Veranstaltungsberichte

Religion und Politik im 21. Jahrhundert: Tradition, Erbe und Herausforderungen

Konrad-Adenauer-Stiftung & Oxford German Forum

Am 23. November organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung zusammen mit dem Oxford German Forum eine Diskussionsrunde zum Thema Religion und Staatlichkeit im 21. Jahrhundert an der Oxford Universität.

Am 23. November organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung zusammen mit dem Oxford German Forum eine öffentliche Diskussionsrunde zur Beziehung von Religion, Staatlichkeit und Politik im 21. Jahrhundert an der Universität Oxford. Das hochrangige internationale Panel ging der Frage nach, wie Religion Staat und Politik in der Vergangenheit beeinflusste und welche Ansätze heutzutage im Hinblick auf politischen Extremismus, Terrorismus und Sicherheitspolitik verfolgt werden sollten.

Direkt zu Beginn stellte der ehemalige australischer Premierminister Kevin Rudd die Frage, welchen Einfluss Religion auf Gesetzgebungsprozesse hat und haben sollte. Er schlußfolgerte, dass Religion enorm wichtig dafür sei, ethische und moralische Prinzipien hochzuhalten und zu implementieren. Der sekuläre Staat könne dem Bekenntniss zu ebendiesen Werten nicht in diesem Umfang nachkommen, so Rudd.

Prof. Dr. Juliane Kokott, Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg, führte aus, dass der EuGH heutzutage religiöse Minderheiten vor Diskriminierung durch den Gesetzgeber zu schützen habe, beispielsweise im Hinblick auf religiöse Kleidungstraditionen. Jedoch dürfe Religion niemals dazu benutzt werden, um Frauen zu unterdrücken.

Der Islam lehre, dass den Entscheidungen der Mehrheit zu folgen sei und Muslime den Gesetzen und Regeln westlicher Gesellschaften zu folgen gedenken, solange sie noch eine Minderheit darstellten, so Imam Khalifa Ezzat von der Zentralen Moschee und dem Islamischen Kulturzentrum in London. Genau deshalb müsse der Islam als eine vollständig demokratische Religion gedacht werden.

Prof. Jörg Friedrichs, Professor für Politik an der Oxford Universität, betonte, dass verschiedene Gesellschaften unterschiedlich mit religiösen Minderheiten umgingen. Es scheint sogar, als würden Regierungen religiöse Minderheiten anders behandeln als die Gesellschaft, die eben diese Regierung regiert. In China beispielsweise sei Feindseligkeit gegenüber religiösen Minderheiten Sache der Regierung, nicht der Gesellschaft. Prof Friedrichs folgerte, dass westlichen Gesellschaften zu raten sei zu betrachten, was man von anderen Gesellschaften lernen könne und nicht versuchen, diesen westliche Modelle aufzuoktroyieren.

Besonders Deutschland solle seine Perspektive auf Sichedrheitswpolitik weiten, so Dr. Andereas Jacobs, ehemals wissenschaftlicher Berater der NATO. Nicht nur Integrationspolitik spiele hierbei eine Rolle, sondern auch besonders internationel und europäische Angelengenheiten. Dr. Jacobs rät der Bundesregierung, weiter in Verteidigung zu investieren und mehr globale Verantwortung zu übernehmen.

Dr. Günther Krings, Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium, erleuterte, dass es seit jeher Terrorismus gab. Er merkte an, dass seit der sogenannte Islamische Staat in Syrien und dem Irak militärisch besiegt sei, könnten terroristische Aktivitäten in Europa zunehmen. Deshalb sollte die EU besonders hier stärker kooperieren, so Dr. Krings.