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Migration: Eine offene Wunde

Eine Reise durch die Geisterdörfer Albaniens

Jüngsten Statistiken zufolge ist Albanien, trotz einer kleinen Bevölkerung von ca. 2,8 Millionen Menschen, global unter den zehn Ländern mit den meisten Asylsuchenden im Ausland. Städte und Dörfer erleben einen konstanten Exodus und werden zu menschenlosen und vereinsamten Orten. Dabei ziehen die massenweise auswandernden jungen Menschen in größeren Mengen direkt ins Ausland als in die Städte, womit Emigration zu einem nationalen Problem wird.
​​​​​​​ Vor diesem Hintergrund legte die Konrad-Adenauer-Stiftung Albanien das Programm „Migration: eine offene Wunde“ auf, um stärker auf die existenzielle Bedrohung albanischer Dörfer durch Emigration hinzuweisen. Albanische und deutsche Teilnehmer, darunter Schriftsteller, Fotografen, Journalisten und Filmemacher, hatten die Möglichkeit, die Wirkung von Migration an typischerweise vernachlässigten Orten direkt zu beobachten und festzuhalten. Die Lebensumstände in diesen sogenannten „ghost villages“ sollen dokumentiert und somit das Thema Auswanderung gebührend behandelt werden.

Die Hauptaktivitäten waren:

  • Gespräch über Migration mit Sprachschülern im Goethe-Zentrum Tirana

​​​​​​​An dieser Tätigkeit waren alle Teilnehmer beteiligt. Sprachschüler des Goethe-Zentrums berichteten über ihre Motivation zum Deutschlernen und über die Ziele, die sie damit verfolgen. Ein besonderer Punkt in dem Austausch war der Konflikt zwischen Erwartungen und Realität von Migration, die auch unter den Schülern stark auseinandergingen. Insbesondere idealisierende Darstellungen Deutschlands und der Migration dorthin wurden kritisch besprochen.

  •  Studienreise nach Südalbanien:

Während dieser Reise hatte die Gruppe die Gelegenheit, das Fischerdorf Narta bei Vlore zu besuchen. Der Zustand der dortigen Fischereiindustrie und die dort lebende griechische Minderheit, deren jüngere Generationen größtenteils nach Griechenland emigriert sind, waren von besonderem Interesse.

  •  Studienreise nach Nordalbanien:

Während dieser Reise hatte die Gruppe die Gelegenheit, die Kleinstädte Rubik und Kukes zu besuchen. Die Bergabuindustrie in dieser Region wurde nach dem Ende des Hoxha-Regimes abgebaut, womit auch der Abbau vieler Stellen einherging. Zudem wurde die Stadt Shkoder, das Fischerdorf Zogaj naher der montenegrinischen Grenzen und das Dorf Torovice besucht.

Das Produkt dieses Projekts ist die neu veröffentlichte Publikation "Geisterdörfer: Auswanderung versus potenzielle Ressourcen Albaniens", die Berichte, Essays, Fotos und Filme enthält, um das Bewusstsein von politischen Entscheidungsträgern und Managementinstitutionen zu schärfen und die individuelle Sensibilität für das Schicksal des Landes zu erhöhen und vor allem, um eine neue Perspektive junger Menschen gegenüber ihrem Land als Hoffnung und Verantwortung zu fördern.

 

Ansprechpartner

Klaudja Zerva

Klaudja  Zerva bild

Programmkoordinatorin

Klaudja.Zerva@kas.de +355 4 555 03 79