Veranstaltungsberichte

Sommerschule der Konrad-Adenauer-Stiftung 2016

von Tamara Baumann
Dieses Jahr fand in Budapest zum ersten Mal die Adenauer Sommerschule mit über 30 Studenten und jungen Fachkräften statt, darunter viele KAS-Stipendiaten aus Deutschland und Ungarn. Themen waren die Perspektiven und Herausforderungen der europäischen Wertegemeinschaft. Die Sommerschule dauerte vom 11. – 17. Juli und wurde vom Auslandbüro Ungarn der KAS und der Hauptabteilung Begabtenförderung und Kultur organisiert.

Die Sommerschule wurde von Frank Spengler, dem Leiter des KAS-Auslandbüros, und von Prof. Dr. Burkard Steppacher von der Hauptabteilung Begabtenförderung eröffnet. Im Fokus der Sommerschule standen die europäische Identität und Wertegemeinschaft sowie die aktuellen politischen Herausforderungen wie die Flüchtlingsfrage. Bei einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung mit den Teilnehmern der Antall József Summer School diskutierten über 80 junge Leute aus Mittelosteuropa sehr kontrovers darüber, ob die Einführung einer Flüchtlingsquote in der EU sinnvoll wäre.

Ein wichtiger Programmpunk der Sommerschule war der Besuch des ungarischen Parlaments und das Gespräch mit Gergely Gulyás, Vizepräsident der Ungarischen Nationalversammlung und Generaldirektor der politischen Stiftung von Fidesz. Dabei ging er auf Fragen zur Flüchtlingsdebatte ein und betonte die Wichtigkeit der geordneten Verfahren gemäß EU-Verträgen.

Von den Teilnehmern besonders geschätzt wurde die Tagesexkursion nach Sopron. Auf dem Programm standen ein Treffen mit Bürgermeister Tamás Fodor und eine Stadtbegehung. Außerdem besuchten die Teilnehmer gemeinsam mit László Nagy, Sekretär der Stiftung Paneuropäisches Picknick, den Gedenkpark des Paneuropäischen Picknicks. Der Gedanke der Freiheit und die Vorreiterrolle Ungarns beim Fall des Eisernen Vorhangs standen dabei im Zentrum des Gesprächs.

Außerdem beinhaltete das Programm Gespräche mit Dr. Manfred Emmes, Gesandter der deutschen Botschaft, Gabór Berczeli, Kommissarischer Leiter des Robert Schuman Instituts, Kristóf Altusz, Stellv. Staatssekretär für europäische und amerikanische Beziehungen im ungarischen Ministerium für Außenwirtschaft und Auswärtige Angelegenheiten, Gábor Tallai, Programmdirektor des Museums Haus des Terrors, Ernő Schaller, Direktor für Auswärtige Angelegenheiten der Stiftung für ein Bürgerliches Ungarn, Márton Schőberl, Direktor des Instituts für Auswärtige Angelegenheiten und Außenwirtschaft und Prof. Dr. Ellen Bos, Professorin an der Andrássy Universität.

Am Wochenende organisierte Dr. Matthias Belafi, Geschäftsführer der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, einen Workshop zum Thema Europäische Wertegemeinschaft. Im Anschluss erarbeiteten die Teilnehmer in Gruppen die „Budapester Erklärung zur Europäischen Identität“, welche besonders auf die Flüchtlingskrise und Brexit eingeht.

Die erste Adenauer Sommerschule wurde von den Teilnehmern als sehr informativ und wichtig für den Aufbau eines Netzwerkes bezeichnet. Die Teilnehmer gaben an, dass sie dank der Sommerschule nun ein besseres Verständnis der ungarischen Politik hätten. Mit Hilfe der modernen Kommunikationsmittel wollen sie auch in Zukunft miteinander in Kontakt bleiben und den Gedankenaustausch pflegen.