KAS/Hospes
Helene v. Bismarck schilderte anhand der beherrschenden Themen der Konferenzen in den letzten Jahrzehnten, wie in fast allen Punkten, die zwischen Deutschen und Briten standen (z.B. die Wiedervereinigung) doch ein Common Sense erreicht werden konnte. Nur in einem Punkt blieben und bleiben sich die beiden Nationen fremd: Was die EU angeht, werfen die Deutschen den Briten Egoismus und „Cherry-Picking“ vor, die Briten halten unsere Haltung zur EU für schwärmerisch und irrational. In den letzten Jahren ist unter dem verheerenden Eindruck der Brexit-Diskussion nun auch noch der deutsche Vorwurf hinzugekommen, die Briten hingen einem verhängnisvollen Irrtum an und hätten die Zeichen der Zeit nicht erkannt, ja gefährdeten Demokratie und Frieden in Europa. V. Bismarck konnte nur bedauernd feststellen, dass pejorative Stereotype über den anderen nach oben gespült würden, die in der Vergangenheit beherrscht worden waren.
In der anschließenden Diskussion konzentrierten sich der Politiker und die Historikerin auf die augenblickliche Brexitsituation, auf die Krise des britischen politischen Systems und die Auswege aus dem Dilemma. Und – ehrlich gesagt – beide wussten schon vorher und wir haben es dann bald gemerkt, dass es hier so viele Variablen und Unbekannte gibt, dass niemand, auch nicht der innerste Kreis, in der Lage wäre, verlässliche Prognosen abzugeben. Es scheint Bewegung in den Gesprächsprozess gekommen zu sein, das Herannahen des 31. Oktober scheint eine klärende Wirkung zu besitzen, doch beide hielten auch eine weitere Verschiebung oder ein gänzliches Abblasen der Aktion für möglich.
Sind denn die Briten „weg“, wenn sie austreten sollten oder kommen sie überhaupt wieder „rein“, wenn sie doch drinbleiben? Interessanterweise verknüpfte Norbert Röttgen diese Frage mit den fundamentalen Herausforderungen, denen sich die EU selbst stellen muss. Schon seit längerem plädiert er dabei für eine Ergänzung der unbeweglichen gemeinschaftlichen Struktur der 28 (27?) um „Koalitionen der Willigen und Fähigen“ in zentralen Politikfeldern der EU. Die EU müsse in bestimmten Fragen handlungsfähig sein, sonst verliere sie ihre Legitimität. In diesen Überlegungen haben dann auch die Briten wieder ihren Platz.
Wie gut, dass nach dieser schweren Kost der Vormittag mit Gesprächen hoch über dem Rhein, inmitten spätsommerlicher Leichtigkeit und herbstlicher Laubfärbung, beendet werden konnte. So schlimm, wie man es sich zuweilen ausmalt, kann es doch gar nicht kommen! Das jedenfalls ist die Lehre der Rheinhänge, des Flusses und Königswinters.
In der anschließenden Diskussion konzentrierten sich der Politiker und die Historikerin auf die augenblickliche Brexitsituation, auf die Krise des britischen politischen Systems und die Auswege aus dem Dilemma. Und – ehrlich gesagt – beide wussten schon vorher und wir haben es dann bald gemerkt, dass es hier so viele Variablen und Unbekannte gibt, dass niemand, auch nicht der innerste Kreis, in der Lage wäre, verlässliche Prognosen abzugeben. Es scheint Bewegung in den Gesprächsprozess gekommen zu sein, das Herannahen des 31. Oktober scheint eine klärende Wirkung zu besitzen, doch beide hielten auch eine weitere Verschiebung oder ein gänzliches Abblasen der Aktion für möglich.
Sind denn die Briten „weg“, wenn sie austreten sollten oder kommen sie überhaupt wieder „rein“, wenn sie doch drinbleiben? Interessanterweise verknüpfte Norbert Röttgen diese Frage mit den fundamentalen Herausforderungen, denen sich die EU selbst stellen muss. Schon seit längerem plädiert er dabei für eine Ergänzung der unbeweglichen gemeinschaftlichen Struktur der 28 (27?) um „Koalitionen der Willigen und Fähigen“ in zentralen Politikfeldern der EU. Die EU müsse in bestimmten Fragen handlungsfähig sein, sonst verliere sie ihre Legitimität. In diesen Überlegungen haben dann auch die Briten wieder ihren Platz.
Wie gut, dass nach dieser schweren Kost der Vormittag mit Gesprächen hoch über dem Rhein, inmitten spätsommerlicher Leichtigkeit und herbstlicher Laubfärbung, beendet werden konnte. So schlimm, wie man es sich zuweilen ausmalt, kann es doch gar nicht kommen! Das jedenfalls ist die Lehre der Rheinhänge, des Flusses und Königswinters.