Vom 22. bis 24. September 2026 organisierte die KAS in Partnerschaft mit dem togolesischen Justiz- und Menschenrechtsministerium sowie mit Unterstützung von Global Change Consult in Lomé den nationalen Auftaktworkshop des Programms „Politische Bildung junger Menschen in Togo 2026“. Die Veranstaltung brachte junge Menschen aus den fünf Regionen des Landes sowie aus dem Großraum Lomé zusammen, um ihr Verständnis von staatsbürgerlichen Grundwerten, öffentlichen Institutionen und Mechanismen demokratischer Beteiligung zu stärken.
An der Eröffnungszeremonie nahmen Vertreter nationaler und lokaler Institutionen sowie Partner des Programms teil. Sie wurde durch die Begrüßungsrede von Herrn Kokou Amenyenou, Bürgermeister der Kommune Golfe 6, sowie durch Begrüßungsworte von Frau Louisa Mendoza, Programmkoordinatorin des Regionalprogramms „Politischer Dialog in Westafrika“ der KAS, geprägt. Auch S.E. Stefan Anton Messerer, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Togo, richtete ein Grußwort an die Teilnehmenden und unterstrich die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements junger Menschen für die Festigung von Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Die offizielle Eröffnung des Programms erfolgte durch Justiz- und Menschenrechtsminister Me Pacôme Yawovi Adjourouvi, der die zentrale Rolle der Jugend bei der Förderung staatsbürgerlicher Werte, des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der aktiven Bürgerbeteiligung hervorhob.
Während des ersten Veranstaltungstages setzten sich die Teilnehmenden mit den Begriffen Staatsbürgerschaft, Nation, republikanische Werte und Bürgerpflichten auseinander. Darüber hinaus wurden Aufbau und Funktionsweise der wichtigsten Institutionen der Togolesischen Republik sowie die Möglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger zur Interaktion mit diesen Institutionen behandelt. Anhand von Fallstudien und praktischen Übungen reflektierten die Jugendlichen über Wege zur Wahrnehmung ihrer Rechte und zur Einbringung ihrer Anliegen gegenüber den zuständigen Behörden.
Der zweite Veranstaltungstag war den Themen Menschenrechte, lokale Regierungsführung und digitale Bürgerschaft gewidmet. Die Teilnehmenden wurden mit den Mechanismen des Menschenrechtsschutzes in Togo sowie mit der Rolle von Gemeinden in der kommunalen Verwaltung vertraut gemacht. In einer Simulation einer Gemeinderatssitzung konnten sie die Herausforderungen kommunaler Entscheidungsprozesse praktisch nachvollziehen und ein besseres Verständnis für die Verantwortung gewählter Mandatsträger entwickeln. Darüber hinaus befassten sich die Diskussionen mit Fragen der Informationsverbreitung im digitalen Raum, dem Umgang mit Desinformation und der Förderung eines verantwortungsvollen Verhaltens im Internet.
Die Arbeiten wurden mit Reflexionen über bürgerschaftliche Führung, gesellschaftliches Engagement und die Entwicklung lokaler Initiativen fortgesetzt, die zum Gemeinwohl beitragen können. Die Teilnehmenden wurden dazu angeregt, Herausforderungen in ihren jeweiligen Regionen zu identifizieren und Lösungsvorschläge zur stärkeren Einbindung junger Menschen in gesellschaftliche und politische Prozesse zu erarbeiten. Eine weitere Sitzung zum Thema Verkehrserziehung und verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr verdeutlichte die Bedeutung individueller Verantwortung im öffentlichen Raum.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein institutioneller Besuch der Nationalversammlung Togos. Dabei erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Arbeitsweise des Parlaments, seine Rolle im Gesetzgebungsverfahren sowie seine Kontrollfunktion gegenüber dem staatlichen Handeln.
Mit dieser Initiative wollen die KAS und ihre Partner zur Stärkung der demokratischen und staatsbürgerlichen Kultur unter jungen Menschen in Togo beitragen. Durch die Förderung eines besseren Verständnisses von Institutionen, Rechten und staatsbürgerlichen Pflichten soll das Programm junge Menschen zu einer aktiveren Beteiligung am öffentlichen Leben und an den Entwicklungsprozessen ihrer Gemeinschaften ermutigen.