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Ein Netzwerk fürs Leben - Stipendiatentreffen im New Yorker KAS-Büro

Dem Kernanliegen des Stipendienprogramms der Konrad-Adenauer-Stiftung entsprechend werden junge Menschen gefördert, die global für demokratisch-freiheitliche Werte eintreten. In diesem Sinne verfolgt das KAS-Büro in New York neben seiner politischen Arbeit auch das Ziel, mit den Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kontakt zu bleiben und diese untereinander zu vernetzen.

Deshalb lud das Büro der KAS in New York am 17. Mai alle Altstipendiaten und aktuellen Stipendiaten aus der Region zu einem Gespräch mit Axel Wennmann ein, welcher selbst Altstipendiat ist und heute in leitender Funktion in der politischen Abteilung der Vereinten Nationen tätig ist. Dabei sollte über die Rolle der UN im Irak diskutiert und gleichzeitig auch die Chance genutzt werden, sich gegenseitig kennenzulernen und zu vernetzen. Die Teilnehmer, mit beruflichen Hintergründen vom Journalismus bis zur künstlichen Intelligenz, freuten sich über die Gelegenheit mit Gleichgesinnten in direkter Nähe zum Hauptsitz der UN über ein so aktuelles Thema zu sprechen.

Herr Wennmann betonte, dass vor allem die Einstimmigkeit des Sicherheitsrates in Bezug auf die Bekämpfung von ISIS im Irak eine effektive und umfassende Reaktion erleichtert habe. Dies habe auch zu interessanten Akteurskonstellationen geführt, da beispielsweise der Iran und die Vereinigten Staaten von Amerika entgegen der normalerweise vorherrschenden Interessenlage plötzlich im gleichen Land gegen einen gemeinsamen Gegner operierten. Schlussendlich sei ISIS durch das geschlossene und schlagkräftige internationale militärische Vorgehen erfolgreich aus dem Irak verdrängt worden und habe dort heute keinen nennenswerten Einfluss mehr, so Wennmann. Neben der militärischen Komponente sei es den Vereinten Nationen im Irak auch besser als in vorherigen Krisen z.B. in Libyen und Syrien gelungen, mit den aufkommenden Flüchtlingsströmen umzugehen und dadurch humanitäres Elend zu vermeiden.

Nach dem Sieg über ISIS sei die nächste Herausforderung nun der wirtschaftliche, soziale und politische Wiederaufbau des Landes, resümierte der Fachmann. Problematisch sei dabei vor allem die Einflussnahme verschiedener Staaten wie des Irans oder der USA, wodurch die politische Landschaft im Irak noch zusätzlich fragmentiert und die Bildung einer handlungsfähigen Regierungskoalition erschwert werde. Zusätzlich wirke sich die geringe Wahlbeteiligung bei den jüngsten Parlamentswahlen am 12. Mai 2018 ungünstig auf die Legitimität der künftigen Regierung aus, so Wennmann weiter. Trotz aller Herausforderungen habe der Irak allerdings den Weg der politischen Stabilisierung eingeschlagen und die UN werde die Entwicklungen im Land weiter genau beobachten und begleiten.

Im Anschluss an die Veranstaltung zeigten sich die Teilnehmer interessiert daran, die anderen Stipendiaten und Altstipendiaten aus New York kennenzulernen. Alle haben den Wunsch zum Ausdruck gebracht, den Kontakt mit der KAS zu intensivieren und zukünftig regelmäßig an ähnlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Darauf aufbauend hat der Leiter des Büros, Herr Dr. Stefan Friedrich, sein Bestreben betont, weiterhin den Aufbau eines lebendigen Netzwerkes von aktuellen und ehemaligen KAS-Stipendiaten an der Ostküste zu unterstützen.