„Der Hauptfokus der Demokratie sollte sich nicht allein auf die Bezeichnung des Systems richten, sondern ebenso auf die Qualität seiner Umsetzung“, betonte der sechste Präsident der Republik Indonesien, Susilo Bambang Yudhoyono (SBY), in seiner Keynote-Rede beim Habibie Democracy Forum 2025. Das Forum findet jährlich mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) als Hauptpartner in Zusammenarbeit mit The Habibie Center (THC) statt und widmete sich in diesem Jahr dem Thema „Die Verwirklichung ökologischer Gerechtigkeit und demokratischer Resilienz“.
SBY, der im Jahr 2004 als erster Präsident Indonesiens durch eine direkte Volkswahl ins Amt gewählt wurde und damit einen wichtigen Meilenstein in der demokratischen Entwicklung des Landes setzte, hob hervor, dass sich die Welt derzeit in einer Phase zunehmender Unruhe befinde. Er verwies auf das Erstarken von Machtpolitik und Nationalismus sowie auf die wachsende Zahl von Staaten, die sich vom Multilateralismus abwenden. Gleichzeitig unterstrich er, dass die Erreichung der globalen Klimaziele nur durch gemeinsames Handeln möglich sei und ein wirksamer Klimaschutz die enge Zusammenarbeit aller Staaten erfordere.
Zuvor hatte Dr. Ilham Habibie, Co-Founder von The Habibie Center und Sohn des dritten Präsidenten der Republik Indonesien, B. J. Habibie, in seinen einleitenden Worten an dessen zentrales Anliegen erinnert: Während seiner Präsidentschaft habe es B. J. Habibie als entscheidend erachtet, Indonesien konsequent auf den Weg der Demokratie zu führen. In der Übergangsphase seiner Amtszeit habe er unter anderem die Pressefreiheit eingeführt, das Recht auf die Gründung politischer Parteien ermöglicht und damit die Voraussetzungen für die erste demokratisch durchgeführte Wahl des Landes geschaffen.
Dr. Dewi Fortuna Anwar, Vorsitzende von The Habibie Center, unterstrich zudem, dass die entscheidenden Beiträge zur Beschleunigung der demokratischen Reformen — insbesondere der Übergang von der autoritären Ordnung der Orde Baru hin zu einem demokratischen Staat — maßgeblich während der Amtszeit von Präsident Habibie vorangetrieben wurden.
Im Anschluss an die Redebeiträge fand eine Paneldiskussion zum Thema Demokratie und Klimaschutz statt. Dabei beleuchteten Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter des Parlaments die Wechselwirkungen zwischen demokratischer Governance und wirksamer Klimapolitik und hoben die Bedeutung politischer Teilhabe sowie institutioneller Zusammenarbeit für die Bewältigung der Klimakrise hervor.
Zum Abschluss des Forums gab Dr. Denis Suarsana, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung für Indonesien und Timor-Leste, einen Einblick in die deutsche Klimapolitik und die damit verbundenen Herausforderungen. Er führte aus, dass sich infolge einer von Teilen der Bevölkerung als überfordernd wahrgenommenen Klimapolitik während der Ampelkoalition viele frühere Befürworterinnen und Befürworter des Klimaschutzes abgewendet und sich teilweise populistischen Parteien zugewandt hätten, die dem Klimaschutz keine Priorität einräumen.
Um eine wirksame Klimapolitik in einer Demokratie durchzusetzen, sei es daher entscheidend, eine breite gesellschaftliche Mehrheit zu gewinnen und diese auf dem Weg der Transformation aktiv mitzunehmen.