Vortrag

"Förderlandschaft Europa- Erfahrungen und Perspektiven aus der Praxis"

Am 8.Sept 2003 veranstaltete das Europabüro einen Roundtable mit dem Vorsitzenden des Vorstandes der Sächsischen Aufbaubank,Herrn Dr. Freiherr von Seckendorff,zum Thema„Förderlandschaft Europa–Erfahrungen und Perspektiven aus der Praxis“.

Details

Vortrag

Ziel des Vortrags von Herrn Dr. von Seckendorff war es, die Sächsische Aufbaubank (SAB) sowie ihre Aufgaben und Arbeitsweise vorzustellen. Zu Beginn seiner Ausführungen nannte der Vorsitzende des Vorstandes der SAB einige grundlegende Fakten.

Die 1991 gegründete SAB sei eine Anstalt öffentlichen Rechts, deren Aufgabe die Unterstützung des Freistaates Sachsen bei der Gewährung und Verwaltung staatlicher Finanzhilfen sei. Mit 569 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 16.2Mrd € (in 2002) verstehe sie sich als „ehrlicher Makler“ zwischen Unternehmen, Behörden und Regierung. Zugleich sei sie als Bewilligungsbehörde europäischer Gelder „Botschafter von Brüssel in Sachsen“. Die Strukturpolitik, die Brüssel mittels der Vergabe von Fördergeldern betreibe, setze die SAB in die Praxis um. Sachsen, im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien gelegen, weise ein pro Kopf Bruttoinlandsprodukt vergleichbar dem Portugals auf, und sei somit eine geförderte Region. In 2002 habe die SAB 1.9Mrd € für Förderbereiche wie Infrastruktur, Wirtschaft, Technologie, Landwirtschaft und Umwelt vergeben. Die normale Zahl von 12.000 Förderanträgen jährlich sei im vergangenen Jahr durch die Flutkatastrophe um weitere 73.000 Anträge gesteigert worden.

Im weiteren stellte Herr Dr. von Seckendorff die Arbeitsweise der SAB dar. Ihre Produkte, also zinsverbilligte Darlehen, Zuschüsse, Bürgschaften, Beteiligungen und Beratungen, biete sie entweder im Rahmen des Direktverfahrens oder des Hausbankensystems an. Das Hausbankensystem finde im Bereich der Wirtschafts- und Landwirtschaftsförderung Anwendung, und bedeute, dass Unternehmen Anträge auf Förderung durch die SAB nur über ihre jeweilige Hausbank stellen könnten. Dadurch sei sichergestellt, dass eine private Bank zur Kofinanzierung des Investitionsvorhabens bereit sei. Erst dann mobilisiere die SAB ihre hohe Bonität, die sie aufgrund von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung genieße.

Nach einer formalen Prüfung auf Vollständigkeit und Einhaltung der Fördervoraussetzungen sowie Förderungsrichtlinien bewerte die SAB mittels Konzept- und Marktanalyse das Investitionsvorhaben. Dabei berufe sie sich sowohl auf die harten Fakten des Unternehmens, als auch Bonitätsbeurteilungen der Hausbank, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

Wenn der Prüfungsbericht positiv ausfalle werde ein Bewilligungsbescheidt erteilt. Begleitende Engagementüberwachung schließe sich an, um im Falle einer eventuellen Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds oder einer Änderung des Investitionsvorhabens zeitnah reagieren zu können. Zusätzlich berechne die SAB den Subventionswert, erfasse die benötigten Mittel für die öffentliche Kontingentsverwaltung, und betreibe Nachweisführung für beauftragende Ministerien.

Des weiteren erläuterte der Vorsitzende des Vorstandes was kluge Förderung ausmache.

Sie müsse das richtige Instrument zum passenden Zweck wählen, also etwa möglichst wenig öffentliche Haushalte belasten. Darüber hinaus schaffe sie Transparenz für die Antragsteller und erfinde das Rad nicht ständig neu. Konkret bedeute dies zum Beispiel, dass Darlehens- vor Zuschussförderung trete. Entscheidend sei die gute Zusammenarbeit und der Dialog zwischen Förderinstitut und Politik (Fördermittelgeber und Verwaltungen).

Schließlich regte Herr Dr. von Seckendorff den Austausch zwischen Fördermittelgebern an, um einer „best practice“ entgegenzuarbeiten. Etwa durch grenzüberschreitende Projekte seien gegenseitiges Lernen sowie das Knüpfen eines europäischen Kompetenznetzwerkes für Fördermittelvergabe möglich.

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Veranstaltungsort

Europabüro der Konrad-Adenauer-Stiftung, Avenue de L´Yser 11, 1040 Brüssel

Referenten

  • Herrn Dr. Freiherr von Seckendorff
    • Vorsitzender des Vorstandes der Sächsischen Aufbaubank
      Kontakt

      Dr. Peter R. Weilemann †

      _Förderlandschaft Europa- Erfahrungen und Perspektiven aus der Praxis_

      Bereitgestellt von

      Europabüro Brüssel