Veranstaltungsberichte

Wohlbefinden als kommunaler und regionaler Wirtschaftsfaktor

von Mechthild Scholl
Förderung gesundheitsbezogener Produkte und Dienstleistungen ist angesichts des demographischen Wandels und der Wachstumsaussichten der Branche angesagt. Dem sollten sich auch insbesondere die Kommunen verstärkt widmen.

Produkte, Dienstleistungen und Forschungen im Sektor Gesundheit und Wohlbefinden tragen zunehmend zum Wachstum bei und bringen wichtige Innovationen hervor. Insofern vollzieht sich in der Gesundheitsbranche derzeit ein grundlegender Perspektivwechsel. Statt als Kostenfaktor, der Wirtschaft und Arbeit belastet, präsentiert sie sich – beispielsweise in den Bereichen Prävention, Rehabilitation und Teilhabe/Inklusion - als Wirtschaftszweig mit herausragender Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland.




Diese Erkenntnis hat mehrere Regionen in Deutschland dazu motiviert, einschlägige Akteure in ihren Kommunen zu identifizieren, sie zu unterstützen und mitzuhelfen, sie nach innen wie außen zu profilieren.


Ca. 20 Regionen der Gesundheitswirtschaft haben sich inzwischen gegründet.


Sie beabsichtigen:


• sich zu besonders innovativen und leistungsfähigen Standorten für gesundheitsbezogene Kompetenzen und Angebote zu machen,


• die gesundheitliche Lebensqualität und Versorgung zu verbessern,


• mehr überregionale und internationale Nachfrage nach gesundheitsbezogenen Angeboten zu mobilisieren,


• die Beschäftigung in ihren gesundheitsbezogenen Einrichtungen und Unternehmen deutlich zu steigern.




Insgesamt erfassen diese Gesundheitsregionen über 1.000 Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft – von der Grundlagenforschung über Forschungs- und Entwicklungsinstitute bis hin zum stationären und ambulanten Versorgungsbereich - und stoßen innovative Projekte an.




Die Gesundheitsregion Köln/Bonn beispielsweise plant im Projekt „Proviva – Sektorenübergreifendes kommunales Gesundheitsmanagement für ein lebenswertes und vitales Altern“ über ein technikunterstütztes Quartiersmanagement eine intersektoral koordinierte Vernetzung von Betreuungsangeboten, damit ältere sowie unterstützungsbedürftige Menschen auch zukünftig in ihrem vertrauten Zuhause versorgt werden können.




An diesen Gesundheitsnetzwerken sind die Kommunen mehr oder weniger intensiv beteiligt.




So sind in der „Gesundheitsmetropole Ruhr e.V.“ die Städte Bochum, Bottrop, Essen, Dortmund, Herne, Gelsenkirchen, Oberhausen, Hamm - jeweils mit ihrer Wirtschaftsförderung - sowie der Kreis Recklinghausen Mitglied.




Im westlichen Niedersachsen hat der Landkreis Osnabrück die Initiative "Gesundheitsregion Osnabrücker Land" gegründet und betreut sie - über ihre Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land mbH WIGOS - federführend. Die Gesundheitsregion initiiert Projekte zur branchenbezogenen Wirtschaftsförderung und zur Qualifizierung von Beschäftigten. Zudem fördert die Initiative die trägerübergreifende Zusammenarbeit und die Informationspolitik im Gesundheitssystem.




Deutschlandweit tun Kreise und Gemeinden gut daran, Aktivitäten der Gesundheitsbranche zu unterstützen, sei es im Rahmen derartiger Gesundheitsregionen oder unabhängig davon, um die Lebensqualität ihrer Einwohner zu verbessern und mit der Förderung dieses wachsenden Sektors möglichst das Gewerbesteueraufkommen zu steigern, welches aufgrund der häufig mittelständischen Struktur der Betriebe mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Region verbleibt.

Seminar
21. - 24. Mai 2013
Bildungszentrum Schloss Eichholz
Veranstaltung: "Das Soziale in der Sozialen Marktwirtschaft - Unser Umgang mit Unterstützungsbedürftigen" 21.- 24. Mai 2013