Veranstaltungsberichte

Friedlicher Wandel in Europa: 20 Jahre Mauerfall in Deutschland

von Katja Christina Plate

Alumni- und Stipendiatentreffen der Konrad-Adenauer-Stiftung im Südkaukasus, 18. und 22. September 2009

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) erinnerte im Rahmen ihrer ersten Alumni- und Stipendiatentreffen im Südkaukasus am 18. und 21. September an die Ereignisse vor 20 Jahren.

Der Fall der Mauer am 9. November 1989 steht für das Ende der innerdeutschen Trennung und den Beginn eines neuen, gemeinsamen Europas. In den ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien, Aserbaidschan und Georgien denkt man im Zusammenhang mit den „Wendejahren“ auch an das Ende der Sowjetunion. Dieses brachte den Ländern des Südkaukasus die Unabhängigkeit, aber auch schmerzhafte Umbrüche: Anfang der neunziger Jahre brachen im Kaukasus heftige Gewaltkonflikte aus, die bis heute nur phasenweise „eingefroren“, aber nicht bei-gelegt werden konnten.

Gemeinsames Erinnern

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) erinnerte im Rahmen ihrer ersten Alumni- und Stipendiatentreffen im Südkaukasus am 18. und 21. September an die Ereignisse vor 20 Jahren. Der historische Hintergrund der innerdeutschen Teilung wurde zunächst von KAS-Praktikantin Christine Blumauer im Rahmen einer Multimedia-Präsentation dargestellt. In Tiflis berichtete anschließend die Deutsche Botschafterin Frau Dr. Patricia Flor von ihren eigenen Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls. Als Westdeutsche war sie damals gerade zu Besuch in der DDR. Auch in Armenien gaben Frau Melanie Moltmann, Stellvertreterin der Deutschen Botschafterin in Eriwan, und Frau Mebus von der Zentralstelle für das Auslandschulwesen persönliche Einblicke.

Diese Form des Gedenkens an die deutsch-deutsche Teile und den Mauerfall ermutigte die Alumnis und Stipendiaten der KAS, auch über ihre eigenen Erfahrungen der „Wendejahre“ zu sprechen. Für Armenier, Aserbai-dschaner und Georgier sind geschlossene Grenzen mit all ihren unmenschlichen Konsequenzen bis heute Alltagsrealität. Ein Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung musste mit seiner Familie im Russisch-Georgischen Krieg vor einem Jahr seine Heimatstadt Zchinwali verlassen.

Georgien wird von neuen Grenzenanlagen durchschnitten

Während in Deutschland vor zwanzig Jahren „zusammenwuchs was zusammengehörte“ und in Armenien die geschlossene Grenze zur Türkei kurz vor der Öffnung zu stehen scheint, werden in Georgien neue Grenzan-lagen errichten. Die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien verschwinden hinter zunehmend befestigten Zäunen und Blockaden.

Der jeweils anschließende Empfang fand sowohl in Georgien als auch in Armenien trotz des „schweren“ Themas in gelöster Atmosphäre statt.

Alle Alumni- und Stipen-diaten freuten sich, einander wiederzusehen. Fröhliche Erinnerungen an gemeinsame Seminare wurden ausgetauscht und künftige Projekte entwickelt. Wir wollten den Zusammenhalt der „KAS-Gemeinschaft“ im Südkaukasus auch weiterhin gemeinsam mit unseren Alumnis und Stipendiaten pflegen. Das jährliche Alumni- und Stipendiatentreffen der KAS im Südkaukasus bietet eine gute Gelegenheit dazu.