Veranstaltungsberichte

Einheit in der Vielfalt - Thüringens dynastische Wurzeln spiegeln sich im kulturellen Erbe der Residenzen

Vortrag

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Minister Jürgen Reinholz bei seiner Begrüssung

Im Rahmen des Gothaer Gesprächs referierte Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus, Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, referierte zur „Schatzkammer Thüringen“ der Baudenkmäler, welche sich zu einem großen Teil aus der Residenzkultur der ehemaligen Thüringer Dynastien speist. Deren kulturellen und politischen Impulse beeinflussten deutsche und europäische Geschichte. Passend zum Thema fand die Veranstaltung auf Schloss Friedenstein statt, welches bereits 22 Jahre vor dem Versailles des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. erbaut wurde, wie Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus betonte.

Miinster Jürgen Reinholz MdL, Schirmherr der Gothaer Gespräche, würdigte die Arbeit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und des Direktors Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus, welcher ihr seit 1994 vorsteht und auf viele Erfolgsgeschichten zurückblicken kann.

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Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus steht der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten als Direktor seit 1994 vor

Prof. Paulus gliederte seinen Vortrag in grundsätzliche kunsthistorische Aussagen zur Bedeutung und Herkunft der Residenzkultur und erläuterte über einen virtuellen Rundgang zu den herausragenden Zeugnissen Thüringer Residenzkultur, landes- und kulturgeschichtliche Aspekte des Freistaats. Dabei erwähnte er das Erbe der Reformation wie die mainzisch-erfurterische Tradition der katholischen Konfession und dynastische Veränderungen, die sich in den Baudenkmälern nachvollziehen lassen. Prof. Dr. Paulus ging insbesondere auf die Dynastie der Henneberger, Schwarzburger, Reusen, Wettiner ernestinische Linie mit den Leuchttürmen Schloss Friedenstein, Heidecksburg, Greiz, Weimar und Schloss Schwarzburg ein. Bei den einzelnen Objekten gab er historische Exkurse zum Zeitkontext und kulturhistorischen Besonderheiten. Trotz der umfangreichen Darstellung gab Prof. Paulus zu bedenken, dass eine vollständige Abbildung nicht möglich ist, da die Kleinteiligkeit Thüringens in seiner Geschichte so viele Facetten erschuf, die fast Einzigartigkeit in Deutschland besitzt. In dieser Hinsicht warb Prof. Paulus auch für einen stärkeren öffentlichen Umgang außerhalb Thüringens, da im internationalen Maßstab die Wahrnehmung z.B. Sachsens wesentlich größer ist, was auch am offensiveren Umgang des Nachbarfreistaates liegt. Dem gegenüber besteht auf lokaler Ebene eine große Affinität zu den eigenen Kulturdenkmälern auch in Abgrenzung zu anderen Regionen Thüringens. Diese Identifikation gilt es auf Gesamtebene Thüringens für das eigene Standortmarketing zu nutzen.

Nach dem Vortrag interessierten die Gäste Details zu einzelnen Objekten, die Prof. Paulus kenntnisreich beantworte. Darüber hinaus kam die Frage auf, ob die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten nicht noch mehr Baudenkmäler überantwortet bekommen sollte. Dies betrachtete Prof. Paulus differenziert, da er bei einer Verantwortlichkeit auch immer realistische Erhaltungschancen gesichert sehen muss, die auch mit Verweis auf die ausreichend vorhandenen, aber natürlich nicht unerschöpflichen finanziellen Mittel, nicht immer konstatiert werden kann. Minister Reinholz unterstrich, dass die Stiftung zur Sicherung der Leuchttürme ins Leben gerufen wurde, aber eine vollständige Sicherung nicht geleistet werden kann. Prof. Paulus lud die Zuhörer ein, Thüringen weiter zu entdecken und das Erbe außerhalb Thüringens weiter ins Bewusstsein zu rücken.

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Prof. Paulus und Minister Reinholz im Gespräch mit dem Publikum