Veranstaltungsberichte

CONOSUR 2014

von Karina Marzano Franco

Universitäres Treffen zur Umweltpolitik in Lateinamerika

Die Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützte die Durchführung des XV CONOSUR RIO-Events (Treffen von Studenten und Graduierten in Internationalen Beziehungen der südamerikanischen Staaten, 2014). Es handelt sich um ein Forum, das mehrere Länder Lateinamerikas umfasst, und mit der Absicht gegründet wurde, die Integration zwischen lateinamerikanischen Studierenden und Graduierten der Internationalen Beziehungen zu fördern.

Während des Treffens debattieren die Teilnehmer über Themen der internationalen Agenda und verfolgen Vorträge von Experten der Internationalen Beziehungen.

Am 26. März 2014 wurde eines dieser Zusammentreffen dem Thema „Umweltpolitik in Lateinamerika“ gewidmet. Die Debattierenden waren die Abgeordnete des Staates Rio de Janeiro, Frau Aspásia Camargo, Verfasserin des staatlichen Gesetzes zu Feststoffabfällen am Strand und des Gesetzes Aspásia zum Klimawandel, sowie der Universitätsprofessor Jõao Ricardo Viegas des universitären Forschungsinstitutes in Rio de Janeiro (IUPERJ), welcher wichtige Forschungen zur Umweltpolitik der Megastädte (C40) betreibt und Mitglied der spezialisierten technischen Gruppe im Ministerium in Rio de Janeiro ist. Die Diskussion wurde von Karina Marzano Franco, Koordinatorin des Regionalprogramms Klimawandel, Umwelt und Energiesicherheit in Lateinamerika der Konrad-Adenauer-Stiftung moderiert.

Die Debatte begann mit einer Präsentation der Ergebnisse und Vorschläge eines Berichts des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (PNUMA) mit dem Titel „Lateinamerika und die Karibik am Vorabend von Rio +20“. Laut dieses Berichts (Global Environment Outlook - GEO5) sind die Hauptherausforderungen der Region 1) ein begrenzter Fortbestand der Prozesse und eine kurze Dauer der Mandate 2) das Fehlen von politischem Willen und 3) inadäquate Instrumente, um eine Anwendung der Gesetze zu garantieren. Angesichts dieses Szenarios sind die Empfehlungen für die Region, dass „die Regierungen stärkere Verpflichtungen übernehmen sollen, sowohl bezüglich neuer Politikstrategien als auch in Bezug auf die Effizienz bestehender Politiken und somit finanzielle Mittel für die Implementierung und robuste Rechenschaftsmechanismen, Transparenz und Inklusion garantieren sollen.“ (Um auf das Dokument in englischer Sprache zuzugreifen, klicken Sie hier).

Einige dieser in den Vorträgen genannten wichtigen Aspekte schließen die zentrale Rolle Lateinamerikas mit ein, das in 2014 Bühne der COP 20 in Lima, Peru sein wird. Von dieser Konferenz wird erhofft, einen finalen Entwurf eines Abkommen zu erreichen, der das Kyoto-Protokoll ergänzt und der auf der COP 21 2015 in Paris vorgestellt wird.

Es wurde auch aufgezeigt, dass in den multilateralen Konferenzen zu umweltbezogenen Themen, die Zivilgesellschaft und die wissenschaftliche Gemeinschaft eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Zudem wurde die Rolle der Städte bezüglich Umweltthematiken hervorgehoben und hierdurch das Aufkommen von wichtigen Gruppen wie die Gruppe C40, das Zusammenkommen der Bürgermeister von den 40 größten Städten weltweit, und das CB 27, Forum der Umweltdezernenten der Stadtbezirke der brasilianischen Hauptstädte, betont.

Auch wurde über Widersprüche diskutiert. Brasilien, beispielsweise, ist ein Land, das eine große Menge grüne Energie in sein Energienetz einspeist und über viel Sonneneintrahlung. Wind und Wasser verfügt, aber immer noch Technologien der erneuerbaren Energien importiert, anstatt den nationalen Industriesektor zu nutzen. Außerdem wurde auf das Problem des städtischen Transportes hingewiesen, das vor allem deshalb besteht, weil das Model des Busverkehrs bevorzugt wird, anstatt das Metronetz auszubauen.

Am Ende wurde die Debatte für die jungen internationalen Studierenden geöffnet, die sich rege beteiligten und ihre Meinungen zu dem Thema preisgaben.

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