Herbst 1977

Ausgabe 455 | 1. Oktober 2007

Mit der Bewegung der 68er, dem Linksterrorismus und den Ereignissen rund um das Jahr 1977 befasst sich die Politische Meinung im Oktober. Dabei stehen der Blick für die Opfer sowie ein Blick hinter die Kulissen von intellektueller Relativierung und Verklärung im Vordergrund. Zu den Autoren dieser Herbstausgabe zählen Michael Borchard, Stefan Mückl, Andreas Öhler, Bettina Röhl und Ansgar Lange mit einer Sammelrezension. Politische Lehren im Umgang mit Terrorismus zieht Eckart Werthebach in einem Interview.In der Rubrik „Demokratie und Werte“ geht es um Werteorientierung in der Politik (Hans Joas), die Frage der universellen Übertragbarkeit von Demokratie (Christian Welzel), den Liberalkonservatismus als Identitätsressource (Jens Hacke), den Umgang mit Todesstrafe und Abtreibung in den USA (Ferdinand Oertel) sowie um die reformerischen Leistungen des preußischen Staatsmannes Carl Reichsfreiherr vom und zum Stein (Heinrich Siedentopf).Die Suche der Malerei nach neuen Möglichkeiten beschreibt Hans-Jörg Clement in seinem Bericht über die documenta und den allgemeinen Kunstmarkt in 2007. Einen Weg zur Schlichtung des deutsch-polnischen Streits um die im II. Weltkrieg verschleppten Kulturgüter sieht Wolfgang Bergsdorf in der Einsetzung einer europäischen Behörde.

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Inhalt

  • Inhalt

  • Editorial

    von Wolfgang Bergsdorf

  • Deutschland im Herbst 2007

    Radikale Anhänger der 68er-Bewegung propagierten Gewalt als Mittel zum Zweck. Nur diese Klarstellung räumt mit dem Irrtum auf, die Aktionen der RAF seien verständliche Reaktionen auf das eskalierende Handeln des Staates gewesen.

    von Michael Borchard

  • Krieg um linke Mythen

    Die Faszination des Bösen überschattet in Kunst und Literatur dessen Banalität, im Umgang mit der RAF resultiert daraus ein Hang zur romantischen Verklärung. Das moralische Waschprogramm der deutschen Linken kam über den Pflegegang bislang nicht hinaus.

    von Andreas Öhler

  • Politische Lehren ziehen

    Der heutige internationale Terrorismus ist unberechenbarer und militanter als das Gewaltpotenzial der RAF. Die notwendige Verbesserung präventiver Befugnisse muss mit einer verstärkten parlamentarischen Kontrolle korrelieren.

    von Eckart Werthebach

  • Paradigmenwechsel RAF

    Der Alarmismus der Springer-Medien und die verantwortungslose Sympathie der meisten anderen Medien waren das Vehikel zur Etablierung der RAF. Bis heute wird die Rezeption von deren Gewaltakten durch die intellektuelle Selbstverklärung der 68er-Bewegung getrübt.

    von Bettina Röhl

  • Rechtsstaat versus Terrorismus

    Der Staat kann und muss sich gegen den Terrorismus verteidigen. Seine Stärke und Überlegenheit beweist er darin, dass er sich die Maßstäbe seines Handelns nicht von Kräften oktroyieren lässt, die gerade seine Vernichtung anstreben.

    von Stefan Mückl

  • Provokativ, entbehrlich, berührend

    Klaus Rainer Röhl: Linke Lebenslügen / Ingrid Gilcher-Holtey: Die 68er-Bewegung / Anne Siemens: Für die RAF war er das System, für mich der Vater

    von Ansgar Lange

  • Werteorientierung in der Politik

    Es wird in der Zukunft immer schwieriger werden, europäische Spezifika als christlich zu deklarieren und das Christliche für die europäische Identität in Anspruch zu nehmen. Hier setzt eine Auseinandersetzung an, die allen Beteiligten Veränderungen nahelegt.

    von Hans Joas

  • Ist Demokratie ein universell übertragbares Konzept?

    Erst die Errungenschaften von individueller Entscheidungsfreiheit und Gleichheit macht die Menschen empfänglich für die Idee demokratischer Freiheitsrechte. Ob diese rein kognitiv und ohne den entsprechenden Erfahrungshintergrund als ein Wertesystem verankert werden kann, ist fraglich.

    von Christian Welzel

  • Der Liberalkonservatismus als Identitätsressource der Bundesrepublik

    Die Freiheitsbewegung in Deutschland hat es von jeher schwer gehabt. Dennoch spricht vieles für einen verspäteten, aber nachhaltigen Erfolg der Geschichte des Liberalismus. Auf den Spuren einflussreicher Theoretiker.

    von Jens Hacke

  • Die USA und die Unanstastbarkeit des Lebens

    Seit Jahren setzen sich Lebensschützer der Vereinigten Staaten in der Abtreibungsfrage für den gesetzlichen Schutz von Ungeborenen ein. In der Frage der Todesstrafe hingegen steht das Land weltweit am Pranger.

    von Ferdinand Oertel

  • Freiherr vom Stein zum 250. Geburtstag

    Bis heute bildet die 1807 verfasste „Nassauer Denkschrift“ das Fundament der Selbstverwaltung von Städten und Gemeinden. Sie eröffnete dem Bürger die Möglichkeit, seine staatsbürgerlichen Rechte wahrzunehmen. Würdigung einer bedeutenden Reform.

    von Heinrich Siedentopf

  • Aussicht auf Veränderungen

    Grenzsituationen und Übergänge waren ein Thema der diesjährigen documenta in Kassel. Im Hintergrund von Partyrummel und Trophäenjagd sucht die Malerei nach neuen Möglichkeiten.

  • Kulturgut als Kriegsbeute

    Der Streit um die Rückführung von Kulturgütern schlägt Schneisen in das deutsch-polnische Verhältnis. Rechtsfrieden könnte über die Einsetzung einer europäischen Behörde erreicht werden.

    von Wolfgang Bergsdorf

  • Wertvoller Kompass gen Münster

    Jens Hacke: Philosophie der Bürgerlichkeit. Die liberalkonservative Begründung der Bundesrepublik

    von Volker Kronenberg

  • Die Zukunft der Erinnerung

    Anne Dorn: Siehdichum / Galsan Tschinag: Die neun Träume des Dschinghis Khan

    von Michael Braun

  • Einladung zum Gespräch

    Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.: Jesus von Nazaretz. Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung

    von Claus-Peter März

  • Stimmen zum Papst

    Matthias Kopp (Hg.): Und plötzlich Papst / Stephan Kulle: Papa Benedikt / Martin Lohmann: Maximum. Wie der Papst Deutschland verändert / Stephan Otto Horn, Siegfried Weidenhofer (Hg.): Schöpfung und Evolution

    von Franz Norbert Otterbeck

  • Kollektive Verdrängung

    Peter Longerich: Davon haben wir nichts gewusst. Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933-1945

    von Günther Frieß

  • Religiöse Identität

    Efraim Karsh: Imperialismus im Namen Allahs / Amartya Sen: Die Identitätskrise. Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt / Ian Buruma: Die Grenzen der Toleranz. Der Mord an Theo van Gogh

    von Aschot Manutscharjan

  • Aktuelles intern

    Aktionen, Programme und Publikationen der Konrad-Adenauer-Stiftung

    von Walter Bajohr

Über diese Reihe

Die Politische Meinung präsentiert sich seit 2013 „generalüberholt“ ihren Lesern: Das neue, ästhetisch anspruchsvolle Layout bietet ein klares und aufgelockertes Schriftbild, die Themenschwerpunkte werden facettenreicher und von Bildstrecken begleitet. Eine veränderte Erscheinungsweise von sechs Doppelausgaben jährlich mit jetzt 128 Seiten gibt dieser Fortentwicklung einen neuen Rahmen.

 

Die Zeitschrift bietet als Bezugspunkte fundierte Analysen historischer Hintergründe und eine der individuellen Eigenverantwortung verpflichtete, im christlichen Menschenbild verankerte Ethik.

BESTELLINFORMATIONEN

Die Politische Meinung erscheint sechsmal im Jahr. Der Bezugspreis für sechs Hefte beträgt 50,00 € zzgl. Porto. Der Einzelheftpreis beträgt 9,00 €. Schüler und Studenten erhalten einen Sonderrabatt (25 Prozent). Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht bis zum 15. November eines Jahres schriftlich abbestellt wird. Bestellungen über den Verlag, durch den Buchhandel oder per E-Mail an politische-meinung@kas.de

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Die Politische Meinung erscheint sechsmal im Jahr. Der Bezugspreis für sechs Hefte beträgt 50,00 € zzgl. Porto. Der Einzelheftpreis beträgt 9,00 €. Schüler und Studenten erhalten einen Sonderrabatt (25 Prozent). Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht bis zum 15. November eines Jahres schriftlich abbestellt wird. Bestellungen über den Verlag, durch den Buchhandel oder per E-Mail an politische-meinung@kas.de

Herausgeber

Norbert Lammert, Bernhard Vogel

ISBN

0032-3446