Veranstaltungsberichte

Die Zukunft kommunaler Krankenhäuser

von Mechthild Scholl

Privatisierung als Handlungsoption?

Unter dem Druck leerer Kassen versuchen Kommunen mit verschiedensten Mitteln ihre Haushaltssituation zu verbessern: auf der einen Seite wird viel Energie in die Ausdehnung eigener Wirtschaftstätigkeit gesteckt, auf der anderen Seite sucht man durch teilweisen oder kompletten Verkauf kommunaler Betriebe Einnahmen zu erzielen oder Verluste zu vermeiden. Dies gilt auch für kommunale Krankenhäuser.

Der Umstrukturierungsprozess deutscher Krankenhäuser ist in vollem Gange. Die Fülle neuer gesetzlicher Vorschriften, wiederum durch Sonderregelungen modifiziert, stellt das Management vor hohe Anforderungen. Insbesondere die ehrenamtlichen Entscheidungsträger in den Aufsichtsgremien sehen sich vor zunehmend schwierige Fragen gestellt und brauchen Informationen über die neueren Entwicklungen und Ratschläge zu Lösungsmöglichkeiten.




Gleichzeitig wird der finanzielle Rahmen immer enger. Gefährdet sind vor allem kleinere Einrichtungen mit unflexibler Organisationsstruktur. Letzteres trifft häufig auf kommunale Krankenhäuser zu, sei es aufgrund ihrer Rechtsform oder wegen der oft langwierigen Entscheidungswege in den Kommunen.




Kann hier die Privatisierung eine Lösung sein? Vielfältige Aspekte und Argumente sind zu berücksichtigen. Auch weitere strukturelle Änderungen, wie Kooperation mit anderen Häusern bis hin zu einer Fusion, sind ins Kalkül zu ziehen.




Das Forum „Die Zukunft der kommunaler Krankenhäuser – Privatisierung als Handlungsoption?“, das die Konrad-Adenauer-Stiftung in Frankfurt/M. veranstaltete, beschäftigte sich einführend mit der Situation der hessischen Krankenhäuser. Indem die Rahmenbedingungen des Bundes für die Entwicklung im Krankenhauswesen ausführlich dargestellt wurden, konnte die Betrachtung auf Bundesebene ausgedehnt werden und mögliche Privatisierungen als Handlungsoption differenziert diskutiert werden.