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Veranstaltungsberichte

Unser Europa II- Christdemokratie im 21. Jahrhundert

von Gergely Dóczy

Unsere Verantwortung für Europa

Am 13. November veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung zusammen mit EP-Abgeordnete György Hölvényi und der Barankovics Stiftung an der Andrássy Universität Budapest eine Konferenz über die Bedeutung und die Zukunft der Christdemokratie im 21. Jahrhundert in Europa. Die Ehrengäste waren Daniel Caspary, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament und Zsolt Semjén, stellvertretender Ministerpräsident Ungarns.

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Der Abend begann mit der Begrüßungsrede von György Hölvényi, MdEP, entwicklungspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion. Herr Hölvényi sprach vor allem über die Verantwortung der Christdemokraten in Bezug auf Europa. Seiner Meinung nach haben die politischen Kräfte der Mitte, insbesondere die Christdemokraten, die größte Chance und Verantwortung, die Geschicke Europas zu gestalten. Er betonte die Notwendigkeit, ein Europa zu schaffen, das auf Sicherheit und Normalität basiert, in dem niemand ausgeschlossen wird, in dem es aber absolute Werte gibt, die nicht relativiert werden dürfen. Die gemeinsamen europäischen Werte und die europäische Realität seien das, was uns verbindet, und wir könnten nur gemeinsam für sie arbeiten.  Nach dem Europaabgeordneten hielt Michael Winzer, Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung Ungarn seine Begrüßungsrede, in der er über das Kern der christdemokratischen Politik sprach. Er betonte, dass die Grundlage der christlichen Demokratie die Menschenwürde und die persönliche Freiheit eines jeden Menschen sei. Aus diesem Grund ist das Subsidiaritätsprinzip sehr wichtig, d.h. dass Individuen und Gemeinschaften ihre eigene Autonomie und Verantwortung haben und dass der Staat nur in bestimmten Fälle eingreift, wo die Menschenwürde auf dem Spiel steht. Er bedankte sich auch bei allen Gästen für ihre Teilnahme und für die Gelegenheit, mit so hochrangigen Teilnehmern einen Meinungsaustausch über so wichtige Themen zu führen.

Auf die Begrüßungsreden folgten die Grundsatzreden der beiden Ehrengäste. Zsolt Semjén begann seine Ansprache mit einem historischen Rückblick auf die ungarische Geschichte. Ihm zufolge mussten die Ungarn in jedem Jahrhundert ums Überleben kämpfen, und es ist ihrer Treue zum Erbe des Heiligen Stephans zu verdanken, dass sie in Europa überleben konnten, denn er machte die Ungarn zu Christen. Er betonte, dass jede Nation ein einzigartiges Gut ist, das bewahrt werden muss. In Bezug auf die Migration in Europa sagte er, dass die Ungarn die Kultur aller Nationen, einschließlich des Islam, respektieren, aber die christliche Kultur der Ungarn darf nicht verhandelbar sein. Der stellvertretende Ministerpräsident schloss seine Rede mit den Worten: "Wir sind pro-europäisch und unser Programm ist die Rückkehr zum Erbe der Gründerväter Adenauer, Schuman und DeGaspaeri, die die Europäische Union auf der Vielfalt der europäischen Nationen und der christlichen Zivilisation aufgebaut haben."

Daniel Caspary, Vorsitzender der deutschen CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, dankte den Teilnehmern für ihre Teilnahme und insbesondere für die Arbeit der KAS, die einen Rahmen für eine solche Diskussion geschaffen hat. Er sagte, dass die Gesellschaft in seinem Land und in fast ganz Europa heterogener geworden sei und sich das religiöse und politische Spektrum erweitert habe. Er betonte, dass die christlich-demokratische Politik auf der jüdisch-christlichen Kultur zurückgehen muss, und ist offen für diejenigen, die sich zu diesen Werte bekennen. Ein sehr wichtiger Teil davon ist die Freiheit des Einzelnen. Er betonte, dass Christdemokraten immer die Interessen aller Menschen berücksichtigen müssen, nicht nur die derjenigen, die sie wählen. Deshalb sei es sehr wichtig, die Meinung anderer anzuhören und kompromissbereit zu sein, weil dies für das menschliche Zusammenleben unerlässlich sei.

Der letzte Programmpunkt des Abends war die Podiumsdiskussion zwischen den beiden Europaabgeordneten und dem stellvertretenden Premierminister, in deren Rahmen unter anderem erörtert wurde, inwieweit die christlich-demokratischen Grundsätze auf europäischer Ebene berücksichtigt werden und wie das Konzept der nationalen Souveränität im Westen und Osten des Kontinents verstanden wird.

Der Abend endete mit einem Stehempfang.

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