wünscht sich eine enge Partnerschaft mit der NATO, Georgien möchte möglichst bald NATO-Mitglied werden. Für beide Länder ist die angestrebte Nähe zur NATO Ausdruck ihrer Orientierung zum Kanon der westlichen politischen Werte. Auch Konrad Adenauer verfolgte vor 60 Jahren eine Politik der entschlossenen Westbindung und führte die Bundesrepublik in die NATO. Das damalige Bekenntnis Westdeutschlands zu De-mokratie und Rechtsstaatlichkeit wirkt heute als Referenz für Politikgestaltung im Südkaukasus.

Wie geht es weiter?

Die Konrad-Adenauer-Stiftung setzt den Dialog zu außen- und sicherheitspolitischen Fragestellungen im Südkaukasus fort. Gemeinsam mit dem Zentrum für Strategische Studien des Präsidenten der Republik Aserbaidschan wird die KAS im Herbst ein entsprechende Konferenz durchführen.