Event Reports

Urbane Naturentwicklung als Strategie der Nachhaltigkeit in Israels Städten

Gemeinsam mit der Organisation „Society for the Protection of Nature in Israel“ (SPNI) und dem „Forum 15“, eine Vereinigung von inzwischen 18 selbstverwalteten Städten Israels, veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung Israel am 10. Juni 2014 ein Seminar zum Thema „Nachhaltigkeit und urbane Naturentwicklung“.

Gemeinsam mit der Organisation „Society for the Protection of Nature in Israel“ (SPNI) und dem „Forum 15“, eine Vereinigung von inzwischen 18 selbstverwalteten Städten Israels, veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung Israel am 10. Juni 2014 ein Seminar zum Thema „Nachhaltigkeit und urbane Naturentwicklung“.

Das Seminar fand im Rahmen der sogenannten „Green Date“-Seminarreihe statt, die es Vertretern der beteiligten Kommunen ermöglicht, sich mit Experten im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit über Projekte in der Stadtentwicklung auszutauschen. Die Seminare unterstützen die Kommunen vor allem bei der Umsetzung der 2008 unterzeichneten Klimakonvention, in deren Rahmen sich 18 israelische Städte verpflichtet haben, Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene zu fördern. Dabei werden Herausforderungen in den Bereichen Verkehr, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Energieeffizienz, Abfallreduktion und Recycling, nachhaltiger Stadtplanung, Gesundheit und Ernährung sowie andere relevante Fragen thematisiert.

Vor allem in den letzten zehn Jahren hat man die zentrale Stellung erkannt, welche die Stadt in Fragen der Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt einnimmt. Der Großteil der Weltbevölkerung (und auch der israelischen Bevölkerung) lebt mittlerweile in Städten. Eine fortschrittliche Kommunalpolitik in den Bereichen nachhaltiger Stadtentwicklung und Umweltschutz bildet also die Grundlage für eine erfolgreiche Umweltpolitik auf nationaler Ebene. Kommunen sind aufgrund der Nähe zum Bürger in der Lage, konkrete Maβnahmen zum Umweltschutz und zur Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bürger zu treffen. Hierzu zählen unter anderem die Förderung der Nutzung von Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln, die Durchführung von Programmen zur Abfallreduktion sowie die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für ökologisches Bauen und Energieeffizienz.

Das Thema der urbanen Naturentwicklung steht an der Schnittstelle zwischen Umweltschutz und Stadtplanung und bildet eine der Grundlagen für den nachhaltigen Städtebau. Die Schaffung sowie die Konservierung städtischer Biotope tragen maβgeblich zur Reduzierung von Belastungsfaktoren wie Abgase, Abfall, Abwasser und Lärm bei. Stadtbiotope fungieren nicht nur als „grüne Lunge“, sondern schaffen auch Lebensräume für Tiere und bilden somit eine Grundlage für die Stabilität des urbanen Ökosystems.

Die Beiträge der Seminarteilnehmer gingen in besonderem Maβe auf die Bedeutung urbaner Naturentwicklung für den Klimaschutz ein und stellten bereits erfolgreich durchgeführte Projekte vor.

Zur Begrüβung gab Linor Sagie als Vertreterin des „Forum 15“ einen Überblick über die Fortschritte bei der Umsetzung der Klimakonvention. Nach der Durchführung von Umfragen zum Thema urbane Naturentwicklung sei man nun mit der Planung und Verwirklichung langfristiger Projekte beschäftigt.

Pazit Schweid, Leiterin des SPNI-Programms für städtische Gemeinden, betonte die Bedeutung einer dauerhaften partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Städten, um gemeinsam Herausforderungen im Bereich der urbanen Naturentwicklung anzugehen. Ein Schwerpunkt der Diskussionen sollte vor allem auf der Eindämmung des Klimawandels liegen, da dieser Auswirkungen auf die Biodiversität und auf das Ökosystem im Ganzen habe. Umweltschutzmaβnahmen in Städten müsse dabei mehr Bedeutung zukommen.

Auf die Verbindung zwischen Klimawandel und urbaner Naturentwicklung ging auch Amir Balaban (SPNI) ein. In der Evolution, die moderne Städte durchliefen, sei ein Fokus auf die Erhaltung städtischer Biotope besonders wichtig, um den schädlichen Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken. Städte müssten in Zukunft eine noch zentralere Rolle im Naturschutz einnehmen. Balaban zeigte am Beispiel eines Projekts der Stadt Herzliya, wie Stadtentwicklung im Einklang mit Naturschutz funktionieren kann: Die Stadt plane den Bau eines Fahrradweges, der auf die Lebensräume der lokalen Amphibienpopulationen Rücksicht nehme. Urbane Naturentwicklung, so Balaban, sei eben nicht nur die Schaffung von städtischen Grünflächen, sondern vielmehr ein Weg, die Stadtentwicklung mit der Wahrung bereits existierender Lebensräume in Einklang zu bringen.

Zum Schluss präsentierten Ofer Grindeger und Liron Maayan vom Stadtplanungsamt Jerusalem die Leitlinien der Projekte zur urbanen Naturentwicklung der Stadt, die gemeinsam mit SPNI entwickelt wurden. Sie gingen dabei vor allem auf die Bedeutung der Erhaltung von Freiflächen und Grünanlagen ein.

Das Seminar bot ein Forum für Vertreter verschiedener Städte und Experten aus dem Bereich Umwelt- und Klimapolitik. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmer über die nachhaltige Stadtentwicklung und tauschten sich zu bestehenden und zukünftigen Projekten im Bereich Umwelt- und Klimaschutz aus. Zahlreiche Redner appellierten an die Städte, an der Umsetzung der Klimakonvention festzuhalten. Das Seminar leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene, was wiederum essentiell für eine erfolgreiche Umweltpolitik auf nationaler Ebene ist, für die sich die Konrad-Adenauer-Stiftung Israel einsetzt.

Autorin: Johanna Pohl

Gemeinsam mit der Organisation „Society for the Protection of Nature in Israel“ und dem „Forum 15“ veranstaltete die KAS Israel ein Seminar zum Thema „Nachhaltigkeit und urbane Naturentwicklung“. KAS Israel