Alois Dempf

Philosoph, ordentlicher Professor Dr. phil. 2. Januar 1891 Altomünster 15. November 1982 Eggstätt

Von der Religionsphilosophie Herman Schells angestoßen, wandte sich Dempf der metaphysischen Menschenlehre bei Thomas von Aquin zu. Ihre stufenhafte Synthese wurde ihm zusammen mit Hegelschen Perspektiven zum Vorbild des Entwurfs einer vollständigen Menschen-, Welt- und Gotteslehre, deren Elemente er u. a. wissenssoziologisch im Sinne einer Selbstkritik der Philosophie in der gesamten antiken, patristisch-scholastischen, idealistischen und modernen Geistesgeschichte auch nichteuropäischer Kulturen berücksichtigte. Dempfs christlicher Personalismus fand ein besonderes Interesse am Wesen politisch-staatlicher Ordnung. Mit Theodor Abele, Hermann Platz, Heinrich Brüning und Paul Simon stand Dempf am Anfang der Liturgischen Bewegung und des Katholischen Akademikerverbands in Deutschland. Mit seinen Freunden Luigi Sturzo, Platz und Brüning war Dempf ein Wegbereiter der christlichen Demokratie. Als frühzeitiger Gegner der Nationalsozialisten warnte er den Vatikan vergeblich vor einem Konkordat mit Hitler.

Vincent Berning

Lebenslauf

  • 1922 Dr. phil.
  • 1926 Habilitation, später außerplanmäßiger Professor Bonn
  • 1937 Ruf an die Universität Wien
  • 1938–1945 vom NS-Regime zwangspensioniert
  • 1949–1959 ordentlicher Professor an der Universität München.

Veröffentlichungen

  • Michael Schäffler (Pseudonym): Demokratie und Partei im politischen Katholizismus (1932)
  • Die Glaubensnot der deutschen Katholiken (1934)
  • Selbstkritik der Philosophie (1947)
  • Theoretische Anthropologie (1950)
  • Christliche Philosophie (1952)
  • Sacrum Imperium (1954)
  • Kritik der historischen Vernunft (1957)

Literatur

  • Philosphia viva. Festschrift zum 70. Geburtstag (1960)
  • V. Berning u. a. (Hg.): Alois Dempf (1992)