Bernhard Winkelheide

Maschinenschlosser, Arbeitersekretär, Bundestagsabgeordneter 4. Mai 1908 Recklinghausen 25. November 1988 Recklinghausen
von Dagmar Nelleßen-Strauch

Winkelheide wirkte nach dem 2. Weltkrieg maßgeblich am Neuaufbau der KAB mit. Früh von den Grundlagen christlicher Gesellschaftspolitik geprägt, brachte er diese als Mandatsträger in die Politik ein. Anfang der 1950er Jahre beteiligte er sich federführend an der Kindergeldgesetzgebung. Das von ihm verfochtene Konzept der Familienausgleichskassen basierte auf dem Subsidiaritätsprinzip und einer berufsständischen Ordnung. Es war der Versuch, katholische Soziallehre in praktische Politik umzusetzen. Neben der Familien- und Sozialpolitik war er auch in der Gewerkschaftsarbeit engagiert. Er trug entscheidend zu der allgemein umstrittenen und seitens der CDA abgelehnten Neugründung christlicher Gewerkschaften bei. Angesichts der Verletzung der einheitsgewerkschaftlichen Prinzipien weltanschaulicher und parteipolitischer Neutralität hielt er an einer organisatorischen Trennung vom DGB fest.

Lebenslauf

  • 1922–1926 Schlosserlehre
  • 1926–1929 Maschinenschlosser
  • 1929–1935 Jugendsekretär der Werkjugend in der Diözese Münster
  • 1940–1946 Kriegsdienst und sowjetische Gefangenschaft
  • 1946–1969 Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) des Bistums Münster
  • 1947–1949 Mitglied des Wirtschaftsrates (CDU)
  • 1949–1972 MdB
  • 1952–1954 Mitglied des CDU-Bundesvorstands
  • 1955 Mitgründer und 1959–1962 Vorsitzender der Christlichen Gewerkschaftsbewegung Deutschlands (CGD)
  • 1964–1968 Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)
  • 1965–1972 Verbandsvorsitzender der KAB Westdeutschlands.

Literatur

  • T. H. Raabe: Bernhard Winkelheide (1990)