Vortrag

„New Strategie for Asian-European Cooperation“

Eine Vortragsveranstaltung in Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung

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Vortrag

Das Europabüro der Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltete am 3. März 2005 in Kooperation mit dem Verbindungsbüro Brüssel der Hanns-Seidel-Stiftung ein Diner Roundtable zum Thema „New Strategies for Asian-European Cooperation“. Hauptredner bei dieser Veranstaltung, an der zahlreiche Vertreter der Europäischen Institutionen und der Presse teilnahmen, war der Sprecher des Philippinischen Repräsentantenhauses Jose de Venecia, Jr. Dieser ging, nach der einführenden Begrüßung durch den Leiter der Verbindungsstelle, Markus Russ, in seinen Ausführungen auf die jüngsten Entwicklungen in Asien und auf die Möglichkeiten zukünftiger Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den asiatischen Staaten ein.

Zu Beginn seiner Rede sprach Jose de Venecia über die Entwicklung der EU und ihrer Rolle als unabhängiger Akteur auf der politischen Weltbühne. Anschließend verwies er auf die Neuordnung der asiatischen Staatenwelt und die ersten Schritte der Association of South East Asian Nations (ASEAN) eine ostasiatische Gemeinschaft mit einer eigenen Freihandelszone zu etablieren. Die bisherigen Erfahrungen mit ASEAN ließen die Hoffnung zu, so de Venecia, dass auch die multiethnischen und pluralistischen Gemeinschaften innerhalb

Ostasiens zusammengeführt werden könnten. Wie die EU ziele Ostasien auf eine Kooperation im wirtschaftlichen und industriellen Bereich, die Erweiterung der EU sowie die europäischen Ambitionen für eine gemeinsame Sicherheits-und Außenpolitik würden deshalb interessiert verfolgt. In Bezug auf die direkten Beziehungen zwischen ASEAN und der Europäischen Union stellte er fest, dass Burma noch immer einen schwierigen Punkt darstelle, da keine positiven

Fortschritte im Bereich der Demokratieentwicklung zu verzeichnen seien. Er hoffe jedoch, dass die politische Vielfalt im Land wieder hergestellt werden könne. Im Anschluss äußerte sich der Redner ebenfalls zu den Beziehungen

zwischen China und Südostasien sowie zu den Beziehungen zwischen China und der EU.

Des Weiteren ging Jose de Venecia in seiner Rede auf den Einfluss der EU in Ostasien ein und bewertete die Union als ein wertvolles Gegengewicht zu den Großmächten Asiens und der starken amerikanischen Präsenz in der Region. Die

Philippinen sähen die EU als eine wichtige Komponente an, um erfolgreich einen asiatischen Anti-Armuts-Fond und damit ein asiatisches Gegenstück zum internationalen Finanzfond zu organisieren. Ferner sprach sich der Sprecher des philippinischen Repräsentantenhauses für eine Sicherheitskooperation zwischen der EU und Asien, parallel zu den existieren Übereinkommen mit den US, aus.

De Venecia hob in seinen Ausführungen des Weiteren die besondere Bedeutung der Hans-Seidel-Stiftung und der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Region hervor, beide Stiftungen hätten in der Vergangenheit philippinische Initiativen erfolgreich unterstützt. Durch die Stiftungen, so der Sprecher, sei es möglich gewesen, die politischen Parteien Asiens an einen Tisch zu bringen. Zudem sei die Hans-Seidel-Stiftung eine große Hilfe gewesen, um eine parlamentarische

Versammlung Asiens zu organisieren. Daran anschließend ging Jose de Venecia auf die weiteren wichtigen Aufgaben der politischen Agenda der ASEAN sowie auf die gemeinsamen Interessen der EU und Asien ein. Für die Regierungen

mache es Sinn, die Probleme in den Bereichen des globalen Friedens, der gemeinsamen Entwicklung und der kulturellen Interaktion direkt anzugehen. Ferner müsse man sich dem Problem der Globalisierung stellen und dürfe bei der Abstimmung eines globalen Wirtschaftsraumes nicht die Bedürfnisse der Gesellschaft außer Acht lassen.

Am Ende seiner Rede betonte der Parlamentspräsident der Philippinen die Bedeutung des inter-religiösen Dialoges, welcher wichtig sei, um die Spaltung von Religionen rückgängig zu machen. Auseinandersetzungen sähe er heute

weniger als Kulturkonflikte denn als Religionskonflikte, welche auf jeden Fall verhindert werden müssen. Um Spannungen in Gegenden wie dem südlichen

Thailand, Sri Lankas, Palästina, dem Kosovo oder dem Sudan zu entgegnen, bedürfe es seiner Ansicht nach eines verstärkten inter-religiösen Dialog, an dem sich auch die EU beteiligen sollte. Abschließend zeichnete de Venecia sein

persönliches Bild von der Rolle Europas als ein Ort, an dem die Zukunft der Menschheit gestaltete werden wird.

In der anschließenden Diskussion mit dem Fachpublikum wurde zunächst die Bemerkung Jose de Venecias’, dass unter dem Begriff Kulturkonflikt heute eher ein Religionskonflikt zu verstehen sei, hinterfragt. Der Sprecher des philippinischen Repräsentantenhauses führte darauf hin aus, dass die Konflikte zwischen Moslems und Christen in Aceh, die Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Buddhisten auf Sri Lanka sowie die Konflikte in Indien zwischen Christen und Hindus bezeichnend dafür seien. Diese Streitigkeiten dauerten nun schon Jahrhunderte an, so der Sprecher und sogar in Europa entwickelten sich ähnliche Probleme. Deshalb schlug er in diesem Rahmen einen Inter-Religionsrat innerhalb des UN-Systems vor.

Ein weiteres Thema in der Diskussion bezog sich auf die Vertiefung sowie Erweiterung der EU und wie diese, übertragen auf die Entwicklungen in Asien, zu bewerten sei. In seiner Antwort verwies Jose de Venecia zunächst auf die

beeindruckende Entwicklung der Europäischen Union, von 6 über 12 zu 25 Mitgliedsländern und führte an, dass Asien in diesem Bereich bisher nicht in gleicher Weise erfolgreich war und deshalb weiter an deren Entwicklung gearbeitet werden müsse.

Im Anschluss an die Frage, welche Meinung er in

Bezug auf Regionalismus im Gegensatz zu Föderalismus in den Philippinen vertrete, antwortete Jose de Venecia, dass alle 7000 Inseln dem Föderalismus verpflichtet seien. Überdies wurde debattiert, wie die Situation in Asien

hinsichtlich einer Währungsunion wahrgenommen werde. Darauf antwortete der Sprecher des Philippinischen Repräsentantenhauses, dass dies eine bedenkenswerte Vision wäre, die Staaten Asiens dazu jedoch noch nicht bereit

wären.

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Veranstaltungsort

Europäisches Parlament, Rue Wiertz 60, 1047 Brüssel, Raum ASP 1G3

Referenten

  • Herrn Jose DE VENECIA Jr.
    • Specher des philippinischen Representantenhaus
      Kontakt

      Dr. Peter R. Weilemann †

      Partner

      Bereitgestellt von

      Europabüro Brüssel