Details
Die zunehmende Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche stellt Politik, Bildungseinrichtungen und Gesellschaft vor erhebliche Herausforderungen. Aktuelle Analysen der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ zeigen deutlich: Junge Menschen sind digitalen Risiken bislang nicht ausreichend geschützt. Neben suchtverstärkenden Mechanismen wie algorithmischer Inhaltssteuerung treten Gefahren wie Cybermobbing, Desinformation und problematische Nutzungsmuster zunehmend in den Vordergrund.
Vor diesem Hintergrund haben Niedersachsen und Thüringen eine gemeinsame Bundesratsinitiative eingebracht. Sie fordert ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren sowie streng regulierte, altersgerechte Zugänge für Jugendliche bis 16 Jahren. Ziel ist es, junge Menschen wirksam vor exzessiver Bildschirmzeit, entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten und manipulativen Plattformmechanismen zu schützen.
Die Regierungschefs beider Länder kritisieren, dass Minderjährige den Geschäftsmodellen großer Plattformen bislang weitgehend schutzlos ausgesetzt sind, die auf maximale Nutzungsdauer und Aufmerksamkeit ausgerichtet sind. Sie plädieren daher für klare Altersgrenzen, verpflichtende und technisch belastbare Alterskontrollen sowie eine stärkere Verantwortung der Anbieter – auch im Sinne wirksamer Sanktionen bei Verstößen.
Gleichzeitig unterstreicht die Expertenkommission, dass nachhaltiger Kinder- und Jugendschutz nicht durch einzelne Maßnahmen oder pauschale Verbote erreicht werden kann. Erforderlich ist vielmehr ein ganzheitlicher Ansatz, der Regulierung, Medienbildung und Prävention miteinander verbindet und Eltern sowie pädagogische Fachkräfte stärker einbindet.
Die Tagung nimmt diese politischen und wissenschaftlichen Impulse zum Anlass, um Chancen, Risiken und Grenzen eines regulatorischen Rahmens für junge Nutzerinnen und Nutzer zu diskutieren. Neben rechtlichen und technischen Fragen stehen gesellschaftliche Verantwortung, Medienkompetenz und die Rolle europäischer Regulierung im Mittelpunkt. Ziel ist es, Wege zu einem zeitgemäßen, differenzierten und wirksamen Schutz junger Menschen im digitalen Raum zu entwickeln.
Programm
09.30 Uhr Anmeldung und Begrüßungskaffe
10.00 Uhr Eröffnung und Begrüßung
Maja Eib
Landesbeauftragte der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
Tagungsmoderation:
Eric Marr
10.00 – 10.15 Uhr „Zwischen Schutz und Freiheit“
Mario Voigt
Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
10.45 – 11.30 Uhr Podiumsgespräch
11.30 – 12.30 Uhr Kaffeepause und Mittagssnack
12.30 – 14.00 Uhr Workshops
Thema 1: Lebenswelten im Blick - Medienbildung dort stärken wor KInder und Jugendliche sind
Dr. Anna Grebe, Autorin Podcasterin
Moderation: Konstantin Otto, Geschäftsführer "Die Politische Meinung"
Thema 2: Verantwortung von und auf Plattformen
Prof. Dr. Christian Alexander Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Medienrecht an der Universität Jena
Moderation: Tillmann Bauer, Referent für Politische Bildung
Thema 3: Selbstregulation als Schlüsselkompetenz im Jugendalter
Dr. Bianca Ulitzka, Pädagogische Psychologie /Helmut Schmidt Universität Hamburg
Moderation: Sandra Bach, sandruschka Weimar
14.00 – 15.30 Uhr Abschlusspanel: „Gemeinsam Verantwortung tragen – Wie gestalten wir Social-Media?“
Michael Hose, MdB
Mitglied der Kinderkommission im Deutschen Bundestag
Dr. Anna Grebe
Autorin und Podcasterin
Prof. Dr. Christian Alexander
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Medienrecht an der Universität Jena
Moderation:
Eric Marr
15.30 Uhr Ende der Veranstaltung
Dokumentation der Tagung durch Grafic Recording
Sandra Bach, sandruschke GmbH Weimar