Online-Seminar

Erststimme - Der Podcast für alles außer Corona

Unsere Interviewreihe, in der wir wöchentlich über Persönlichkeit, Position und Politik sprechen.

Ab August wird das Büro Bundesstadt Bonn ein neues Format aus der Taufe heben. Unter dem Namen "Erststimme - Der Podcast für alles außer Corona" werden wir wöchentlich mit Menschen sprechen, die etwas zu sagen haben - spannende Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft.

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Erststimme - Der Podcast für alles außer Corona

Wir sprechen über Themen, die uns alle angehen. Unterhaltsam und in Ruhe. Denn auch wenn wir uns an kurze Informationshäppchen, knackige Videos und schnelle Nachrichten gewöhnt haben: komplexe politische Zusammenhänge aufzulösen, benötigt neben Sachverstand auch Zeit. Die wollen wir uns nehmen.

Unterstützung bekommen wir dabei durch Podcaster, die für einzelne Folgen unser Format übernehmen und ihren jeweiligen individuellen Stil ausleihen. Unter anderem werden Sandra Wahle (Podcast Businessclass von Orange by Handelsblatt) und Frank Joung (Podcast Halbe Katoffl) dabei sein."Erststimme - Der Podcast für alles außer Corona" wird wöchentlich am Donnerstag aktualisiert und auf allen gängigen Podcastplattformen abrufbar sein.

 

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Sie finden unseren Podcast auch auf Spotify.

Sie finden uns bei Google Podcast.

Demnächst kommen auch Deezer  und Amazon/Audible Podcasts hinzu.

(Hinweis: Es ist unser erster Podcast - wenn das Hochladen auf der einen oder anderen Plattform etwas länger dauert, bitten wir um Geduld und Verständnis.)

Programm

#10_22.10.2020 | Dr. Hans-Gert Pöttering: Moderator und Gewissen der europäischen Integration

Der Biograph Hans-Gert Pötterings hat ihn "ein europäisches Gewissen" genannt.  Grund genug für uns, mit ihm darüber zu sprechen, wie er heute als politisch immer noch gut vernetzter Europäer auf ein Europa blickt, an dessen Entwicklung er bis 2009 in Führungspositionen maßgeblich mitgewirkt hat.

Warum hat er sich entschieden, mit damals 34 Jahren für die CDU an der ersten Direktwahl zum Europäischen Parlament 1979 teilzunehmen? Warum konnten ihn die Rückschläge, die das Europäische Parlament bei seinem Kampf um Gleichberechtigung mit den Ministern der Nationalstaaten seitdem immer wieder hinnehmen musste, nicht dazu bewegen, eine neue berufliche Herausforderung zu suchen? Was hat in ihm die Überzeugung reifen lassen, dass Europa mehr als ein Nachkriegsprojekt zu Befriedung der ehemaligen Kriegsgegner und zum Schutz der westlichen Demokratien gegen die Ausbreitung des Kommunismus im Kalten Krieg sein sollte?

Die europäische Integration hat ihre Aufgabe noch längst nicht erfüllt. Der ehemalige Fraktionschef und Parlamentspräsident wird daher bis heute nicht müde zu betonen, dass die Menschen und Staaten in Europa aller Krisen der letzten 20 Jahre zum Trotz nur eine Zukunft als Europäische Union haben. Was gibt dem erfahrenen Moderator unterschiedlicher nationaler Mentalitäten, Interessen und individueller Temperamente denn die Zuversicht, das am Ende die Zusammenarbeit, der oft auch unter Schmerzen errungene Kompromiss und nicht der Alleingang von politischem Erfolg gekrönt sein werden?

Freuen Sie sich mit uns auf das Gespräch mit einer Persönlichkeit, die sich mit Europa entwickelt, die aber ihren Glauben an Europa trotzdem nie verloren hat.

#09_15.10.2020 | Jörg Adami: ESport - Sportförderung 2.0

Die Spieleindustrie hat weltweit einen höheren Umsatz als Musikindustrie und Filmbranche zusammen. Allein in Deutschland gibt es 34 Millionen Gamer. Die Profispieler sind Idole, haben teilweise hunderttausende Fans. Viele Jugendliche träumen von einer Karriere als Profispieler, denn diese machen nicht nur ihr Hobby zum Beruf, sondern verdienen teils astronomische Summen. Da wird die Frage, ob ESportler wirklich Sport betreiben erst einmal zur Nebensache.

 

Jörg Adami war selbst Sportler, allerdings nicht ESportler, sondern traditioneller Leichtathlet, schaffte es bis in die Junioren-Europameisterschaft, später als Snowboarder bis zum Weltcup. Dann war Schluss. Adami studierte, machte Karriere im Marketing und kam doch nie vom Sport los. Deshalb engagierte er sich viele Jahre als Vorstandsmitglied bei der Deutschen Sporthilfe. Nun hat er ein neues Projekt: die ESports player foundation. Hier werden Talente gefördert, die auf Weltklasseniveau spielen können. Allerdings reicht das Talent allein für eine Förderung nicht aus; für Adami kommt es auf mehr an, als reine Spielfähigkeiten. Worauf genau, erzählt er uns in der neuen Ausgabe von Erststimme.

#08_08.10.2020 | Dr. Karsten Dümmel: Ein Leben in zwei Deutschlands

30 Jahre Deutsche Einheit - In dieser Folge von Erststimme sprechen wir mit Dr. Karsten Dümmel. Er hat als junger Mann in der DDR die Unterdrückung durch die Stasi am eigenen Leibe erfahren und wurde noch vor der Wende aus dem Gefängnis freigekauft. Wir fragen ihn nach seinem Werdegang,  seiner Arbeit für eine freie dremokratische Gesellschaft und was er zur aktuellen Situation in Deutschland sagt.

 

Für die Konrad-Adenauer-Stiftung war Karsten Dümmel u.a. Leiter der Bildungsforen in Stuttgart und Hamburg sowie Leiter der Auslandsbüros für den Senegal, Kenia und Bosnien-Herzegowina. Seit Januar 2019 ist er Landesbeauftragter im Saarland.

#07_01.10.2020 | Anastassia Pletoukhina: Jüdisch in Deutschland

Wie leben Juden und Jüdinnen in Deutschland? Was sind ihre Sorgen und Wünsche? Darüber sprechen wir mit Anastassia Pletoukhina. Die 34-Jährige Sozialwissenschaftlerin ist Direktorin für die Aktivitäten der Jewish Agency for Israel in Berlin und lebt modern-orthodox. Was bedeutet "jüdisch sein" für sie? Wie lebt sie ihre Religion im Alltag? Und wie reagiert ihr Umfeld darauf. Davon wird sie uns erzählen.

Pletoukhina wurde in Moskau geboren und ist in Lübeck aufgewachsen. Seit Jahren engagiert sie sich in der jüdischen Gemeinde. Sie hat unter anderem den Studentenverband "Studentim" gegründet und ist als Referentin für das Dialogprojekt "Rent a Jew" im Einsatz.

Vor einem Jahr hat sie das Attentat auf die Synagoge in Halle erlebt. Trotzdem macht sie weiter, gibt Interviews, hält Vorträge, informiert. Wird sie nicht müde, immer wieder das Judentum zu erklären? Und was erwartet sie von der Mehrheitsgesellschaft im Angesicht des wachsenden Antisemitismus? Auch darüber werden wir sprechen.

#06_24.09.2020 | Peter Tauber: Zur Rolle der Bundeswehr in unserer Gesellschaft

Mit gerade einmal 46 Jahren ist Peter Tauber im Zentrum der deutschen Sicherheitspolitik angekommen. Dabei ist der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium vor allem eins geblieben: Mensch. Der passionierte Läufer, Historiker und Buchautor hat viele Talente. Als ihn eine schwere Darmerkrankung aus der Bahn wirft, kämpft er sich zurück ins Leben. Jetzt weiß er, worauf es wirklich ankommt. 

Der Dialog zwischen Bundeswehr und Gesellschaft ist für Tauber eine Herzensangelegenheit. Die Entbehrungen des Dienstes kennt der Hauptmann der Reserve von seinen vielen Truppenbesuchen im Ausland. An den Rhein geholt hat er die Invictus Games 2023, mit denen er den Respekt und die Wertschätzung für den Dienst in Uniform stärken will. Eine große Chance sieht Tauber in der Debatte um ein allgemeines Dienstjahr für Männer und Frauen. Mit dem freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz geht im April 2021 ein neues Pilotprojekt an den Start. Es versteht sich auch als Antwort auf die dringenden Fragen der Gegenwart: Wie kann gesamtstaatliche Krisenvorsorge gestärkt werden? Was ist der Kitt, der unsere Gesellschaft noch zusammenhält? Ist der tugendhafte Dienst am Gemeinwesen nicht von nahezu zeitlosem Wert?  

In Deutschland bedarf es eines grundlegenden Bekenntnisses unserer Demokratie zur Wehrhaftigkeit. Das weiß auch der bekennende Christ Tauber. Doch wer ist der Mensch zwischen Haltung, Verantwortung und Truppe? Was treibt ihn an? Und warum muss man als Spitzenpolitiker kein Held sein, wie er in seiner neuen Autobiographie verraten hat?  

Das Gespräch führt Sandra Wahle.

#05_17.09.2020 | Dr. Jana Puglierin: Die Zukunft der nuklearen Sicherheit im transatlantischen Bündnis

Glaubwürdigkeit ist die wichtigste psychologische Ressource der nuklearen Abschreckung. Das gilt auch für Frauen, die sich in dieser Männerdomäne behaupten wollen. Mit ihrer klaren Analyse bringt Dr. Jana Puglierin die Schornsteine Berliner Denkfabriken zum rauchen. Die Zweiundvierzigjährige hat schon viel erlebt. Was aber hält sie von der neuen Nuklearstrategie der NATO, auf die sich die Verteidigungsminister im Juni 2020 geeinigt haben?


Seit Jahrzehnten ist die Nukleare Teilhabe der deutsche Baustein in der atlantischen Sicherheitsarchitektur. Die rund zwanzig amerikanischen Kernwaffen auf deutschen Boden, die im Ernstfall von der Bundeswehr ins Ziel geflogen werden, sind das sichtbarste Zeichen der transatlantischen Solidarität. Leichtfertige Kritik an den Waffensystemen übersieht ihre größere Bedeutung. Ein stabiles internationales Gleichgewicht kann nur erhalten, wer Moskau und Peking behutsam ausbalanciert. Eine nuklearwaffenfreie Welt ist unser aller Ziel! Doch der steinige Weg dorthin darf nicht mit Angst gepflastert sein. Die Logik der Abschreckung ist kalt und nüchtern.


Dr. Jana Puglierin ist die Senkrechtstarterin im Raketengeschäft. Wer aber ist die Frau hinter der Politikwissenschaftlerin, was treibt sie an, was sind ihre persönlichen Hoffnungen und Wünsche? Darüber wollen wir mit ihr reden. Und über Deutschland, die NATO und die Zukunft der nuklearen Abschreckung. Nicht alleine. Sondern mit Oliver Weilandt von der Deutschen Atlantischen Gesellschaft.

#04_10.09.2020 | Katharina Heinrich: Wie Desinformation zur Waffe in der Mediengesellschaft wird?

Katharina Heinrich, Journalistin Katharina Heinrich

Desinformation ist keine Propaganda, sondern wie der Fall der angeblich entführten Lisa auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2016 eindrücklich gezeigt hat, ein "Informationskrieg" (Peter Pomerantsev, 2019). worum geht es bei diesen und ähnlichen Kampagnen? Wer steckt dahinter und welche Ziele verfolgen die Informationskrieger? Mit welchen Waffen wird dieser Krieg geführt?

Die aus Kirgistan stammende Journalistin Katharina Heinrich hat sich mit Medien und Politik Osteuropas beschäftigt und kennt die Hintergründe und Methoden politischer Medienbeeinflussung, sie weiß, wie im Namen der Aufklärung die Öffentlichkeit in Demokratien irregeführt, gespalten und gegen Regierungen aufgehetzt wird.

Was aber hat Katharina Heinrichbewogen, Journalistin zu werden und Fakten über Fake News und andere Formen gezielter Verunsicherung  der politischen Meinungsbildung zusammenzutragen? Welche Erfahrungen hat sie dabei gemacht? Auf welche Widerstände ist sie gestoßen? Woran können wir, die Leser, Hörer oder Zuschauer erkennen, das es sich um eine Desinformationskampagne handelt?

 

#03_03.09.2020 | Juri de Marco: Musik aus dem Stegreif

Steife Atmosphäre im Foyer, keine Getränke mit in den Saal nehmen und wehe man klatscht an der falschen Stelle. Klassische Musik wie sie in Deutschland meistens aufgeführt wird, ist beladen mit Etikette und Tradition. Kein Wunder, dass das viele junge Menschen abschreckt. Doch es gibt auch kreative Menschen, die all das aufbrechen und auf spannende und zugängliche Weise zeigen, was klassische Musik in sich hat. Einer von ihnen ist Juri de Marco. Als Hornist war es ihm im Orchester zu steif. Er sah nicht mehr ein, sich an Regeln zu halten, die nicht musikalisch begründet sind sondern nur „weil das immer schon so war“. Deshalb gründete er selbst ein Orchester, das anders ist.

Das STEGREIF.orchester spielt auswendig, ohne Dirigent, bewegt sich bei Konzerten im ganzen Raum. Die jungen Musikerinnen und Musiker spielen Werke von großen Komponisten wie Brahms, Schubert und Beethoven - aber brechen sie auf und improvisieren. Seit vier Jahren bringt Juri de Marco mit STEGREIF Klassik heraus aus der Komfortzone um zu zeigen, wie bewegend, aktuell und relevant sie ist. Er verfolgt mit dem Orchester nicht nur eine musikalische, sondern auch eine gesellschaftliche Mission. Um die weiter voranzutreiben, wurde er zuletzt auch durch ein Stipendium des Podium Esslingen #bebeethoven im Rahmen des Beethoven-Jubiläums unterstützt. Lässt sich ein Orchester ohne Hierarchie führen? Wie bleibt man offen für Neues? Und was kann Musik in der Gesellschaft bewirken? Darauf antwortet Juri de Marco im Gespräch mit Musikjournalistin Eva Morlang.

#02_27.08.2020 | DüzenTekkal: #German Dream

Man könnte zugespitzt sagen: Gäbe es Düzen Tekkal und ihre Arbeit (und ihre Schwestern) nicht, wir (in Deutschland) wüssten nicht viel über das Schicksal der Jezidinnen und Jeziden in der apokalyptischen Zeit des Vormarsches und der Herrschaft von Daesh (die sich selbst "Islamischer Staat" nannten). Der Genozid am Volk der Jeziden ist es, was die in Hannover geborene Jezidin Düzen Tekkal als Aktivistin für Menschenrechte, für den Schutz der Verfolgten und für Humanität in die Öffentlichkeit treten ließ. Sie gründete die Hilfsorganisation HAWAR.help, die sich mit vielen Projekten vor allem um die verfolgten und traumatisierten Kriegsopfer kümmert, drehte Filme über den Genozid und seine Folgen, wurde bundesweit durch Fernsehauftritte, Podien und Publikationen bekannt, hatte und hat Zugang zur Politik, wurde gehört und geehrt. 

Mittlerweile steht der Genozid an den Jeziden nicht mehr in den Schlagzeilen, die Traumata aber bleiben und auch das Anliegen eines humanen Zusammenlebens von Zugewanderten und Einheimischen. Neue Fragen tun sich auf, neue Gefahren drohen dem Zusammenhalt der Gesellschaft, sei es durch Rechtsextremismus, sei es durch islamistische Gruppen. Düzen Tekkal bleibt dran, und der Tag hat nicht genügend Stunden, um alle ihre Pläne zuzulassen. Wer ist die Frau hinter diesem Projektfeuerwerk, was treibt sie an und um, was sind ihre Hoffnungen und Wünsche? Das versuchen wir in einem etwa 30minütigen Gespräch mit dem Podcaster Frank Joung herauszubekommen.

#01_20.08.2020 | Herbert Reul: Die Rolle der Polizei in der Gesellschaft

Macher ohne Heldenimage

Wer ist der Mann, der in NRW immer wieder durch Erfolge in der Kriminalitätsbekämpfung auf sich aufmerksam macht? Was treibt den Innenminister von NRW ganz persönlich an? Wieso macht ausgerechnet er sich die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu eigen und setzt sie ganz nach oben auf seine politische Agenda? Warum legt sich Herbert Reul mit mächtigen Clans an, die seit 30 Jahren weitgehend unbehelligt ihre kriminellen Geschäfte betreiben konnten? Und warum hat sich der bei Amtsantritt 65-Jährige auf den Schleudersitz des nordrhein-westfälischen Polizeiministers gesetzt und stellt sich seitdem immer wieder vor „seine“ Sicherheitskräfte?

Der gelernte Lehrer aber ist nicht nur Macher („Null-Tolerenz-Politik“) wie er bei der Bekämpfung menschenverachtender Pädophilennetzwerke zeigt. Er kann auch nachdenklich sein: Selbstkritisch hat er sich rechtsstaatliche Einwände gegen sein Polizeiaufgabengesetz zueigen gemacht, mit Realitätssinn vor allzu schnellen Erfolgen gewarnt und Fehler offen eingestanden. Mit der „Event-Kultur“ von Schaulustigen bei Verkehrsunfällen ist der Minister ebenso unmissverständlich ins Gericht gegangen wie mit militanten Besetzern des Hambacher Forstes. Dadurch hat er sich den Ruf eines Mannes der klaren Worte erworben. Als Generalsekretär hat er seine Partei taktisch und strategisch angetrieben, als Europaparlamentarier an schwierigen multinationalen Aushandlungsprozessen mitgewirkt (Vorratsdatenspeicherung). In einem Alter, wo die Mehrheit in den Ruhestand wechselt, aber hat Herbert Reul eine neue, seine erste exekutive Regierungsaufgabe übernommen. War das schon immer sein Ziel?

 

Das Gespräch führt Sandra Wahle.

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