Veranstaltungsberichte

Traumatisiert und allein

Fachtagung zum Umgang mit minderjährigen allein reisenden Flüchtlingen

Die zweitägige Fachtagung in Oberhausen versammelte über 50 Fachkräfte von Jugendämtern, des BAMF, karitativen Organisationen und ehrenamtlichen Vereinigungen aus der Flüchtlingshilfe u.a., um über den Umgang mit minderjährigen allein reisenden Flüchtlingen (umF) zu diskutieren.

Dr. Carsten Hörich schilderte die Grundlagen des Asyl- und Aufenthaltsrechts, bezogen auf umF, die Grundlagen des Migrationsrechts und den Ablauf des Asylverfahrens bei umF. – Herr Bierdel und Frau Flatten stellten darauf Projekte der privaten Unterbringung von umF in Gastfamilien vor, die stark vom Engagement der Bürgerschaft abhängen. Beide stellten dabei den praktischen Ablauf der Unterbringung in den Vordergrund und berichteten über ihre zumeist positiven Erfahrungen. – Herr Pietsch erläuterte darauf die gültigen Standards im Umgang mit umF, die er aus der Rechtslage ableitete (SGB). Er schilderte die Grundsätze des Verteilungsverfahrens und die Aufgaben des erstaufnehmenden Jugendamtes sowie die Standards der Unterbringung. -Herr Willinger schilderte die Situation von Minderjährigen in bewaffneten Konflikten weltweit, den Einsatz von Jugendlichen als Soldaten und die Situation der etwa 15.000 umF (2015) in Deutschland. Abschließend ging er auf Traumatisierungen ein und stellte Projekte vor, die Traumata heilen sollen. Diesen Aspekt der Traumatisierung vertiefte Frau Weeber am zweiten Tag der Veranstaltung. 50 Prozent der Flüchtlinge weltweit sind Menschen unter 18 Jahren. Darauf erläuterte sie anhand von Fallzahlen die Situation der umF in Deutschland. Dabei ging sie besonders auf den kulturellen Kontext ein, erläuterte die psychologische Ebene, Risiko- und Belastungsfaktoren bei umF und ging detailliert auf Traumata und ihre Behandlung ein.